UBS-Debakel trifft Pensionskassen Schon 2,6 Milliarden Franken futsch!

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Daniel Meier
Die Aktie der Grossbank UBS hat seit dem Höchstkurs Anfang Juni rund 33 Prozent verloren.- Reuters

ZÜRICH – Selber schuld, wer UBS-Aktien hat? Zu früh gefreut! Ziemlich sicher hat Ihre Pensionskasse Titel der Grossbank im Depot. Und damit verlieren auch Sie Geld.

Eine Aktie im freien Fall. Gestern ging es wieder 3,7 Prozent abwärts. Jetzt kann man eine UBS-Aktie für weniger als 55 Franken haben. Aber wer will das schon.

Schuld ist die Immokrise in den USA. Täglich hört man von neuen Milliardenverlusten bei Banken. Das verscheucht die Anleger.

Seit dem Höchststand im Juni ist der UBS-Aktienkurs um fast ein Drittel eingesackt. 167 Milliarden war die stolze Bank wert. Nur fünf Monate später sind es 53 Milliarden weniger. Eine gewaltige Wertvernichtung. Betroffen sind nicht nur ein paar Manager, die um ihre Boni fürchten. Der Schaden geht weit darüber hinaus. Denn zu den grössten Aktionären zählen die Pensionskassen. Genaue Zahlen sind nicht erhältlich. Berechnungen von BLICK zeigen, wie stark der Einfluss ist.

Die Schweizer Pensionskassen verwalten 650 Milliarden Franken. Etwa 13 Prozent dieser Summe sind in Schweizer Aktien investiert, und davon der grösste Teil in die 25 Konzerne des Swiss Market Index SMI.

Das Problem: Innerhalb des SMI ist die UBS einer der grössten Brocken. Und weil sich die Pensionskassen am SMI orientieren, haben sie besonders viele UBS-Aktien gekauft. Laut Schätzungen besitzen sie gegen 5 Prozent der Grossbank.

Durch dieses Klumpenrisiko gehen auch 5 Prozent der Wertvernichtung zulasten der Pensionskassen. Konkret: Seit Anfang Juni sind 2,6 Milliarden weggeschmolzen. Bezogen auf das PK-Vermögen von 650 Milliarden entspricht das einer Wertminderung von 0,4 Prozent.

Das Geld ist nicht weg. Die Aktie könnte sich wieder erholen. Dass dies rasch geschieht, scheint aber wenig
wahrscheinlich. Weil die Krise in den USA längst nicht ausgestanden ist.

Deshalb müssen die Versicherten darauf hoffen, dass andere Aktien und Obligationen im Wert steigen. Allerdings lässt sich schon jetzt sagen: Das gute Vorjahresergebnis werden die Pensionskassen verfehlen. 2006 erreichten sie ein Plus von 6,9 Prozent. Ende September 2007 lag man bei 3,1% – aber das war noch vor dem letzten Kurssturz.

Der Pensionskassenverband Asip sieht keine ernsthafte Bedrohung. Doch Direktor Hanspeter Konrad bestätigt: «Wenn sich eine Aktie wie UBS negativ entwickelt, kann sich das wegen der teilweise hohen Gewichtung im Deckungsgrad der Pensionskassen niederschlagen.»

Top 3

1 Risse bei A380, kaputter Dreamliner Brechen unsere Super-Flieger...bullet
2 Steuerstreit Die UBS rückte Daten der Konkurrenz rausbullet
3 Fussball-Ranking Real Madrid kickt Rekord-Umsatz von 479,5 Mio. Euro...bullet

Wirtschaft