Smartphone-Besitzer aufgepasst Kioskkette spioniert Kunden via Wi-Fi nach

Der Kioskkonzern Valora verfolgt die Laufwege seiner Kundschaft. In Testfilialen in Zürich sind Sensoren montiert. Sie können die Smartphones der Kunden ausfindig machen.

An Kiosken werden immer weniger Zeitungen und Zeitschriften gekauft, die Printprodukte halten jedoch ihre Reichweite dank dem digitalen Wachstum (Archiv) play
Die Kioskkette Valora testet im Zürcher HB, wie treu ihre Kunden sind. MARCEL BIERI

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Die Start-up-Technologie des Berliner Unternehmens Minodes machts möglich: In Zürich verfolgt die Kioskkette Valora die Laufwege seiner Kundschaft – ein Pilotversuch mit Tochterfirmen wie K-Kiosk, Press & Books, Spettacolo und Brezelkönig, wie es heisst.

Ein Beispiel: Ein Pendler kauft sich bei Spettacolo einen Espresso. Steuert er anschliessend noch einen Kiosk an? Kauft er sich ein Sandwich bei Brezelkönig? Oder wie oft in der Woche besucht der Pendler denselben K-Kiosk im HB-Zürich? 

Solche Fragen will Valora am HB Zürich klären, schreibt die «Schweiz am Sonntag». Das Ziel sei: Die Wege der Kunden zu erkennen und daraus Profit zu schlagen.

Sensoren melden Standort der Kunden

«Wir haben unsere Geschäfte mit Sensoren von Minodes ausgerüstet», sagt Cyril Dorsaz, der seit Anfang Jahr für Valora als Digital Innovation Manager im Silicon Valley in Kalifornien arbeitet, in dem Zeitungsbericht.

Die Sensoren können die Smartphones der Kunden ausfindig machen, sofern die Wi-Fi-Option aktiviert ist. «So sehen wir, ob der Kunde nach dem Kaffeekauf im Spettacolo auch noch einen Brezelkönig besucht und wie treu er uns ist.»

Langfristig möchte man den Kunden in der Filiale einen Rabatt für die Brezel aufs Handy schicken und so zusätzlichen Umsatz generieren, sagt Dorsaz.

Der sechsmonatige Pilot dauert bis Anfang Frühling 2017. Sollte der Test erfolgreich sein, wäre er auch an anderen Grossbahnhöfen denkbar, heisst es. (uro)

Publiziert am 18.12.2016 | Aktualisiert am 29.12.2016
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20 Kommentare
  • Ro  Be aus Rheintal
    19.12.2016
    Auch OHNE WiFi geht alles gleich! Was denkt ihr machen Aldi, Lidl, Coop und selbst Migros schon lange, wenn auch nur schon mit diesen komischen Bonuskarten alle möglichen Spionage-Aktivitäten gemacht wird. Aber eines ist klar, der Datenschutz ist längst kein Schutz mehr, sondern die reinste Einladung, Kunden aus zu spionieren mit allen Tricks! Und das Ausspionieren ist bereits alltäglich und in allen Medien und Bereichen vorhanden! Nur will es keiner merken! Denn auch Ohne WiFi geht alles.
  • Hermann  Dornauer aus Bishkek
    19.12.2016
    Ich hab auch ein Smartphone, ein China Riegel namens MI5 mit dem ich das erste mal bei einem Kauf wirklich glücklich bin. Kann zwar mehr als ich brauche aber man kann den APPs Zugriffssrechte geben und entziehen und das ist sinnvoll. WIFI ist bei mir nur eingeschaltet wenn ich es brauche, selbiges gilt für Bluetooth, GPS, NFC. So hält der Akku lange und der "Grosse Bruder" bleibt aussen vor, zumindest verschicke ich keine Einladungen an ihn.
    • Pascal  Müller 19.12.2016
      Hmm grundsätzlich handhabe ich das mit WIFI, GPS usw. genau gleich, aber das ist doch bei JEDEM Smartphone möglich!? Zumindest bei meinem Sony ist dies gar kein Thema, ich gehe davon aus, das auch bei iOS ein ausschalten von Wifi usw. problemlos möglich ist... oder etwa nicht?
  • Heinz  Badertscher 18.12.2016
    Über Wi-Fi wird ohne Verbindung nur MAC Adresse preisgegeben. Die wissen nichts über das Gerät, den Nutzer oder was auf dem Gerät ist. Die wissen nur, dass ein und dasselbe Gerät vorbeigelaufen ist. Traurig, dass hier Leute schreiben und Panik verbreiten ohne irgendwas von der Materie zu verstehen. Als Informatiker verstehe ich viel davon
    • Thomas  Müller 19.12.2016
      Und als Informatiker sollten Sie wissen, dass andere Datensammler die MAC-Adresse und persönliche Informationen über den Smartphonebesitzer bereits kennen könnten, beispielsweise der Verkäufer des Smartphones, der Provider oder ein App-Anbieter. Wer diese Daten mit denen von Valora zusammenführt hat dann Bewegungsprofile des Smartphonebesitzers. Ungefragt und hinterlistig massenhaft MAC-Adressen zusammen mit Standortinformationen zu speichen, ist deshalb eine Riesensauerei.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    18.12.2016
    Wifi und Internet nur einschalten wenn gebraucht, spart viel Batteriepower und schützt vor unliebsamen Viren....
  • Peter  Möckli 18.12.2016
    Valora? Das sind doch diese Kioske, die für Getränke massiv überteuerte Preise verlangen. Ein Bier für CHF 4., das gegenüber im Coop Pronto CHF 1.95 kostet. Und der Kaffee ist seit kurzem die Starbucks-Plörre, die zwar nicht gut, dafür aber sauteuer ist. Danke, ich verzichte auf deren Produkte und Dienstleistungen.