Stichtag So holen Sie Kohle aus dem Öltank

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • VON MARCEL ODERMATT

Prüfen Sie Ihre Heizkostenabrechnung – es lohnt sich. Denn wegen des warmen Winters sank der Verbrauch um mehr als ein Fünftel.

Der Keller einer Viereinhalbzimmerwohnung in St. Gallen, Dufourstrasse 92. Eigentümerin ist die Max Pfister Baubüro AG. Ein Blick auf die Öluhr zeigt: Um das Appartement im Winter 2006/07 warm zu halten, brauchte es erheblich weniger Öl. Die Ersparnis betrug genau 21,8 Prozent. «In der Schweiz liegt der Ölverbrauch im Schnitt ein Fünftel unter dem Niveau des Vorjahres», bestätigt Ansgar Gmür (54) vom Hauseigentümerverband.

Wird weniger Öl benötigt, sinken die Heizkosten und damit auch die Nebenkosten für Mieter. Hinzu kommt, dass der Heizölpreis nicht wie in Vorjahren angestiegen, sondern leicht zurückgegangen ist. Dies betrifft 4,7 Millionen Menschen: 63 Prozent aller Wohnungen in der Schweiz werden mit Öl beheizt.

«Die Mieter müssen die Nebenkosten jetzt genau unter die Lupe nehmen», sagt Michael Töngi (40), stellvertretender Geschäftsleiter beim Deutschschweizer Mieterverband. Er geht sogar davon aus, dass die Heizkosten bis zu einem Drittel unter denjenigen des Vorjahres liegen.

Die Abrechnungen werden von den Hauseigentümern in den nächsten Wochen verschickt. «Diese müssen ihre Einsparungen an die Mieter weitergeben», so Töngi. Wenn Mieter den Eindruck haben, die Rechnung sei zu hoch, ist der Eigentümer verpflichtet, seine Abrechnungen offenzulegen.

In den letzten Jahren lief die Entwicklung genau umgekehrt. Zwischen September 2004 und September 2005 stiegen die Preise für Heizöl von 53 auf 86 Rappen. Die Zeche zahlten die Mieter: ihre Nebenkosten stiegen um eine Milliarde Franken.

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