Rüstungskonzern gründet Firma im Nahen Osten Ruag expandiert in Kriegsgebiete

BERN - Der Schweizer Rüstungsbetrieb will seine Kunden im arabischen Raum künftig von den Emiraten aus bedienen. Zudem baut die Ruag-Tochter in Abu Dhabi Simulatoren für die Armee der Emirate. Politiker kritisieren diese Strategie scharf.

Der Schweizer Rüstungskonzern Ruag baut sich ein Standbein im Nahen Osten auf. play
Der Schweizer Rüstungskonzern Ruag baut sich ein Standbein im Nahen Osten auf. Keystone

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Dieser Deal hat grosse Sprengkraft. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Rüstungskonzern Ruag baut in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Tochterfirma auf, wie die Sonntagszeitung berichtet. Die Ruag Simulation Company LCC hat ihren Sitz in der Hauptstadt Abu Dhabi.

Das ist insofern heikel, weil die Emirate in den Jemenkrieg verwickelt sind und in der Vergangenheit Ruag-Handgranaten illegal weitergaben, die später in Syrien eingesetzt wurden. Gebaut werden militärische Simulatoren für die Streitkräfte der Emirate. Ruag-Chef Urs Breitmeier verspricht: «Wir machen in Abu Dhabi nur, was wir auch nach Schweizer Gesetzgebung exportieren dürfen.»

«Es ist uns eine Ehre»

Laut der Sonntagszeitung arbeiten derzeit vier Angestellte für die Ruag-Tochter. Ein Ausbau auf 15 Personen ist für 2017 vorgesehen. Ihre Aufgabe: Sie sollen Ruag-Waffensysteme im arabischen Raum verkaufen. «Unseren geschätzten Kunden im Nahen Osten verpflichtet. Es ist uns eine Ehre, hier zu sein», wirbt die Ruag in Zeitungsanzeigen.

Die Gründung der Tochtergesellschaft im Nahen Osten kommt bei Schweizer Politikern gar nicht gut an. CVP-Aussenpolitikerin Kathy Riklin hält das Vorgehen der Ruag für «problematisch». Balthasar Glättli, Nationalrat der Grünen, findet es «unerträglich», dass der Staatsbetrieb in ein Land expandiert, das Krieg führt. (pbe)

Publiziert am 04.12.2016 | Aktualisiert am 05.12.2016
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9 Kommentare
  • olivia  meierhans 04.12.2016
    Ich bin ja wirklich NIE einer Meinung mit Glättli etc, aber was hier läuft, geht ja gar nicht!! Alles nur Trickserei. Wenn dann die Waren in den Emiraten hergestellt werden, ist kein "Made in Switzerland" mehr ersichtlich und schon sind wir aus dem Schneider, falls wieder mal in Syrien derartige Waffen gefunden werden. Und man rate mal wem die RUAG gehört?....Richtig: Dem Bund, 100-prozentiger Besitzer der Ruag Holding AG
  • Jürg  Schwaller aus Buttisholz
    04.12.2016
    Wer den Terror bekämpfen will, darf keine Geschäfte mit seinen Förderern machen.
  • Benjamin  Zürcher 04.12.2016
    Die RUAG könnte doch in einer ihren Hallen die Flüchtlinge aufnehmen, welche durch ihre Waffen zur Flucht gezwungen werden.
    • Urs  Schaad aus Zürich
      04.12.2016
      Das Flüchtlingswesen kostet in der Schweiz mehr, als die schweizer Rüstungsindustrie Umsatz macht. Der Fluchtgrund sind nicht die Schweizer Waffen, sondern öfters der Schweizer Wohlstand. Wollen Sie den abschaffen? Die Politiker hätten wir dazu.
  • Kocher  Rodolfo aus BE Seeland
    04.12.2016
    Wenn wir es nicht tun, dann machen es sicher andere Firmen. Die Art der Ruag-Waffensysteme ist entscheidend ob wir liefern oder nicht liefern können/sollen! Also nach CH Gesetzgebung habe ich keinen Einwand, doch nur für Haferflöckli werden wir sicher nicht angefragt werden.
  • Ben  Schwerde , via Facebook 04.12.2016
    Wirtschaftlich sicher ein vernünftiger Entscheid. Moralisch ist dieser Schritt aber absolut daneben und sollte seitens Bern verboten werden. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.