Schweizer Fussball verliert an Glanz

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Andreas Kohli, CASHdaily

ZÜRICH – Tiefstlöhne für Nachwuchs-Kicker und gestandene Profis, die stempeln gehen müssen: Im Schweizer Fussball ist kein Geld mehr drin.

Nicht alle Fussballer sind Grossverdiener. «Es gibt Spieler in der Super League, die 60000 Franken im Jahr verdienen», sagt der Schweizer Branchenkenner Ilja Kaenzig, zuletzt Manager beim Bundesligaklub Hannover 96.

Den Durchschnittslohn schätzt er auf 150000 Franken. Für höhere Löhne sind die Budgets der Schweizer Klubs schlicht zu klein. «Wenn man Sport als Business betreiben will, braucht es auf operativer Ebene Profis», sagt Kaenzig. Die gebe es hier zu wenig.

Die Folge: Die Klubs setzen auf junge Nachwuchstalente, die nur 5000 Franken im Monat kosten. 32 der rund 220 Profis der Super League sind einen Tag vor Saisonstart noch ohne Vertrag. In der Challenge League ist gar jeder fünfte Spieler noch ohne Job. Die Kader sind aber praktisch komplett.

Die Swiss Association of Football Players (SAFP) vertritt die Interessen der Spieler und organisiert Trainings für Vertraglose, damit sie in Form bleiben. Präsident Lucien Valloni setzt sich auch für jene ein, die einen Job haben. Er fordert einen Mindestlohn. «6500 Franken pro Monat müssen drin liegen », sagt er. Nun verhandelt er mit dem Verband.

Die Grossverdiener der Super League kassieren bis zu einer halben Million Franken im Jahr, schätzt Kaenzig. Das wiederum ist gerade mal ein Siebtel dessen, was Alex Frei bei Dortmund verdient.

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Zu Besuch im Training auf www.cashdaily.ch
Marco Streller: Gehört zu den wenigen Grossverdienern.- Keystone

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