Schock! Bis Weihnachten 10'000 weitere Jobs weg

Der starke Franken hat schon Tausende Stellen gekillt. Bis Weihnachten nochmals 10'000 Jobs weg. Es trifft auch Gutqualifizierte.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Suizid! Ex-Zurich-CEO Martin Senn (†59) ist tot
2 Kritik am Buchungssystem Swiss hat Puff bei Reservationen
3 Denner lanciert Mini-Discounter für Alkohol, Tabak und Aktionen ...

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
117 shares
97 Kommentare
Fehler
Melden

Lange war es ruhig, doch jetzt hinterlässt der starke Franken heftige Erschütterungen auf dem Arbeitsmarkt. Vergangene Woche schockten gleich zwei Schweizer Unternehmen die Öffentlichkeit mit Stellenabbau. So werden etwa beim Spinnmaschinen-Hersteller Rieter in Winterthur ZH 150 der 855 Stellen und 59 temporäre Arbeitsplätze gestrichen. Und bei der Grossbank Credit Suisse fallen über die nächsten drei Jahre hierzulande 1600 Stellen den Sparmassnahmen zum Opfer. Laut Experten ist dies erst die Spitze des Eisbergs.

Hier die fünf harten Fakten zum starken Franken:

1. Weitere 10'000 Stellen bis Ende Jahr weg!

«Jetzt befinden wir uns in der schlimmen Phase. In den nächsten Wochen dürften noch einige Firmen den Abbau von Jobs bekannt geben», sagt Michael Siegenthaler (29), Arbeitsmarkt­experte bei der Konjunkturforschungsstelle der (KOF) ETH Zürich. Daniel Lampart (47), Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, bestätigt: «Wir wissen von vielen grossen und bekannten Unternehmen, die demnächst Personal abbauen werden.» Er rechnet damit, dass bis Ende Jahr noch weitere 10'000 Stellen in der Industrie abgebaut werden. Laut dem Präsidenten des Arbeitgeberverbandes, Valentin Vogt (55), fordert der starke Franken dieses Jahr insgesamt bis zu 20'000 Jobs. «Massnahmen, wie sie jüngst die Credit Suisse getroffen hat, die wenig mit dem starken Franken zu tun haben, sind darin nicht miteinberechnet», so Vogt.

2. Unternehmen reagieren verzögert – Abbau folgt erst jetzt!

Bis jetzt hat sich der Frankenschock auf dem Arbeitsmarkt nur begrenzt bemerkbar gemacht. Im dritten Quartal ist die Zahl der beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gemeldeten offenen Stellen im Vergleich zum ersten und zweiten Quartal gar gestiegen. Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer (56) sagt, die Firmen hätten sich nach der Auf­hebung der Euro-Mindestgrenze zuerst mit der neuen Realität auseinandersetzen müssen und zunächst kurzfristige Massnahmen wie Arbeitszeitverlängerungen oder Kurzarbeit ergriffen. Erst dann hätten konkrete Pläne erarbeitet und umgesetzt werden können. «Deshalb erleben wir verzögert, was der starke Franken bedeutet: Stellenstreichungen und Auslagerungen ins Ausland», sagt Karrer. Verglichen mit dem Vorjahr nahm die Zahl der verfügbaren Stellen zwischen Januar und September im Schnitt um 21 Prozent ab.

3. Maschinenindustrie trifft es besonders hart!

«Der starke Franken hinterlässt in allen Branchen Spuren», sagt KOF-Arbeitsmarktexperte Michael Siegenthaler. Firmen, die viel exportieren, aber wenig importieren, hätten nun ein Kostenproblem. So etwa die Maschinenindustrie: Laut Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt rechnet rund ein Drittel der Unternehmen dieses Jahr mit roten Zahlen – obwohl viele volle Auftragsbücher haben. Aber: Die Margen sinken, weil die Kunden in Euro bezahlen. Schon in der Vergangenheit erzielten viele Betriebe auf Ebit-Stufe (vor Zinsen und Steuern) nur eine Marge von drei bis vier Prozent. «Mit der Frankenaufwertung bleibt von dieser Marge praktisch nichts mehr übrig», sagt Vogt. Einige Unternehmen würden gar in die Verlustzone rutschen.

