CS: 36 Prozent mehr Gewinn im 1. Quartal So kassieren Grübel & Co je 90 Millionen!

  • Publiziert: 02.05.2006, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Gerd Löhrer

ZÜRICH – 2,6 Milliarden Franken Gewinn allein in den ersten drei Monaten des Jahres. Die Credit Suisse ist auf dem besten Weg, dieses Jahr einen Gewinn-Rekord aufzustellen. Das freut vor allem das Top-Management, winkt ihm doch ein Super-Bonus von 90 Millionen pro Kopf.

2,604 Milliarden im ersten Quartal – daraus lässt sich ein Jahresgewinn 2006 von gut 8 Milliarden hochrechnen. Damit wäre eines der wichtigsten Leistungskriterien für die Konzernleitung erfüllt. Ihre 2004 und 2005 zugeteilten Aktienansprüche würden sich verdoppeln oder verdreifachen. Auf gut und gerne 90 Millionen Franken pro Kopf.

Und weil auch in der CS einer gleicher ist als die anderen, dürfte Konzernchef Oswald Grübel sogar das Doppelte einstreichen. Erreicht der CS-Aktienkurs auch noch die Zielgrösse (140 Franken), verdreifacht sich der Bonus abermals, auf sagenhafte 280 Millionen Franken, beziehungsweise gut 500 Millionen für Grübel.

Wo wird das viele Geld umgesetzt, das die Herren unter sich verteilen? 2,88 Milliarden Einnahmen stammen aus dem Zinsgeschäft, also aus der Differenz zwischen Kredit- und Sparzinsen. 4,27 Milliarden steuern Kommissionen und Gebühren bei, die man als Kunde zum Beispiel für Überweisungen vom Bankkonto, für Barbezüge, bei Wertschriften-Transaktionen oder beim Geldwechseln zahlt. Der Handelsertrag von 4,3 Milliarden stammt aus Wertschriften-Geschäften der CS-Gruppe auf eigene Rechnung.

Unter dem Strich bleiben als Gewinn 2,604 Milliarden Franken oder anders gesagt: 2604 Millionen – 36% mehr als im 1. Quartal 2005. Die Gewinne verteilen sich nicht gleichmässig über das Jahr (Grafik links). Sonst läge der zu erwartende Jahresgewinn bei über 10 Milliarden. Und nicht alle vier CS-Sparten waren im 1. Quartal gleich gut.

Am dynamischsten war das Investment Banking (Gewinn: +68 Prozent), gefolgt vom Private Banking (+34%) und vom Asset Management (+13%). Auch die Winterthur, von der sich die CS in absehbarer Zeit trennen will, legte satte 21 Prozent zu.

Wo das Geld verdient wird

Investment Banking
1564 Mio Franken*
Finanzberatung für Unternehmen, Emissionen, Firmenfusionen, Börsengänge

Private Banking
1308 Mio Franken*
Privatkundengeschäft: Kredite, Hypotheken, Zahlungsverkehr, Vorsorgeprodukte, Vermögensverwaltung

Asset Management
234 Mio Franken*
Vermögensverwaltungsmandate, alternative Anlagen, Hedge- und andere Fonds.

Winterthur
357 Mio Franken
Versicherungen

*Ergebnis vor Steuern

Insgesamt 2604 Mio Fr Reingewinn

Top 3

1 156-Mio-Busse! Weil BMW die Schweizer Kunden benachteiligtebullet
2 Grösser, besser, billiger? Rabatt-Schlacht im TV-Geschäftbullet
3 Wegelin-Fall US-Richter nimmt Raiffeisen ins Visierbullet

Wirtschaft