Profis halten wenig von antibakteriellen Nastüchern Hohe Kosten, wenig Nutzen

Der Taschentuch-Hersteller Tempo hat ein Papiernastuch mit einem antibakteriellen Wirkstoff lanciert. Experten halten davon nichts.

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Husten und Pfnüsel gehören zum Winter. Zu unserem Leid, aber zur Freude der Taschentuch-Hersteller. Tempo hat sich für die aktuelle Grippesaison etwas Besonderes ausgedacht.

Das Unternehmen hat dieses Jahr Tempo Protect lanciert. Ein Nastüechli mit antibakterieller und antiviraler Lotion. «Tempo protect kann dazu beitragen, dass erkältete Personen ihre Umgebung weniger anstecken», sagt der Hersteller dem SRF-Radiomagazin «Espresso»

Keine Wirkung?

Das Problem: Experten halten vom Super-Nastuch wenig. «Ich kann mir kaum vorstellen, dass dieses Taschentuch eine Wirkung hat», sagt Andreas Widmer, Leiter der Spitalhygiene am Unispital Basel. 

Zudem könne das verwendete Benzalkoniumchlorid bei empfindlichen Personen Allergien auslösen. Widmer empfiehlt darum, in die Armbeuge zu niesen und regelmässig die Hände zu waschen, statt Taschentücher mit Desinfektionsmittel zu verwenden.

Darüber hinaus kostet Tempo Protect mehr als ein gewöhnliches Taschentuch. Für ein Stück verlangt der Hersteller gut vier Rappen, ein konventionelles Nastüechli kostet hingegen nur 2,5 Rappen.

Tempo lässt die Kritik nicht auf sich sitzen: «Wir haben die Wirksamkeit der verwendeten Lotion gegen diverse Bakterien und Viren anhand standardisierter Verfahren getestet», sagt ein Sprecher zu BLICK. Und: «Im Ergebnis zeigte sich, dass die Anzahl der üblicherweise beim Naseputzen ins Taschentuch gelangenden Bakterien und Viren durch den antibakteriellen Wirkstoff deutlich reduziert wurde.» (bam)

Publiziert am 11.12.2016 | Aktualisiert am 12.12.2016
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