«Schurkenstaaten»: Auch CS steigt aus

  • Aktualisiert am 03.01.2012

ZÜRICH – Jetzt kehrt sich auch die zweite Schweizer Grossbank von den «Schurkenstaaten» Iran, Syrien und Nordkorea ab.

Betroffen ist im Falle der Credit Suisse (CS) aber nur das Neugeschäft mit Kunden aus diesen Ländern, wie das Unternehmen heute mitteilte.

Noch gestern hatte sich die Credit Suisse zurückhaltend zu den von der UBS aufgelösten Geschäfte mit Kunden im Iran und teilweise auch in Syrien geäussert. Man betrachte die politischen Entwicklungen um den Iran intensiv und mit wachsender Sorge, hatte CS-Sprecher Georg Söntgerath gesagt. Nun ist aus der Sorge auch beim zweitgrössten Schweizer Bankenkonzern ein Beschluss geworden. Ab sofort macht die Credit Suisse keine Geschäfte mehr mit Kunden in Iran, in Syrien und in Nordkorea.

Begründet wird die Massnahme mit der allgemeinen geopolitischen Lage und mit Risikoüberlegungen. Söntgerath sprach von sehr sensitiven Ländern. Die Beschlüsse zum Abbruch der Geschäftsbeziehungen mit jenen Ländern, die von den USA als «Schurkenstaaten» angeprangert werden, sind bei UBS und CS allerdings nicht identisch. So sind die bestehenden Kundenbeziehungen bei der Credit Suisse vom Bann vorerst nicht betroffen. Es würden keine Kunden aufgefordert, ihre Depots aufzulösen, sagte der CS-Sprecher.

Das Bekanntmachen der internen Entscheidungen über den Abbruch von Geschäftsbeziehungen in gewissen Ländern kommt einem radikalen Kurswechsel in der Öffentlichkeitsarbeit der Grossbanken gleich. Noch vor wenigen Monaten verweigerten sie jede Auskunft zum Geschäft mit Syrien, obwohl die Guthaben aus diesem Land bei den Banken in der Schweiz bereits im Jahre 2004 um 5,5 Milliarden Franken oder 39 Prozent gesunken waren.

Auf dem Finanzplatz geht man davon aus, dass die beiden Grossbanken nicht zuletzt aus Rücksicht auf ihren Ruf die übliche Diskretion abgelegt haben. Beide sind stark in den USA verankert und könnten dort auch unter behördlichen Druck geraten, wenn das Geschäft mit Ländern auf «Achse des Bösen» unbesehen fortgesetzt wird.

Nimmt keine neuen Kunden aus Iran, Syrien und Nordkorea unter Vertrag: Credit Suisse.- Keystone

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