BERN – Schlechte Nachrichten für Wintersport-Fans: In den Skigebieten ist teilweise noch so warm, dass die Schneekanonen ausfallen. Der Schnee vom Oktober ist längst weg.
Eigentlich hätte schon am Wochenende Saison-Auftakt sein sollen. Adelboden-Lenk und die Jungfraubahnen wollten ihre Anlagen bereits am 21. November in Betrieb nehmen. Daraus wird aber nichts. Es ist zu warm. Da können auch die Schneekanonen nichts ausrichten.Der Start wird jetzt um eine Woche verschoben. Die übrigen Skiorte im Berner Oberland lassen ihre Anlagen ebenfalls frühestens am letzten Novemberwochenende anlaufen. Im Graubünden siehts nicht viel anders aus. Flims-Laax hat bereits eröffnet – viele Pisten sind auch über 2000 Meter. Doch auch dort heisst es: «Nass-Schnee». In Klosters siehts nicht anders aus. Das Skigebiet hat erst 7 von 318 Pistenkilometer geöffnet. In Verbier im Wallis ist eine Piste dank künstlicher Beschneiung bereits befahrbar.Wochenende zu warmSF-Meteorologe Thomas Kleiber prognostizierte gegenüber Blick.ch ein – für Skifahrer – viel zu warmes Wochenende: Bis 2000 Meter herrschen immer noch Temperaturen bis 11 Grad. Es ist zu warm. Das sagt auch der Geschäftsführer vom Iglu-Dorf in
Davos, Jörn Grundmann: «Wir warten sehnsüchtig auf tiefere Temperaturen.» Das Iglu-Dorf steht noch lange nicht, zwei Drittel des Dorfes werden mit Kunstschnee erstellt.Auch die Reservationen für das Übernachten im Iglu-Dorf schneien erst spärlich herein. «Aber das ist jedes Jahr so», sagt Grundmann. «Kaum fällt der erste Schnee, kommen die Leute in winterliche Stimmung, dann gehts los.»Schneekanonen nützen nicht immerOhne künstliche Beschneiung geht je länger je weniger: In Graubünden werden zwischen 25 und 30 Prozent der Pisten künstlich beschneit, wie Marcus Gschwend, Geschäftsführer des Verbandes Bergbahnen Graubünden, auf Anfrage sagte. Im Gebiet Engelberg-Titlis sei es rund die Hälfte aller Pisten, sagte Sprecher Peter Reinle.Die Berner Oberländer Skistationen investierten im Sommer erneut in Bescheinungsanlagen. So können in Gstaad nun 64 Pistenkilometer künstlich beflockt werden, zwölf mehr als bisher. In der Jungfrauregion sind es bis zu 40 Prozent, in Adelboden-Lenk 60 Prozent der Hauptpisten.Und was bedeutet die Wirtschaftskrise?Für das Gelingen der Wintersaison braucht es nicht nur genügend Schnee, sondern auch Touristen. Ob die Wirtschaftskrise die Nachfrage negativ beeinflussen wird, lässt sich noch nicht abschätzen.Der touristische Dachverband Graubünden Ferien ist «zuversichtlich und vorsichtig optimistisch», wie Direktor Gaudenz Thoma erklärte. Die Lust auf Wintersport sei da, wie Rückmeldungen über Buchungen in Hotels zeigten.(SDA/snx/num)