Schweizer Reisebüros kommen verunsicherten Touristen entgegen Umbuchen wegen Terror gratis

Die Anschläge in Ägypten, Tunesien und der Türkei verursachen einen markanten Nachfragerückgang bei Schweizer Reisebüros. Wegen der Terrorgefahr sind Touristen verunsichert und halten sich bei den Buchungen in betroffene Destinationen zurück.

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Anschläge in der Türkei, Tunesien, Ägypten. Die Sicherheitslage in diesen Destinationen hat sich dramatisch verschlechtert – und jetzt auch die Buchungen.

«Wir bekommen aus Reisebüros die Meldung, dass sich viele verstärkt erkundigen, wie sicher ihr Reiseziel noch ist», sagt eine Tui-Suisse-Sprecheren. Einige Kunden fahren gar nicht mehr in bestimmte Regionen: Im Vergleich zum Vorjahr hat Tui Suisse 30 Prozent weniger Buchungen für Ägypten.

Den Türkei-Reisenden kommt Tui jetzt entgegen: «Wer eine Reise gebucht hat, ­erhält bis zum Abreisedatum am 18. Januar auf Wunsch den vollen Betrag zurückerstattet.»

Nicht so Kuoni: «Solange das EDA keine Reisewarnung publiziert, können Reisen in die Türkei nicht kostenlos annulliert werden», sagt Sprecher Marcel Schlatter auf Anfrage. «So oder so haben wir zurzeit kaum Gäste in Istanbul.»

Kuoni spürt vor allem, dass die Destinationen Ägypten und Tunesien «nachhaltig unter der instabilen politischen Situation und den Kriegswirren im Nahen Osten leiden». Wegen der Terrorgefahr sei zurzeit eine gewisse Zurückhaltung bei den Kunden zu spüren.

Denen kommt Kuoni auch entgegen: Wer Ferien im ägyptischen Hurghada mit Abreise bis Ende Januar gebucht hat, kann diese kostenlos annullieren oder umbuchen. In dem Ferienort verletzten letzte Woche zwei Angreifer drei Hotelgäste mit einem Messer.

Hotelplan habe ebenfalls auf die Terroranschläge in Hurghada reagiert, erklärt eine Sprecherin. Wer bis zum 31. Januar nach Hurghada abreist, muss für Annullierungen oder Um­buchungen keinen Franken bezahlen.

Die nordafrikanischen Länder Ägypten und Tunesien leiden seit dem Arabischen Frühling 2011 unter schlechteren Touristen-Zahlen. Die sich im letzten Jahr verschlechternde Sicherheitslage verschärft den Trend. Das wirkt sich auf die Geschäftsplanung aus. Hotelplan Schweiz hat nach einem «markanten Nachfragerückgang» im vergangenen Dezember entschieden, alle von Mitte Januar bis Mitte März ein Mal wöchentlich startenden Vollcharterflüge von Zürich nach Sharm el-Sheikh und Hurghada auszusetzen.

Hotelplan-Schweiz-Chef Kurt Eberhard spricht im Jahresbericht 2015 gar von einem Jahr, das vergleichbar sei mit 2001, als die Swissair groundete und New York vom Terror heimgesucht wurde. Die Passagierzahlen gingen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent zurück. Der Umsatz sank um fast acht Prozent auf 683,5 Millionen Franken.

Publiziert am 14.01.2016 | Aktualisiert am 14.01.2016
Als Sibel Satiroglu ein verdächtiges Klickgeräusch hörte, schrie sie: «Lauft weg!» Sie selber verletzte sich beim Anschlag an Fuss und Trommelfell (Bild links). Beim Attentäter soll es sich um den 28-jährigen Syrer Nabil Fadli handeln (Bild rechts).

Sie Heldin, er Attentäter

Istanbul – Das Attentat am Dienstag in Istanbul hat zehn Deutsche in den Tod gerissen. Möglicherweise wären es noch mehr gewesen, hätte die Reiseleiterin der deutschen Touristengruppe nicht sofort reagiert. Als Sibel Satiroglu ein verdächtiges Klickgeräusch hörte, schrie sie: «Lauft weg!» Sie selber verletzte sich beim Anschlag an Fuss und Trommelfell.

Beim Attentäter soll es sich um den 28-jährigen Syrer Nabil Fadli handeln, der als Flüchtling registriert war. Die türkische Polizei verhaftete gestern 13 mutmassliche IS-Anhänger, darunter drei Russen.

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Türkische Regierung macht IS verantwortlich Mindestens acht Deutsche sterben bei Anschlag in Istanbul

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2 Kommentare
  • Bea  Regler 14.01.2016
    Warungen der EDA sind abhänging von den "Beratungen" der Lobbyberatungsfirmen. Denke kaum dass das EDA wirklich selbst entscheided:
  • Horst  Schlemmer aus Einsiedeln
    14.01.2016
    Tui und kuoni sind deutsche reisebüros.
    Bei anderen schlagzeilen wird dies auch zig-fach erwähnt.
    Der fairness halber sollte das auch bei dieser "positiven" meldung gesagt werden.