Schweiz-Tourismus-Chef Jürg Schmid wehrt sich gegen Läster-Attacke: Ösis beleidigen Schweizer Ferienorte

Der Tourismus-Chef des Tiroler Skiegebiets Panznaun-Ischgl, Andreas Steibl lästert, dass die Schweizer unfreundlich seien. Nun schlägt der Schweiz-Tourismus-Chef Jürg Schmid zurück.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Robby Hinnen (20) ist der jüngste Baustellen-Chef der Schweiz Sein Leben...
2 Nach Ausfall bei Coop EC-Karten funktionieren wieder
3 Auch Schweizer Konzerne verlieren Brexit frisst 340 Milliarden weg

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
52 shares
87 Kommentare
Fehler
Melden

Andreas Steibl (48), Tourismus-Chef des Tiroler Skigebiets Paznaun-Ischgl, greift die Schweizer Konkurrenz frontal an. «Mit der Freundlichkeit habt ihr es nicht immer so», sagt er der «Zentralschweiz am Sonntag».

«Manchmal bekommt man den Eindruck, die Schweizer Wintersportorte hätten es am liebsten, wenn die Gäste das Geld überweisen und dann gar nicht anreisen.»

Begründen kann Steibl seinen Eindruck nicht. Fragen von BLICK liess er gestern unbeantwortet. Das letzte Mal sei er vor drei Jahren in der Schweiz gewesen, räumt er im Interview ein.

«Ein Akt der Unfreundlichkeit»

Für Jürg Schmid (52), Direktor von Schweiz Tourismus, ist der Angriff Steibls ein «Akt der Unfreundlichkeit». Es sei nicht gerade anständig, sich mit solchen Aussagen einen Konkurrenz­vorteil herausholen zu wollen.

Der Vorwurf sei ein altes Klischee. Die Schweizer seien nicht unfreundlicher als die Österreicher, einfach anders: «Wir sind kantiger, direkter, aber in jedem Moment zuverlässig und kompetent.»

Sauer ist auch Art Furrer (77), Hotelier auf der Riederalp VS. «Steibl ist nicht glaubwürdig. Jeder Tourismusdirektor sagt nur das Beste über seinen Ort.» Die Freundlichkeit sei schon immer ein Thema ge­wesen, aber von unseren Nachbarn einfach falsch interpretiert worden.

«Die Österreicher sind eben sehr schmalzig. Wir hingegen waren Fremden gegenüber stets skeptischer. Manche Bergler tauen erst auf, wenn sie den Gast besser kennen. Dafür ist unsere Freundlichkeit ehrlicher.»

Und was sagen die Gäste? In der Umfrage «Best Ski Resort 2014» wurden letzten Winter 48 000 Wintersportler in den fünf Alpenländern befragt. Die Schweiz ist auf Platz 1 vor Italien, Österreich, Frankreich und Deutschland.

Zermatt führt Ranking an

Fünf Schweizer Orte finden sich in den Top 10 der Skigebiete. An der Spitze ist Zermatt VS. Doch in der Kategorie Freundlichkeit findet sich kein Schweizer Resort unter den ersten fünf.

Auch wenn die Gastfreundschaft nicht oberste Prioriät hat – der Bündner Tourismusdirektor Gaudenz Thoma vermutet, dass die Österreicher immer wieder gerne den Finger auf den wunden Punkt legen: «Es herrscht eben ein grosser Konkurrenzkampf.»

Die Betreiber der Skigebiete haben es schwer. Erst am Freitag kritisierte die US-Botschafterin Suzi LeVine (42) das «ineffiziente Gedränge» an den Skiliften in Adelboden BE (BLICK berichtete).

Jürg Schmid antwortete ihr sogleich auf Twitter: «Das war der belebteste Tag der Saison. Der Rest des Winters wird anders. Probieren Sie es aus.»

Publiziert am 05.01.2015 | Aktualisiert am 05.01.2015

Was meinen Sie?

Wie gastfreundlich sind Schweizer Skigebiete? Welche Erfahrungen haben Sie über die Feiertage gemacht? Schicken Sie uns Ihre Kommentare und Fotos! MMS an 8989 oder Mail an 8989@blick.ch

teilen
teilen
52 shares
87 Kommentare
Fehler
Melden

87 Kommentare
  • Jürgen  Rammerstorfer 05.01.2015
    Warum fühlt sich Herr Schmid denn so beleidigt? Verschliesst er beide Augen vor der Realität? Wenn man nach 20 Minuten in einem Restaurant noch nicht mal ein Getränk bestellen konnte oder nach über einer Stunde das bestellte Essen nicht auf dem Tisch hat, wir man den Eindruck nicht los, als Gast nur geduldet zu sein... Und man wird nie mehr an diese Orte zurückkehren!
    Natürlich gibt es auch andere Beispiele, doch diese werden leider immer weniger, was wohl mit dem Generationenwechsel zu tun hat
  • Josef  Frontul 05.01.2015
    Wenn schon: Ein "Ösi" beleidigt und nicht alle "Ösis".

    "Ösi" btw wird von einigen "Ösis" als beleidigend empfunden.
  • Range  Rolph , via Facebook 05.01.2015
    Er hat mit seiner Kritik völlig recht. Zudem sind wir Schweizer uns zu schade den in- und ausländischen Gast persönlich zu betreuen. Wir lassen dies mehr und mehr Bulgaren, Ungaren, Slowenen, Tschechen etc. tun.
    Wir buchen deshalb, in der Schweiz, konsequent nur noch Ferienwohnungen und bekochen und verwöhnen uns selbst. Wenn wir das dann nicht wollen gehen wir nach ÖSTERREICH
  • felice  locher aus Erstfeld
    05.01.2015
    Freundlichkeit: Im Winter arbeite ich an diversen Bahnen im Skigebiet und begrüsse meine Gäste immer wieder.
    Wieviele grüssen zurück? Sehr wenige, die meisten schauen weg, damit sie nichts sagen müssen.
    Unsere Gäste dürfen ohne weiteres freundlicher sein und unseren Gruss auch erwidern.
    Im Ausland seien alle Angestellten freundlicher, sagt man. Sind wir denn als Gäste im Ausland freundlicher, damit diese Aussage stimmt?
    Es sind meine Empfindungen, die ich hier mitteilen will.
  • Christian  Dürig aus Bern
    05.01.2015
    Die Obstreicher sind bloss neidisch über unseren Schweizer Schnee aus den Schweizer Bergen, ein echtes Schweizer Produkt. Mit Schweizer Strom, produziert mit Schweizer Wasser aus den Schweizer Wasser Kraftwerken, werden die Personen in der Schweiz auf die Schweizer Berge transportiert, und dies mit Schweizer Präzision.
    Nun wissen Sie, weshalb die Schweiz immer noch billiger ist. Sie zahlen mit Schweizer Franken und nicht mit ... Euros !
    Echtes Geld existiert nur in der Schweiz !