Schweizer Bergbahnen schlagen schon wieder auf: Skifahren wird unbezahlbar!

Immer mehr Skilifte verschwinden und werden durch teure Sesselanlagen ersetzt. Das schlägt aufs Portemonnaie der Schneesportler.

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Die Schweizer Bergbahnen stecken jedes Jahr Millionen von Franken in ihre Skigebiete. Die Investitionen berappen am Ende die Konsumenten – in Form von stetig steigenden Ticketpreisen.

14 der 20 wichtigsten Skigebiete schlagen zur Wintersaison 2014/15 entweder bei der Tageskarte oder der Sechs-Tages-Karte auf. Das zeigen die bereits publizierten Tarife (siehe Tabelle).

Das teuerste Skigebiet bleibt Zermatt VS. Dort steigt der Preis einer Tageskarte um vier Franken  auf neu stolze 79 Franken. «Das ist die erste Preiserhöhung seit vier Jahren», verteidigt sich Markus Hasler (54), Chef der Zermatt Bergbahnen.

Besseres Angebot, höhere Preise

«In den letzten vier Jahren haben wir über 92 Millionen Franken ins Transport- und Vergnügungsangebot investiert.» Um dem Rechnung zu tragen, erhöhe das Unternehmen nun die Preise.

Allein für die Erneuerung der Standseilbahn Sunnegga zahlte Zermatt zwölf Millionen Franken. Weitere Investitionen stehen an. Nächstes Jahr will Hasler den Skilift Hörnli durch eine moderne Sesselbahn ersetzen.

Neben Zermatt rüsten auch die übrigen Destinationen auf. Dieses Jahr nehmen laut dem Internetportal bergbahnen.org 14 Bahnanlagen neu den Betrieb auf. Für 2015 listet das vom Seilbahnliebhaber Felix Gross betriebene Portal bereits 30 Projekte in Planung auf. Zu den kostspieligsten zählt der Aus- und Neubau der Ski­arena Andermatt-Sedrun des ägyptischen Investors Samih Sawiris (57). Startschuss für das rund 200 Millionen Franken teure Mega-Projekt ist 2015.

«Viel neu gebaut wurde zuletzt in den 80er- und 90er-Jahren. Jetzt gibt es Nachholbedarf», sagt Tourismusexperte Urs Wagenseil. Viele Projekte sind denn auch Ersatzbauten.

Hohe Ansprüche der Kunden

Allerdings kosten sie einiges mehr als früher. «Treiber ist der Kunde mit seinen Bedürfnissen», sagt Wagenseil. Schlepplifte sind verpönt. Gefragt sind Sesselbahnen und Gondeln, wenn möglich mit Wetterhauben und Sitzheizung. Das geht ins Geld.

So wird Skifahren bald unerschwinglich für Normal-Verdiener! Die Bergbahnen wiegeln ab, verweisen auf Familien­rabatte und neue Preissysteme. Wer zum Beispiel die Tageskarte in Laax GR und Davos GR frühzeitig online bestellt, bekommt Rabatt.

Publiziert am 29.09.2014 | Aktualisiert am 29.09.2014
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  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    29.09.2014
    irgendeinmal schlägt der Kunde zurück - er kommt einfach nicht mehr, dann können die Profitbetreiber dem Rosten der Seilbahnen zusehen...
  • Roland  Mösl , via Facebook 29.09.2014
    Wohne nahe bei Salzburg, nächstes Skigebiet Dürnberg. Da kostet die Tageskarte 23 EUR.
  • Heinz  Knauser aus Bern
    29.09.2014
    Adee Winterurlaub.
    Früher sind wir immer zwei Wochen nach Arosa gefahren.
    Vor acht Jahren, hatten wir nicht einmal mehr die Ski Ausrüstung vom Urlab mit nach Hause genommen.
    Zum selben Preis,zwei Wochen Arosa, fliegen wir für sechs Wochen nach Thailand.
    Kein frieren, kein Koffer schleppen und keine abriss Preise.
    Da ist der Gast noch König.
    Bratwurst mit Rösti in Arosa, kostet Fr.20. und mehr.
    Welche Familie kann/ will sich das leisten.
    Dafür essen wir Langusten von feinsten in Thailan
  • Daniel  Hofmann aus Emmetten
    29.09.2014
    Es werden wieder mal Äpfel mit Birnen verglichen. Nur ein paar Gründe warum es in Österreich so "billig" ist: 1. Dumping-Löhne, 2. Lasche Vorschriften, 3. Staatliche Förderungen/Subventionen, 4. Allgemein geringere Kosten, 5. Zu tiefer Wechselkurs Euro schwach/Franken stark und vieles mehr. Wer dies unterstützen will - OK - aber hackt nicht auf dem Schweizer Tourismus herum!
  • Nils  Jenne aus Reinach
    29.09.2014
    Ein entscheidender Grund für die Preiserhöhungen sind auch die Bewilligungsverfahren des Bundes!!! Viele kleine Skigebiete mussten schliessen, weil sie kein Geld hatten für sinnlose Renovationen ihrer Lifte, welche heute noch immer fahren würden! In Frankreich, Italien und Österreich sind diese Bewilligungen nicht so streng!