Facebook out? Im Gegenteil! Die Plattform boomt in der Schweiz. Fast jeder Zweite hat einen Account. Besonders die Senioren legen beim Marktanteil zu.
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Fast jeder zweite Schweizer ist bei Facebook. Darunter immer mehr Senioren. (Reuters)
Von wegen Facebook ist out: In der Schweiz steigt die Zahl der neuen User weiter an. Bald hat jeder zweite Einwohner in der Schweiz ein Profil auf Facebook. Das zeigt eine bisher unveröffentlichte Auswertung der Agentur Social Media Schweiz.
In Zahlen: 2 881 620 Profile aus der Schweiz waren im August 2012 angemeldet, 213 460 mehr als im August 2011 – eine Zunahme von acht Prozent.
Und das, obwohl sich das sensationelle Wachstum von Facebook laut verschiedenen Medienberichten global abzuschwächen scheint. In Spitzenzeiten registrierte das weltweite soziale Netzwerk pro Monat rund 120 Millionen neue Nutzer. Im Frühjahr erlahmte das Interesse, es kam zu weniger Anmeldungen, in den USA sogar zu einer Welle von Abmeldungen.
Für die Schweiz jedoch gilt dieser Trend nicht. Laut neuesten Zahlen haben momentan 46,2 Prozent aller Schweizer zwischen 13 und 79 Jahren einen Facebook-Account, sind also über www.facebook.com erreichbar. 2011 waren es erst 41,3 Prozent.
«Damit ist die Mär vom Niedergang von Facebook, was die Nutzer in der Schweiz anbelangt, klar widerlegt», sagt der Social-Media-Experte Stefan Schär (46). Seine Agentur hat die Zahl der aktiven Facebook-Profile nach Jahrgängen mit den aktuellen Bevölkerungszahlen des Bundesamtes für Statistik verglichen.
Besonders auffällig ist, dass Facebook zunehmend auch für ältere Leute attraktiv ist. Die Zahl der neu angemeldeten Profile von Usern der Geburtsjahrgänge 1952 und älteren stieg im vergangenen Jahr stärker an als alle anderen: um 18,3 Prozent.
Auch die Jahrgänge 1963 bis 1972 legten um rund zwölf Prozent zu (s. Tab.). Viel stärker jedenfalls als Jugendliche und Kinder. «Bei den jüngeren Leuten haben eben die meisten schon ein Profil, daher verändert sich die Zuwachsrate auch weniger als bei älteren Jahrgängen», erklärt Stefan Schär.
Bei den jüngeren Nutzern beobachten Social-Media-Experten dagegen eine andere Veränderung. «Die jüngeren Jahrgänge steigen etwas später bei Facebook ein als noch vor einem Jahr», sagt Schär. Dazu muss man wissen, dass Facebook eine Teilnahme eigentlich erst ab 13 Jahren erlaubt. Es gab aber immer die Möglichkeit, beim Alter zu schummeln. Heute sind die meisten tatsächlich älter als 13 Jahre, wenn sie ihr erstes Facebook-Profil erstellen. «Wir vermuten, dass die Aufklärungsarbeit bei Eltern und Erziehungsberechtigten erste Erfolge zeigt und diese besser achtgeben, zu welchem Zeitpunkt sich ihre Kinder anmelden», so Schär.
Junge Leute unter 20 tummeln sich rund zwölf Stunden pro Woche in sozialen Netzwerken. Das ist doppelt so viel wie bei den 20- bis 29-Jährigen. Die über 30-Jährigen sind im Schnitt nur noch etwa vier Wochenstunden auf Facebook, Twitter, Xing und Co. Das ergab eine Umfrage von Social Media Schweiz bei rund 600 Personen im Raum Zürich.
Bei den Befragten liegen Facebook und Youtube in der Beliebtheit klar vorn. Twitter, Xing und LinkedIn werden deutlich weniger angeklickt.
Einen Einfluss auf die Nutzung dürfte auch die Art der Geräte haben, mit denen auf die verschiedenen Plattformen zugegriffen wird. Am häufigsten nutzen die Befragten inzwischen nicht etwa PC, Laptop oder Tablet-Computer, sondern loggen sich über das Smartphone ein.
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