Coop wettert «Preisabschlag der Migros ist PR-Kampagne»

  • Publiziert: 06.10.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Franziska Blaser

ZÜRICH – Migros senkt die Preise bei über 500 Produkten. Ob Coop nachzieht, entscheidet sich in den nächsten 24 Stunden.

Der neuste Preisrutsch der Migros bringt Bewegung in den Schweizer Detailhandel: Coop hat offensichtlich eine Krisensitzung einberufen und geht zurzeit über die Bücher. Ob auch beim Basler Grossverteiler die Preise purzeln, entscheidet der Konzern in den nächsten 24 Stunden.

«Wir lassen uns beim Preis vergleichbarer Produkte nicht unterbieten», verspricht Coop-Sprecher Nicolas Schmied. Das heisst: Werden Preisunterschiede aufgedeckt, werden die Preise nach unten angepasst. Für Migros-Sprecher Urs-Peter Näf ist klar, dass Coop den Rotstift ansetzen wird: «Das war in der Vergangenheit so und wird auch in Zukunft so sein.»

«Fragliche Auswahl von Produkten»

Hält Coop den Preisrutsch der Konkurrentin für eine Mogelpackung? «Aus meiner Sicht handelt es sich primär um eine PR-Kampagne mit einer fraglichen Auswahl von Produkten», sagt Jürg Peritz, Marketingleiter bei Coop. Die Liste der reduzierten Artikel spreche laut Schmied für sich. «Der Preisabschlag der Migros bezieht sich auf einen aus Kundensicht kaum relevanten Warenkorb», schreibt Coop in einer Mitteilung.

Und weiter: «Der Preisabschlag dürfte bei den Konsumenten für Irritationen sorgen.» Tatsächlich befinden sich unter den über 500 Produkten 170 Pyjamas und über 80 Herrenhemden sowie über 70 Glacéprodukte. Sie machen über 60 Prozent des abgeschlagenen Sortiments aus.

Im «SonntagsBlick» hat Migros-Marketingchef Oskar Sager bekanntgegeben, dass der orange Riese ab heute Montag die Preise von über 500 Artikeln des täglichen Bedarfs senkt. Die Reduktion beträgt zwischen 4 und 10 Prozent und geht quer durch das Sortiment. Der Preisrutsch kostet den Detailhändler 20 Millionen Franken. Daran zweifelt man bei Coop: «Diese Zahl ist nicht nachvollziehbar», sagt Sprecher Nicolas Schmied.

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