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Preiskampf: Will für weniger Geld mehr bieten: Oskar Sager. (Siggi Bucher)
Herr Sager, morgen läutet die Migros eine neue Preissenkungsrunde ein. Warum ausgerechnet jetzt?
Oskar Sager: Wir haben in den vergangenen 15 Monaten massive Kosteneinsparungen erzielt. Die geben wir jetzt an die Kunden weiter. Dazu sind wir gerade in rezessiven Zeiten verpflichtet.
Das tönt edel. Geht das zulasten Ihrer Margen oder drücken Sie die Preise Ihrer Lieferanten?
Unter anderem sind wir eine internationale Einkaufskooperation eingegangen. Daher können wir Produkte aus dem Ausland erheblich günstiger einkaufen. Lieferanten erhalten zwar für ihr Produkt einen tieferen Preis, können aber mehr davon absetzen. Damit lassen sich die Anlagen besser auslasten, was tiefere Produktionskosten zur Folge hat. Das gilt auch für unsere eigenen Industrieunternehmen, wenn sie mehr ins Ausland exportieren können. Deshalb können wir die Preise unserer Eigenmarken senken.
Sie spielen Preisbrecher, um mehr Kunden in die Läden zu locken.
Die Migros warb immer für die beste Qualität zum besten Preis. Für einen Franken, den die Kundin in der Migros ausgibt, bekommt sie immer den grössten Mehrwert. Das ist unser Auftrag. Wir sind bereits Preis-Leistungs-Führer. Dass wir unsere Gewinne an die Kunden weitergeben, ist tief in der Kultur der Migros verankert. Mit diesen Abschlägen unterstreichen wir, dass wir uns weiter verbessern.
Sie haben im mittleren Preissegment die neue Produktelinie M-Classic geschaffen. Wie zufrieden sind Sie mit dem neuen Label für viele Ihrer Eigenmarken?
Der Start ist sehr erfreulich. Wir setzen von diesen Produkten heute rund zehn Prozent mehr ab als zuvor.
Haben die Preissenkungen zur Folge, dass Sie weniger Aktionen durchführen?
Aktionen sind ein ganz wichtiges Instrument. Kunden lieben sie. Dennoch haben wir die Zahl der Aktionen um einen Viertel reduziert. Wir wollen, dass der Grundpreis, also der Normalpreis, auch der beste ist – wie bei M-Budget. In diesem Segment machen wir keine Aktionen.
Kosten die Preissenkungen Mitarbeiter die Stelle oder müssen diese auf Lohnerhöhungen verzichten?
In Einzelfällen führen die Effizienzsteigerungen zu Abgängen. Insgesamt wird Migros Ende Jahr etwa gleich viele Leute beschäftigen wie Ende 2008. Die Mitarbeitenden sind unser wichtigster Schatz. Deshalb ist eine gute Entlöhnung ein ganz wichtiger Faktor. Da die Verhandlungen noch bevorstehen, lässt sich zu den aktuellen Lohngesprächen noch nichts sagen. Die Preissenkungen haben aber darauf keinen Einfluss. Sie sind ein Mittel, um im Konkurrenzkampf voranzu-schreiten.