Schluss mit Blasen nach dem Marsch Kampfstiefel 90 muss abtreten

BERN - Das wird Tausende von Soldaten freuen: Bald ist Schluss mit dem alten Kampfstiefel. Der Nachfolger soll leichter und bequemer sein. Noch einmal investiert das VBS aber Millionen in den Klassiker.

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Trauern Sie dem Kampfstiefel nach?

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Generationen von Soldaten kennen ihn, den Kampfstiefel 90. Sie haben ihn gehasst. Im besten Fall hatten sie nach der ersten Woche der Rekrutenschule nur ein paar Blasen. Nach längeren Märschen sorgte er aber auch schon einmal für blutende Zehen.

Fundament der Soldatenausrüstung: Kampfstiefel 90. play
Fundament der Soldatenausrüstung: Kampfstiefel 90. Keystone

Und doch, nach Ende der Dienstpflicht behalten ihn die meisten Soldaten. Tragen ihn beim Rasenmähen. Oder auf Wanderungen über Stock und Stein. All die Erlebnisse mit dem Stiefel verbinden eben doch und schaffen eine Art Hassliebe.

Schuhcreme für zwei Millionen Franken 

Nun schaut sich VBS-Chef Guy Parmelin (57) nach einem neuen Modell um, wie die «Handelszeitung» schreibt. Kein Wunder, das Modell, mittlerweile über 600’000-mal hergestellt, wurde anfangs der 1990er-Jahre entwickelt. Und basiert auf einer Passform aus den Fünfzigern. Die Anforderungen an einen modernen Schuh erfülle er nur noch bedingt, heisst es deshalb aus Bern.

Ab 2020 sollen die Armeeangehörigen erlöst werden. Neue Stiefel sollen es richten. Sie sind leichter und bequemer. Damit der Kampfstiefel 90 bis zu seiner Ausmusterung aber noch schön geschmeidig bleibt, nimmt das VBS noch einmal zwei Millionen Franken in die Hand, wie die «Handelszeitung» weiss. Damit wird Schuhcreme gekauft.

Publiziert am 10.11.2016 | Aktualisiert am 17.11.2016
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39 Kommentare
  • Nicolas  Hunziker 11.11.2016
    Ach kommt, der Schuh ist in Ordnung und wenn man sich die Zeit nimmt ihn einigermassen einzulaufen sollte man auch keine gröberen Probleme damit haben. Aber er ist kein Heiligtum. Verglichen mit ähnlichen Schuhmodellen ist er doch arg veraltet. Ein zeitgemässes Modell dürfte im Übrigen kaum teurer ausfallen.
  • Bruno  Waldvogel aus Interlaken
    11.11.2016
    Pure Geldverschwendung.
    Hatte während meiner ganzen militärischen Karriere keine einzige "Blattere".Und jetzt soll das ein neues Stiefelchen für die Memmen verhindern?
    Hatte persönlich keine KS,sondern ganz normale MS.
    Tip:NIE mit frischen Socken in die Schuhe schlüpfen.
    Können ja am Samstagabend und am Sonntag getragen werden.
    Ist sicher auch für die Freundinnen sehr intressant.
  • Rico  Blaser , via Facebook 11.11.2016
    Tja, wir sind ein Jahr vor der RS mit dem DB ins Zeughaus haben uns die Ordonnanz Marschschuhe abgeholt und haben die Dinger eingelaufen. Wir hatten Bündner in der Einheit, die gleich nach dem Einrücken zum ersten Mal eine neue Sohle bekommen haben, weil sie so viel mit gelaufen sind. 92 haben wir die Kampfstiefel bekommen und bis 96 haben wir Gamaschen gefasst, damit die alten Krieger, die bei ihre O-Schuhe bequemer fanden auch noch nett angezogen waren. Aber wir hatten auch keine Rollkoffer.
  • Thomas  Schneider 11.11.2016
    Nach 20 Jahren im Keller ist die Sohle abgefallen. Schade. Ich fand die Kampfstiefel immer sehr praktisch fürs Gelände.
  • Thomas  Maeder 10.11.2016
    Der KS90 war weder Fisch noch Vogel. Fürs Gebirge zu weich, fürs Flachland zu klobig, Schweiss sammelt sich innen, ausserdem lässt der Schuh an den vielen Nähten gerne Wasser rein, was man nur durch Unmengen Schuhwichse vermeiden kann. Für die genauso nutzlosen Schalenschuhe 90 hat man ja schon seit bald zehn Jahren einen zeitgemässen Ersatz gefunden, nur Militärromantiker werden den KS90 vermissen, wenn er auch mal endlich das zeitliche segnet.