Schweizer entwickeln Wasserstoff in Kartuschen Sind Tankstellen bald Geschichte?

Eine Schweizer Firma stellt heute ihre Lösung zur Reduktion des CO2-Ausstosses im Verkehr vor: Wasserstoff in Kartuschen. Sie sollen fossile Brennstoffe und somit auch Tankstellen irgendwann überflüssig machen.

Sind Tankstellen bald Geschichte?

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Geht es nach der Genfer Firma Aaqius, dann gehören Tankstellen, wie wir sie heute kennen, der Vergangenheit an. Aaqius entwickelte dazu Kartuschen, die mit Wasserstoff gefüllt sind und in Fahrzeuge eingesetzt werden können.

Heute hat die Firma am Weltklimagipfel in Paris einen Motorroller und einen Hybrid-Sportwagen vorgestellt, die mithilfe von solchen Dosen fahren.

Verkaufsautomaten und Heimlieferservice

Das eigentlich Revolutionäre der Idee Namens «STOR-H» ist nicht der saubere Energie-Verbrauch, sondern der Vertrieb der Dosen. Heute müssen Autos an Tankstellen Schlange stehen.

Sie sind abhängig von einzelnen Standorten, an denen sie ihr Benzin kriegen. Für die Wasserstoff-Dosen soll es hingegen überall Verkaufsautomaten sowie einen Heimlieferservice geben.

Lancierung 2017

«Wir sind dafür im Gespräch mit möglichen Partnern», sagt Jean-Baptiste Dementhon (49), Vizepräsident von Aaqius. Sie zu nennen, dafür sei es noch zu früh. Doch sie befänden sich nicht in der Schweiz, so viel verrät er bereits.

Es seien aber nach wie vor alle Interessierten eingeladen, am Projekt mit zu wirken, so Dementhon. «Ich bin zuversichtlich, dass wir STOR-H im Jahr 2017 weltweit lancieren werden.»

Wasserstoff nicht immer lohnenswert

Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Idee für Thomas Sauter-Servaes, Leiter des ZHAW-Studiengangs Verkehrssysteme: «Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir auf fossile Brennstoffe verzichten.»

Wasserstoff sei aber nicht in jedem Fall lohnenswert, so der Forscher. «Das Ganze macht nur Sinn, wenn Wasserstoff zu Zeiten von Stromüberschuss aus der Windkraft oder Fotovoltaik produziert wird.»

Tankstellen mit breiterem Serviceangebot

Grundsätzlich seien batteriebetriebene Systeme im Vorteil, weil die Wasserstoffproduktion die Energieeffizienz stark reduziere. Trotzdem glaubt der Forscher, dass Tankstellen nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden werden.

«Sie werden zukünftig wohl einfach anders aussehen, weil sich ihr Serviceangebot verbreitern wird. Vielleicht vertreiben sie Wasserstoff und bieten Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge an statt Benzin zu verkaufen.»

Subventionen für fossile Brennstoffe als Hürde

Sauter-Servaes wagt heute keine Prognose, welche Alternative zum Benzin sich durchsetzen wird. «Massgeblich ist, ob die Alternativen im Wettbewerb bestehen können. Solange fossile Brennstoffe weiterhin so stark subventioniert werden wie heute, sehe ich dafür jedoch schwarz.»

Publiziert am 08.12.2015 | Aktualisiert am 08.12.2015
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12 Kommentare
  • Chrigel  Neff aus St. Gallen
    09.12.2015
    Das Problem beim flüssigen Wasserstoff ist, dass er sich verflüchtigt - es gibt bisher kein sinnvoll herzustellendes Material/Legierung/Behältnis, das Wasserstoff halten kann. Tankt man quasi das Fahrzeug und lässt es eine gewisse Zeit stehen, ist der Tank wieder leer. Damit dies nicht passiert - oder dieser Effekt nur schwach eintritt, muss Wasserstoff extrem abgekühlt werden - doch auch das ist eine Herausforderungen, die in kompakten Konstruktionen wie Autos oder Lastwagen unmöglich ist.
  • werner  widmer aus russikon
    09.12.2015
    Wieviel kWh enthält eine Kartusche von 10kg Gewicht. Alles andere ist nicht interessant. AKWs produzieren in ihrem gesamten Energiezyklus kein CO2.
    • Oliver  Oberholzer 09.12.2015
      ... aber strahlen noch in 100000 Jahren tödlich vor sich hin. Haben Sie vermutlich "vergessen" zu erwähnen.
  • John   Kling aus venosa
    09.12.2015
    Tankstellen werden NIE Geschichte sein, sie werden sich nur verändern.
  • Anna  Rusch 09.12.2015
    Supersache, dann sind Tamoil Ghaddafi und Socar Aserbeidschanischer Diktator! aus der Schweiz verschwunden!
  • Meyer  Roman aus Aarau
    09.12.2015
    Das ist Zukunft.
    Unsere Schweizer Firma Entwickelt diese Mobile Tankstelle. Super.
    In 20 Jahren ist das Normal, bis zu diesem Zeitpunkt sind alle soweit.
    Bis jetzt konnten Politiker und Oel Firmen das verhindern.
    In Asien Fahren seit 2 Jahren Wasserstoffauto von Toyota Mira mit Wasserstoff.