4. Der Jobabbau trifft auch gut qualifizierte Angestellte!

Laut Vogt und Karrer wandern vermehrt auch Stellen im kaufmännischen Bereich, bei Personal-, Finanz- und Beschaffungswesen oder Informatik ins Ausland ab. Diese Jobs werden beispielsweise nach Osteu­ropa verlagert. «Es gibt einige Orte in Osteuropa, wo auch Deutsch gesprochen wird», sagt Vogt.

5. Arbeitslosen­quote steigt!

Im September betrug die Arbeitslosenquote laut Seco 3,2 Prozent. Bis Ende Jahr rechnet Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt mit einer Quote zwischen 3,5 und 3,8 Prozent.

Publiziert am 25.10.2015 | Aktualisiert am 25.10.2015
teilen
teilen
117 shares
97 Kommentare
Fehler
Melden

«20'000 Stellen gehen verloren»

Laut dem Präsidenten des Arbeitgeberverbandes, Valentin Vogt (55), hilft Kurzarbeit in den meisten Fällen nicht gegen den starken Franken. «Viele Unternehmen haben noch immer volle Auftragsbücher», sagt er. Aufgrund der Frankenaufwertung seien aber die Margen stark gesunken. «Bei der Annahme von Aufträgen werden die Unternehmen deshalb selektiver». Vogt fordert die Politik auf, jetzt zu handeln: «Etwa die Mehrwertsteuer muss vereinfacht werden.» Es brauche einen Einheitssatz. «Das heutige System ist viel zu kompliziert», kritisiert er.

«Die Lage ist sehr ernst»

Der Präsident von Economiesuisse, Heinz Karrer (56), zeigt sich besorgt über die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt. Bis heute seien schon mehrere Tausend Stellen in der Schweiz abgeschafft oder ins Ausland verlagert worden, sagt er. «Viele werden aber gar nicht publik, wenn es oftmals nur wenige Stellen betrifft.» Von der Politik erhofft er sich nun Rückendeckung. «Den starken Franken können wir nicht ändern. Aber wir können uns für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen einsetzen.»

TOP-VIDEOS

97 Kommentare
  • Michel  Wagner aus Ebikon
    26.10.2015
    Masseneinwanderung stoppen und Inländervorang!
    Hier muss endlich die Wirtschaft in die Pflicht genommen werden!
    Meine Meinung.
  • Kurt  Zimmermann aus Glattbrugg
    26.10.2015
    Die Wahlen sind vorbei. Nochmehr Personen SVP wählen mehr Stellenlose Schweizer. Fragen???????
  • Mike  Wisler aus cham
    26.10.2015
    Das ist doch Augenwischerei. Da werden innert ein zwei Jahre bestimmt 100000 und mehr Arbeitsplätze abgebaut. Da wir immer schöngeredet dami die NSB in eunem guten Licht dasteht, deren Aufgabe ES WÄRE dafür zu sorgen das es der CH Wirtschaft und Bevölkerung gut geht.
  • Anton  Wüthrich 26.10.2015
    Alles Kaffeesatz-Leser, Schwarzmalerei und Angstmacherei pur, kann ich auch vorhersagen, da nun, je nach Winter/Kälteeinbruch alle Jahre die Arbeitslosigkeit gegen Ende Jahr steigt, Alle Gewerbe, welche von Hoch - oder Tiefbau abhängig sind und das sind viele, viele, bei den Banken habe ich kein Bedauern, wenn dort gemistet wird.
    • süleyman  kovanci 26.10.2015
      Wo leben sie Hr. wüthrich ?? Auf hawaii ?? In meiner umgebung haben bis jetzt 7 kollegen ihre stelle verloren wegen dem starken franken !
  • Heidi  Engel , via Facebook 26.10.2015
    Alles Unwarheiten!!!!
    Es gibt Firmen wo vom "angeblich" starken Franken auch noch Nutzen ziehen draus!!!!
    Habe dieses Gejammer wiviele Kommentarschreiber hier, auch satt!!
    Überall werden 1000ende von Jobs Gestrichen, und trotzdem kommen diese Jammeris nicht Vorwärts!!!!!!!