Oskar Sager Dieser Mann stutzt die Migros-Preise

  • Publiziert: 04.10.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Hannes Britschgi und Roman Seiler
play Marketingchef: Oskar Sager auf dem Dach des ­Migros-Hauptsitzes am Zürcher Limmatplatz. (Siggi Bucher)

Nahrungsmittel, Getränke, Kleider: Alles wird günstiger. Der Migros-Marketingchef Oskar Sager senkt ab morgen Montag die Preise von über 500 Produkten und will das Angebot an Marken-artikeln ausbauen.

Er zeigt sich nie öffentlich. Dabei ist er Herr über das grösste Werbebudget des Landes: mehr als
270 Millionen Franken im Jahr. Er ist Master Mind des Marketingwunders der Migros wie auch der aktuellen Werbekampagne «Ein M besser». Oskar Sager (52) wird als Marketingchef der Migros gefürchtet und geschätzt. Er ist ein Arbeitstier.

In einem seiner seltenen Interviews sagte Sager zu SonntagsBlick: «Ab morgen verkaufen wir über 500 unserer Produkte zwischen vier und zehn Prozent billiger. Bei einzelnen Artikeln ist die Reduktion sogar höher.» Die Preise, verspricht Sager, bleiben «dauerhaft tief». Denn: «Diese Senkungen nehmen wir nicht in ein paar Monaten wieder zurück.»

Und sie gehen quer durchs Sortiment: Pasta, Getränke, Kleidungsstücke, Haushalts- und Papeterieartikel werden günstiger. Für 1,5 Liter Mineralwasser der Marke Aquella verlangt Migros beispielsweise neu 65 statt 75 Rappen – 13,33 Prozent weniger. Mit 37 Prozent am stärksten fällt der Preis für 190 Gramm Toastbrot der Marke M Classic: Es kostet neu 95 Rappen statt Fr. 1.50. Die Liste aller vergünstigten Artikel erscheint morgen Montag auf der Website des Detailhändlers (www.migros.ch/preisrutsch).

Kosteneinsparungen bei Einkauf, Logistik und Werbung hätten die Abschläge ermöglicht, sagt Sager. «Diese Effizienzsteigerungen geben wir an die Kunden weiter.» Migros will damit eine weitere Runde einläuten im immer härteren Preiswettbewerb unter den Detailhändlern. «In rezessiven Zeiten muss der Kunde den Gürtel enger schnallen. Daher ist es wichtig, dass er Möglichkeiten erhält, beim Haushaltsbudget zu sparen.»

Die aktuelle Preissenkungsrunde kostet die Migros 20 Millionen Franken. Zudem zückte sie in den letzten drei Monaten schon den Rotstift bei den Preisen für Frischprodukte:

• Fleisch, Fisch und Charcuterie-Artikel wurden im Durchschnitt sechs Prozent günstiger.

• Früchte und Gemüse sind im Schnitt acht Prozent billiger.

• Für Molkereiprodukte wie Milch und Käse oder für Eier zahlt der Kunde inzwischen vier Prozent weniger.

Sager: «Insgesamt investieren wir in diesem Jahr 200 Millionen Franken in Preisabschläge.» Und er weiss: «2009 wird es im Supermarkt keine Preisaufschläge mehr geben, ausser bei tagespreisabhängigen Frischprodukten wie Gemüse und Früchten.»

Obendrein will er das Angebot an Markenartikeln ausbauen. Deshalb prüft Sager, ob im kommenden Jahr nicht nur Pepsi, sondern auch Coca-Cola und Pampers verkauft werden sollen. Die Verhandlungen laufen.

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