Im Londoner Museum Tate Modern hat ein Mann gestern seine Unterschrift auf ein Bild des Künstlers Mark Rothko gesetzt.
Mit einem Stift hat ein Mann gestern das Bild «Black on Maroon» (1958) von Mark Rothko im Londoner Museum Tate Modern verschmiert.
«Es war bizarr», gab ein Augenzeuge zu Protokoll. «Er sass erst eine Weile da, stand dann auf, schrieb etwas aufs Bild und lief rasch hinaus.»
Nach der Aktion wurde das Museum für kurze Zeit geschlossen. Scotland Yard ermittelt und sucht einen «weissen Mann, Ende zwanzig».
Dieser wollte offenbar dem britischen Street-Art-Künstler Banksy nacheifern, der früher ähnliche Aktionen durchführte.
Der «Guardian» hat ihn anhand seiner «Botschaft» wenige Stunden nach der Tat aufgespürt. Am Telefon sagte der Möchtegern-Künstler. «Ich habe nichts zerstört oder gestohlen. Was ich getan habe, haben andere schon vor mir gemacht.» Er spricht den französischen Künstler Marcel Duchamp an, der 1917 ein Pinkelbecken signierte und danach ausstellte.
Der Mann mit dem Pseudonym Vladimir Umanets will mit seiner Aktion aber vielmehr auf seine Möchtegern-Kunstbewegung «Yellowism» aufmerksam zu machen. Den Rothko hat er mit den Worten «Vladimir Umanets '12, A potential piece of Yellowism» verunstaltet. (Sinngemäss: Dies könnte ein Stück Yellowism sein)
Es wird wohl nicht allzu lange dauern, bis die Behörden den Pseudo-Künstler aufgespürt hat. Schliesslich sind im Tate Modern zahlreiche Kameras installiert. Seine Tat wird ihn teuer zu stehen kommen, weil nicht zuletzt die Renovation sehr aufwändig wird.
Mark Rothko (1903–1970) ist einer der grössten Nachkriegskünstler. Das Auktionshaus Christie's versteigerte im Mai eines seiner Bilder für 87 Mio. Dollar. (alp)
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