BRÜSSEL – Wegen der Finanz-Krise ist in der Schweiz eine Rezession möglich! Das sagte heute Swissmem-Präsident Schneider Ammann. Die EU ihrerseits will die Spar-Guthaben neu bis 50'000 Euro absichern.
Die Finanz-Krise trifft nicht nur
Banken. Sondern jetzt auch die industrielle Produktion in Europa. So hat Autobauer
Opel für Deutschland die Produktion für zwei, drei Wochen eingestellt. Und wie sieht es in der Schweiz aus? Gemäss «Tagesschau» von SF1 hat der Winterthurer Mischkonzern Rieter radikale Sparmassnahmen beschlossen. In ausländischen Produktionsstätten werden 15 Prozent der Mitarbeiter entlassen. «So schlimm wie in Deutschland ist es in der Schweiz aber nicht», versuchte der Industrielle Johann N. Schneider-Ammann zu beruhigen. Doch schon hat der jurassische Maschinenbauer Tornos Kurzarbeit für Oktober beschlossen. Aber was, wenn die Krise anhält? Schneider-Ammann, Präsident von Swissmem, des Verbands der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie nimmt auf SF1 kein Blatt vor den Mund: «Dann könnte die Schweizer Wirtschaft ganz hart an eine Rezession heranschrammen!» Sparer-Schutz in der
EU Die EU-Minister wollen es besser machen als die Behörden in den USA: «Wir tolerieren kein europäisches ‹Lehman-Brothers›», betonte die französische Finanzministerin Christine Lagarde im Namen ihrer Kollegen heute.Damit spielte sie auf den Untergang der traditionsreichen US-Investmentbank an. Dabei waren auch Privatanleger aus der Schweiz schwer geschädigt worden.In einer einstimmig Erklärung hielt der EU-Ministerrat fest, man wolle die Stabilität garantieren sowie die Bürger und die reale Wirtschaft schützen.Höhere Garantien möglichZur Erhöhung der Einlagen-Sicherung solle die EU-Kommission «sehr schnell» einen Gesetzesvorschlag vorlegen. Weiterhin wird es aber den EU-Staaten möglich sein, bei ihrer Garantie über den künftigen Minimalschutz von 50000 Euro (rund 77500 Franken)hinauszugehen. Derzeit liegt die Minimalgarantie der EU-Staaten bei 20000 Euro (31000 Franken). Mehr Transparenz bei ManagergehälternWeiter unterstützen die EU-Minister mehr Transparenz bei den Managergehältern. Sie bekräftigten die Empfehlung von 2004, dass
Unternehmen ihre Managerentlöhnung offenlegen und dass diese einen Bezug zur Leistung haben sollte. Allerdings ist hierzu weiterhin keine EU-Gesetzgebung geplant. (SDA/snx)