Protest gegen Multi Denner verdient nichts an Tschechen-Cola

Der Discounter protestiert mit Parallelimporten gegen die Marktmacht der Multis. Doch um den Kunden günstigeres Original-Cola verkaufen zu können, muss Denner einen übermässigen Aufwand betreiben.

Alles auspacken und wieder einpacken: Diese Etikette muss Denner auf jede einzelne Cola-Flasche kleben. play

Alles auspacken und wieder einpacken: Diese Etikette muss Denner auf jede einzelne Cola-Flasche kleben.

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Für 25 Rappen Preisunterschied ist dem Discounter kein Aufwand zu gross. Neu importiert Denner den beliebtesten Soft-Drink der Welt direkt aus Tschechien. Die 2-Liter-Flasche kostet neu 2.25 statt 2.50 Franken.

Die Aktion ist ein Protest. Denner will damit auf eine altbekannte Problematik aufmerksam machen: Die Marktmacht der Multis, die ihre internationalen Markenprodukte den Schweizer Detailhändlern zu überhöhten Preisen andrehen und gleichzeitig Parallelimporte erschweren.

«Die Politik könnte diesen Missstand mit einem Federstrich im Kartellrecht beheben», sagt Denner-Sprecherin Paloma Martino. Bis dahin protestiert Denner munter weiter: Vor ein paar Jahren mit dem Beispiel Elmex-Zahnpasta, vor einem Jahr mit Nescafé und jetzt mit Coca Cola.

Finanziell lohnt sich das – zumindest kurzfristig – nicht: «Für Denner sind diese aufwendigen Übungen schlussendlich ein Nullsummenspiel», sagt Martino.

Jede einzelne Flasche wird etikettiert

Denner muss dazu die Cola in Tschechien holen. In der Schweiz muss jede Flasche einzeln ausgepackt und mit einer Schweizer Etikette versehen werden.

Martino: «Das Lebensmittelgesetz in der Schweiz ist anders als in der EU und diesbezüglich restriktiv. Obwohl es ja kaum ein standardisierteres und internationaleres Getränk gibt, muss die Deklaration an die Schweizer Vorschriften angepasst werden.»

Die Bezeichnung «Hergestellt in der EU» reicht in der Schweiz nicht. Es muss das Herkunftsland angegeben werden. Zudem muss die Deklaration in einer Landessprache der Schweiz bezeichnet sein.

Nach der Etikettierung müssen die Flaschen wieder neu verpackt werden, bevor sie in die Filialen kommen. (alp)

Publiziert am 07.01.2014 | Aktualisiert am 07.01.2014
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Das neue Denner-Cola aus Tschechien. play
Das neue Denner-Cola aus Tschechien. zvg

Lidl und Aldi ziehen nach

Der Riesenaufwand zeigt bereits Wirkung: Inzwischen haben Lidl und Aldi bekannt gegeben, dass die 2-Liter-Flasche Coca Cola bei den deutschen Discountern in der Schweiz ebenfalls nur noch 2.25 Franken kosten wird. Gegenüber Radio Top gibt Lidl an, die Brause – im Gegensatz zu Denner – weiterhin aus der Schweiz zu beziehen. Auch Aldi behält weiterhin die Schweizer Coca-Cola in den Regalen. Bei Lidl gibt es ab Mittwoch, bei Aldi ab Donnerstag die vergünstigte Cola zu kaufen. (alp)

