Eilauftrag der deutschen Armee Schweizer Panzerwagen für Afghanistan

  • Publiziert: 15.04.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
play Einsatz in Afghanistan: Mowag-Panzerwagen «Eagle IV». (Screenshot: mowag.ch)

ST. GALLEN – Ganz dringend braucht die deutsche Armee neue Panzerwagen. Zum Schutz ihrer Soldaten in Afghanistan. Ein Schweizer Rüstungsbetrieb beschafft den Deutschen im Eilverfahren das Kriegsmaterial.

Deutschland ist im Krieg, sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vor einer Woche. In einem Hinterhalt waren erneut drei seiner Soldaten von den Taliban getötet wurde. Die verschlechterte Sicherheitslage und eine Aufstockung der Truppen haben zu Guttenberg nun gezwungen zu Handeln. Seine Streitkräfte brauchen ganz dringend gepanzerte Mannschaftswagen.

Das Schweizer Unternehmen Mowag, eine Tocher des amerikanischen Rüstungskonzerns General Dynamics, hilft jetzt den deutschen Soldaten in Afghanistan im Eilverfahren, wie die «Financial Times Deutschland» schreibt. 60 gepanzerte Fahrzeuge des Typs «Eagle IV» sollen baldmöglichst den Betrieb im thurgauischen Kreuzlingen Richtung Hindukusch verlassen.

Noch mehr Aufträge für Schweizer Firma

61,5 Millionen Euro dürfte die Mowag damit für ihre Fahrzeuge samt Waffenstationen, Störsender und Funktechnik einnehmen. Für 2011 ist die Bestellung weiterer 90 geschützter Fahrzeuge vom Typ Eagle IV geplant. Zu Guttenberg hatte angekündigt, in diesem Jahr 150 bis 200 neue gepanzerte Fahrzeuge nach Afghanistan zu schicken.

Mowag hatte schon im Jahr 2008 198 Panzerwagen nach Deutschland geliefert. Die Firma hatte ausserdem die Option auf den Verkauf von bis zu 454 weiteren Fahrzeugen. Eigentlich wollte Deutschland diesen Auftrag neu aussschreiben, damit auch deutsche Hersteller ein Konkurrenzangebot machen können. Die Ereignisse im Kriegsgebiet haben jetzt aber erneut für die Berücksichtigung des Schweizer Anbieters gesorgt. (bih)

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