Schiefe Töne bei der Militärmusik Schweizerpsalm mit ausländischem Klang

Schweizer Rekruten spielen auf ausländischen Blasinstrumenten. In den Ohren bürgerlicher Politiker klingt das gar nicht gut.

Schweizer Militärmusik: Schiefe Töne mit ausländischen Instrumenten play
Ein Schweizer Militärspiel am Basel Tattoo im Juli 2009. (KEYSTONE/Georgios Kefalas) GEORGIOS KEFALAS

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Wenn Militärmusiken zur Nationalhymne ansetzen, kommt der Schweizerspalm aus dem Ausland. Denn bei der Neubeschaffung von Blasinstrumenten für das Schweizer Militärspiel werden seit Jahren keine inländischen Instrumentenbauer berücksichtigt

Nicht etwa, weil es den einheimischen Instrumenten an Qualität mangeln würde. Der Grund für die «Ausländervorrang» ist vielmehr der Preis: Schweizer Trompeten sind bis zu 15 Prozent teurer als etwa amerikanische Instrumente.

Damit sind die hiesigen Anbieter aus dem Rennen, denn laut Gesetz muss die wirtschaftlich günstigste Option gewählt werden.

Trompeten als sicherheitspolitisches Thema

Dieser Missklang beschäftigt nun auch das Parlament in Bern. Der St. Galler CVP-Nationalrat Jakob Büchler hat den Instrumenten-Import in der Sicherheitspolitischen Kommission thematisiert – und «volle Unterstützung von seinen Kommissionskollegen erhalten, wie er gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» sagte. «Viele wussten gar nicht, dass in dieser Beziehung ein Missstand herrscht.»

Büchler hat wegen der Benachteiligung der Schweizer Trompeten auch Armasuisse angefragt, die zuständige Rüstungsbeschafferin des Bundes. Die Antwort habe ihn nicht befriedigt: «Ich werde dieser Sache in der nächsten Sitzung Anfang November nochmals nachgehen.»

Pro Jahr 200 Instrumente

Die Instrumentenbauer dürfte das freuen, denn der Auftrag ist nicht ohne: Pro Jahr benötigt das Schweizer Militär rund 200 neue Instrumente – weil so viele neue Rekruten für das Militärspiel ausgehoben werden. (sf)

Publiziert am 02.11.2016 | Aktualisiert am 02.11.2016
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13 Kommentare
  • Roli  Heller 02.11.2016
    Schweizer Fabrikate sind einfach grottenschlecht. Als ehem. Trompeter im Inf Rgt 26 weiss ich das aus erster Hand. Nicht jammern, sondern Qualitaet liefern. Aber unsere Politiker sind ja auch grottenschlecht ...
    • Christian  Lemp 02.11.2016
      So ist es, früher hatte die eine Firma aus Sumisw sehr gute Tuben gebaut, aber die Armee Tuben hatten eine sehr schlechte Stimmung. Die andere Firma baut sehr gute Instrumente sind aber bei einem Preis angelangt wo man bald zwei ausländische hervorragende Instrumente kauft. Ich spiele auch nicht auf Schweizer Instrumente, entweder Deutsche oder Tschechische Profimodelle, wegen eigener Erfahrung. Hier wird politisch wieder etwas versucht dem Bürger den Import zu verteuern und nicht nur der Armee!
  • John   Kling aus venosa
    02.11.2016
    Bei SCHWEIZER Firmen wundert mich nichts mehr! lieber Jammern, als einen sicheren STAMMKUNDEN zu gewinnen.
    Unseren Firmen, geht es SCHEINBAR, immer noch zu gut.
    SWISSNESS und eine wenig mehr Toleranz! beiderseits, würde gut tun.
  • H.  W. 02.11.2016
    Gute Trompeten kauf man bei Spiri oder Spada. Der schweizerische Mehrpreis liegt hier klar in der Qualität und top Beratung, wenn es mal etwas Spezielles sein muss. Da können die auslädischen Mitbewerber qualitativ nicht mithalten.
    • peter  Schaad 02.11.2016
      Ja, die tolle Qualität kriegt man z.B. bei Spiri oder Spada. Aber auch die Verkaufen nun mal Instrumente die vorwiegend aus dem Ausland stammen. Wer denn ist in der Schweiz tatsächlich ein toller Instrumentenbauer, der vom Preis her auch nur einigermassen mithalten könnte? Es kommt mir keiner in den Sinn. Dass dann Spada seine phänomenalen Änderungen anbringen kann hat damit ja auch nichts zu tun.
    • Roman  Horn 02.11.2016
      Ich als Trompeter (sowohl Klassisch als auch Jazz) bin begeistert von den Instrumenten von Spada und Spiri. Nur habe ich meine Zweifel, ob die beiden Betriebe (im Übrigen fallen mir da noch weitere ein) genügend Kapazität haben, um jährlich die schweizer Militärmusik komplett mit Trompeten und kleinem Blech auszurüsten. Bei beiden Betrieben. ist die Wartezeit für ein Instrument lang.
  • Markus  Mann 02.11.2016
    Die Uniformen werden im Ausland eingekauft. Die heimische Textilindustrie und Heimarbeitenden haben ihre Aufträge verloren. Dort hat es auch niemanden gestört. Also die Militärmusik spielt mit ausländischen Uniformen auf ausländischen Instrumenten. Wann erkennen wir, die Schweiz ist nicht auf die Nationalgrenzen zu beschränken. Das nächste Armeegewehr kommt sicher aus dem Ausland, da diese Industrie verlagert wurde. Also wegen Instrumenten bitte keine Truppen an die Grenzen.
  • Fritz  Frigorr 02.11.2016
    Wer sich ein bisschen mit Musikinstrumenten auskennt, der weiss, wo die besten Instrumentenbauer für das jeweilige Register auf dieser Welt sind. Da macht es eben Sinn, beim Besten zu kaufen. Dies hat wohl nicht nur mit dem Preis, eher mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis zu tun.