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25 Kommentare
  • Johnny  Von Eich 08.01.2014
    der transport aus tschechien, das etikettieren in einer fabrik hier, das verteilen auf die schweizer filialen - und trotzdem ist eine flasche cola noch billiger als eine die hier produziert wurde! ich werde meine cola nun nur noch im denner kaufen weil die uns die abzocken aufzeigen! und kommt mir nicht mit heimatgefühlen, die ganze rohstoffe für die cola in brüttisellen werden sowieso auch importiert! dort wird die cola lediglich noch abgefüllt.
  • Christoph  Maier aus Nürensdorf
    08.01.2014
    Also ich habe bei Landi schon polnische und dänische Coca Cola in Dosen gekauft! Und das mit hergestellt in der E.U. stimmt so nicht. Das Nutella, welches in der Migros verkauft wird, ist genau mit dieser Deklaration versehen.
  • Rolf  Mueller 08.01.2014
    Es ist schon langsam beängstigend auf welche Weise heutzutage ein paar Rappen eingespart werden sollen. Man holt tonnenweise Ware in Tschechien scheint aber nicht zu rechnen was solche Transporte kosten und wieviel sie die Umwelt belasten. Gleichzeitig "schädigt" man den Arbeitsplatz Schweiz. So schlimm steht es doch nicht um den Schweizer Konsumenten.
    • Raphael  Beck 08.01.2014
      Herr Mueller, Sie scheinen nicht langfristig zu denken. Die Aktion von Denner hat Signalwirkung. Nun ist es vielleicht ein Null-Summenspiel, doch in der Zukunft ist man ein Verhandlungspartner der nicht mehr so leicht über den Tisch gezogen wird.
  • peter  vonlanthen 08.01.2014
    Wenn doch in diesen Ländern alles besser ist, warum bleiben dann die Leute nicht dort wo sie auch "viel viel günstiger Einkaufen können"? Alle wollen vom Kuchen der Schweiz etwas abschneiden aber bezahlen will das niemand! Fragen sie sich bitte einmal, wieviele Leute durch Coca-Cola Schweiz eine Beschäftigung und somit auch einen rechten Lohn haben!
    • Susanne  Reich 08.01.2014
      Ich glaube immer noch nicht, dass der Hauptgrund für die hohen Preise der Lohn ist. Klar ist und bleibt die Schweiz ein Hoch-Lohn-Land, schon zwangsläufig, da eben bei uns alles teurer ist. Trotzdem denke ich, dass hauptsächlich die Gewinnmarge in der Schweiz höhrer ist. Und dies muss ändern. Solange wir alles munter weiter bezahlen, wird es so bleiben.
    • Lichtenhagen  Peter aus Adliswil
      08.01.2014
      Herr Vonlanthen, Sie sind sich schon bewusst das ausser in der CH überall in Europa die Preise von Coca Cola nach unten angepasst wurden? Sie wissen wohl auch nicht dass in der CH Coca Cola Produkte nur abgefüllt werden. Sprich alle Zutaten und höchstwahrschineliche auch die PET Rohlinge aus dem günstigen Ausland importiert werden. Alles in allem ist der hiesige Lohn nur ein kleiner Tropfen auf den heissen Stein. Aber die Gewinnmarge macht den Hauptteil des Problems aus.
  • Raphael  Scheurer , via Facebook 08.01.2014
    Hier haben die Bosse mal wieder bewiesen, dass sie nur auf ihr eigenes Portemonnaie schauen. Sie sparen am einen Ende, um ein bisschen mehr zu verdienen. Die Mitarbeiter haben davon nichts und die Kunden zahlen für schlechtere Qualität - und das dürfte sie bei den weniger umfassenden Lebensmittelkontrollen in Tschechien durchaus sein - einen niedrigeren Preis und werden somit hinters Licht geführt.
    Mein Beileid an alle, die das mal wieder nicht raffen!
    • Ingo  Hartwich , via Facebook 08.01.2014
      In Tschechien werden inzwischen unter modernsten Produktionsbedingungen Produkte produziert, welche auf dem europäischen markt sehr gut mithalten können. Coca Cola hat an diesen Standorten komplett neue Produktionsstätten errichtet. Mein beileid an Sie, die immernoch an diese patriotische Irreführung glauben..........
    • Christoph  Maier aus Nürensdorf
      08.01.2014
      Das ist absoluter Quatsch mit der schlechteren Qualität, erstens stammt der Sirup von Cola aus derselben Quelle. Selbst wenn die Lebensmittelkontrollen schlechter wären - Coca Cola selbst schaut weltweit, dass selbst irgendwo im Urwald von Afrika das Cola "fast" gleich schmeckt das hängt übrigens vom Wasser ab. Und letzten Endes ist das Wasser in Tschechien auch nicht schlechter, das Bier ist auf jeden Fall besser als dasjenige bei uns...
    • Heinz  Schär Henri , via Facebook 08.01.2014
      Danke Herr Vonlanten. Sie haben es erkannt. Ca. 1000 Leute beschäftigt Coca Cola Schweiz HBC AG und jeder hat einen Guten Lohn. Zum bezieht Coca Cola Schweiz 95 Prozent aller Rohstoffe von Schweizer Produzenten. Ein Coca Cola Mitarbeiter in Tschechien verdient durchschnittlich 3000 Euro. Also ich denke wohl kaum dass in der Schweiz jemand für diesen Lohn arbeiten würde.