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Offiziell kriegen die Bauern seit dem 1. Juli für ihre Milch 65 statt 62 Rappen pro Kilo. Aber eben: nur offiziell.
Auch die Migros hat ihre Kunden über die Erhöhung informiert. Im «Migros-Magazin» verkündet sie aber: «Die Migros erhöht ihre Verkaufspreise für Milchprodukte nicht, trägt die Mehrkosten selber und verzichtet zugunsten der Konsumenten auf einen Teil ihrer Marge.»
Trotz teurerer Milch keinen Aufpreis im Laden? Klingt grosszügig, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn die Migros hat zwar die Erhöhung zugunsten der Bauern unterstützt. Aber: Sie zahlt die 3 Rappen gar nicht!
BLICK weiss aus mehreren Quellen: Die Migros-Grossmolkerei Elsa hat sich in den Verhandlungen quer gestellt. Sie zahlt keinen Rappen zusätzlich. Die Elsa verarbeitet pro Jahr fast 270 Millionen Liter Milch und ist einer der mächtigsten Akteure.
Die Migros will nicht bestätigen, dass die Elsa den Bauern immer noch gleich viel gibt. Ein Sprecher sagt nur: «Elsa segmentiert die Milch nicht und zahlt somit einen höheren Preis für die gesamte angelieferte Milch, als der Bauer im Schnitt von anderen Verarbeitern bekommt.»
Im Unterschied zur Migros hat Coop die Verkaufspreise erhöht.
150 der 1500 Milchprodukte kosten im Laden mehr. Aber dafür profitieren auch die Bauern. Eine Coop-Sprecherin: «Wir haben von allen Lieferanten eine schriftliche Bestätigung verlangt, dass diese den Bauern den höheren Preis bezahlen.»
Experten rechnen damit, dass die Schweizer Bauern im Durchschnitt statt 3 höchstens 2 Rappen mehr erhalten.
Das liegt auch daran, dass gleichzeitig neue Abgaben eingeführt wurden, und am tiefen Euro-Kurs. Aber auch an der Preispolitik der Migros-Tochter Elsa.