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Die Experten rechnen für 2009 nur noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,1 Prozent, wie sie am Freitag bekannt gaben. Bislang hatten sie noch eine Expansionsrate von 0,9 Prozent erwartet. Für das laufende Jahr liessen sie ihre Prognose bei 1,6 Prozent.
Die Hoffnungen auf eine schnelle Wende der Schweizer Wirtschaft seien nicht länger aufrecht zu erhalten. In einem Umfeld von steigenden Risikoprämien und einem weltweitem Entschuldungsprozess dürfte die Schweizer Wirtschaft im Jahr 2009 kaum mehr wachsen, heisst es in der Mitteilung.
Es sei unwahrscheinlich, dass die Schweizer Wachstumsinsel dem Sturm an den Finanzmärkten und dessen Auswirkungen auf die Realwirtschaft standhalte.
Mindestens gefühlte Rezession
Die Schwäche der Schweizer Wirtschaft dürfte sich dabei auf breiter Ebene manifestieren, glauben die Bankökonomen. Nach dem rapiden Tempoverlust im laufendenen Jahr dürften alle Wachstumsmotoren der Schweizer Wirtschaft wie Privatkonsum, Ausrüstungsinvestitionen und der Aussensektor 2009 schwächer ausfallen.
Zwar sei es fraglich, ob die Konjunktur auch technisch gesehen in eine Rezession rutsche, die durch zwei Quartale mit sinkenden BIP-Raten hintereinander definiert wird. Doch angesichts des rapiden Tempoverlusts zurzeit dürfte sich der prognostizierte Wachstumseinbruch zumindest wie eine Rezession anfühlen, schrieben die UBS-Ökonomen.
Schwächste Phase seit langem
Sollte sich die jetzige Prognose bewahrheiten, würde es sich um einen der deutlichsten Rückgange der Wirtschaft seit längerer Zeit handeln, mit tiefen (oder sogar negativen) Wachstumsraten vom zweiten Halbjahr 2008 bis weit ins erste Halbjahr 2010. Das letzte Mal, dass die Schweiz eine solch lange Dauer von schwachem Wachstum erlebt habe, sei in den frühen 1990er Jahren gewesen.
Folglich prognostizieren die UBS-Ökonomen für das ganze Jahr 2010 lediglich BIP-Wachstum von 1,0 Prozent. Die Arbeitslosigkeit dürfte von den für das laufende Jahr erwarteten 2,5 Prozent bis 2010 auf 3,5 Prozent deutlich steigen.
Auf der anderen Seite dürfte die Konjunkturschwäche die Teuerung mildern. Die Inflation dürfte sich im nächsten Jahr auf 1,3 Prozent halbieren und im 2010 noch 1,6 Prozent betragen. Damit wird die Teuerung wieder unter die von der Nationalbank als Grenze der Preisstabilität betrachtete Marke von 2 Prozent fallen. (SDA)