Rekordmenge auf dem Teller Schweizer fliegen auf Poulet

BERN - Zum ersten Mal haben Schweizer über 100'000 Tonnen Geflügel verzehrt. Doch so rosig sieht die Entwicklung nicht bei jeder Fleischsorte aus.

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Schweizer haben 2015 über 100'000 Tonnen Geflügel verspiesen. Keystone

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Da vergeht den Hühnern das Gackern. Schweizer waren noch nie so scharf auf Geflügel wie letztes Jahr. Insgesamt konsumierten sie 101'614 Tonnen. Somit überschritt der Wert zum ersten Mal die 100'000-Tonnen-Grenze.

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Die Lust auf Poulet sei ein internationaler Trend, sagt Heinrich Bucher (54), Direktor der Branchenorga­ni­sa­tion der Schweizer Fleischwirtschaft, Proviande. «In der Schweiz ist der Geflügelkonsum in den letzten 10 Jahren immer weiter gestiegen. Das liegt unter anderem an der einfachen Zubereitung. Es eignet sich auch für viele Fast-Food-Produkte und es wird als gesünder wahrgenommen als anderes Fleisch.»

Poulet günstiger als anderes Fleisch

Poulet ist auch günstig. Während die Preise bei Rinds- und Kalbsfleisch seit 2011 kontinuierlich stiegen, stagnierte der Geflügelpreis.

Das liege an den zurückgehenden Kalb- und Rindviehbeständen in der Schweiz, sagt Bucher. «Dafür lohnt es sich, wegen des höheren Pouletkonsums für Schweizer Bauern immer mehr, die Geflügelzucht auszubauen.»

Rund die Hälfte wird importiert

2015 stammten 54 Prozent des Geflügels aus der Schweiz. Davon macht Poulet 96 Prozent aus. Suppenhühner und Truten jeweils zwei Prozent. Bucher glaubt, dass die Geflügelproduktion im Inland bis auf einen Anteil von 70 Prozent ausgebaut werden könnte.

Insgesamt haben Schweizer letztes Jahr 431'852 Tonnen Fleisch konsumiert. Das sind 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Pro Kopf reduzierte sich der Konsum um 2 Prozent. Jeder Schweizer verspiess demnach noch 51.35 Kilogramm Fleisch.

Schweizer kaufen Fleisch im Ausland ein

Der Rückgang sei auf den Einkaufstourismus zurück zu führen, sagt Bucher. Der Fleischkonsum habe insgesamt wohl nicht abgenommen. Von einem Trend hin zu Vegetarismus oder Veganismus sei nichts zu spüren, sagt der Proviande-Direktor.

Mit 44 Prozent Anteil am konsumierten Fleisch bleibt das Schwein Spitzenreiter der Schweizer. Es folgen Geflügel mit 24 Prozent und Rind mit 22 Prozent.

Publiziert am 22.03.2016 | Aktualisiert am 23.06.2016
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9 Kommentare
  • franzl  schlecknbaur 23.03.2016
    Wer rechnet kauft ganze Poulets, in Teile zerlegt ist derart massiv überteuert! Zerlegen kann ich es auch selbst und spare dabei gutes Geld.
  • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
    23.03.2016
    Um die Preise niedrig zu halten entstand in der EU durch Subventionen eine gewaltige Überproduktion, Spitzenreiter ist Dänemark mit einem Poulet-Selbstversorgungsgrad von 180 Prozent. Was geschieht mit den Überschüssen? Die landen für weniger als 1 CHF / Kilo auf den Märkten der III. Welt wodurch der Aufbau einer lokalen Pouletzucht verhindert wird. Versucht ein Land sich dagegen mit Importzöllen zu wehren hagelt es Sanktionen weil das ein Verstoß gegen die WTO-Verträge ist.
  • Gabor  Flückiger aus Zürich
    22.03.2016
    Es gibt auch immer mehr hungrige Mäuler zu stopfen, welche kein Budget für teureres Fleisch haben. Da kann man schon am Tisch sitzen und den Kopf schütteln, dies ändert daran auch nichts...
  • Carole  Liechti 22.03.2016
    ...bei solchen Meldungen sitze ich mit meinen Kindern kopfschüttelnd am Tisch! Niemand von uns kann verstehen, weshalb Lebewesen getötet werden müssen, um den Menschen zu dienen. Was läuft nur falsch mit den Menschen?
    • Hanspeter  Niederer 22.03.2016
      Genau mein Empfinden. Die Menschen stellen einfach ihre Gefühle für andere Lebewesen ab, um ihre Lüste ohne Schuldgefühle zu befriedigen. Es ist eine Art von Schizophrenie (gespaltener Geist) auf Bestellung. Oder anders ausgedrückt: sie entledigen sich immer wieder temporär ihrer Fähigkeit zur Empathie, einer Fähigkeit, die eigentlich das Menschsein ausmachen würde !!!
    • Tom  Diener 22.03.2016
      Weil der Mensch nun mal von der Natur als Carnivor, d.h. als Fleischfresser konzipiert wurde! So wie andere Tiere, welche Fleisch fressen! Darum töten Lebewesen andere Lebewesen! Seit der Mensch sich zum Omnivor veränderte, entwickelte er Wohlstandskrankheiten und wurde immer kranker! Das Resultat können sie sich in jedem Spital anschauen! Punkt!
    • Raymond  Müller aus Goldach
      23.03.2016
      Liebe Carole und Familie, ich bin gleicher Meinung wie Sie. Ich bin seit über 25 Jahren überzeugter Vegetarier. Und nicht weil ich Fleisch nicht gerne gehabt hätte. Es waren wie bei Ihnen rein ethische Gründe. Wenn ich an ein Zitat von Albert Einstein (Vegetarier) denke der sagt, solange Menschen Tiere essen gibt es keinen Frieden auf dieser Welt. Brüssel lässt grüssen.
    • Hanspeter  Niederer 23.03.2016
      @Tom Diener: der Mensch ernährte sich ursprünglich überwiegend von Früchten, Samen und Wurzeln. Ihre Theorie vom Menschen als Karnivore ist geradezu lächerlich. Natürlich geht es Ihnen mit solchen Lügen darum, Ihr eigenes rücksichtsloses Verhalten den Tieren gegenüber zu rechtfertigen. Versuch gründlich misslungen.
  • Destani  Marvin 22.03.2016
    Das Bild mit den Hühner ist Wunschdenken. So gesund sehen die Hühner auch in der Schweiz nicht aus. Der Konsum steigt das Hühnerleiden aber auch.