Politiker zum Filialen-Kahlschlag «Die Post darf sich nicht entmenschlichen»

Die Post will bis zu 600 Poststellen schliessen. Schweizer Politiker hoffen, dass die Kundschaft darunter nicht leidet.

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Mit dem Entschluss, bis zu 600 Poststellen zu schliessen, stösst die Post viele vor den Kopf. Doch während die Gewerkschaften ausrufen, geben sich Politiker zurückhaltender. 

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Martin Candinas sorgt sich um die Bergregionen. GAETAN BALLY

«Die geplante Schliessung erfreut mich ganz und gar nicht», sagt Martin Candinas (36, CVP) zwar. Doch weil immer weniger Briefe verschickt würden, stünde der gelbe Riese unter Druck. «Wir gehen ja alle weniger auf die Post», sagt der Nationalrat. Doch er mahnt: «Bei allen Massnahmen muss die Post den Kunden im Fokus haben.» 

Die Strategie, dass die Post dank Agenturen (etwa Volg-Läden) und Abholstellen präsenter ist, begrüsst er. «Wichtig ist, dass die Zugangspunkte flächendeckend sind und der Service und die Qualität überall stimmen.» Er werde sich zur Wehr setzten, wenn Umstrukturierungen nur auf Kosten des Berggebiets erfolgten, so der Bündner.

Kein Problem mit Agenturen

Dass die Post vermehrt auf Agenturen setzt, stört ihn nicht. «Der Volg in meinem Dorf hatte Freude auch als Postagentur zu dienen. So konnte er Zusatzeinnahmen generieren». 

Allerdings fürchtet er, dass die Post die Abgeltungen an die Postagenturen reduzieren könnte. «Hier erwarte ich ein klares Bekenntnis zu den heutigen Abgeltungen».

«Offenlegen der Spenden ist Sache der einzelnen Politiker» Edith Graf-Litscher, SP-Nationalrätin (TG) play
Edith Graf-Litscher will, dass die Post auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingeht.  GAETAN BALLY

Edith Graf-Litscher (52) sieht es ähnlich: «Ich erwarte, dass sich die Post nicht ganz entmenschlicht», sagt die SP-Nationalrätin. Sie müsse auch die Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung wahrnehmen. 

Die Post will sich öffnen und mehr auf die Bevölkerung zugehen. Das kommt bei Graf-Litscher gut an. «Die Post müsste vor Ort gemeinsam mit der Bevölkerung schauen, was deren Bedürfnis ist. Das erwarte ich von der Post.»

Publiziert am 26.10.2016 | Aktualisiert am 02.12.2016
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19 Kommentare
  • Ueli  Baltensperger aus Muhen
    27.10.2016
    Mich verwundert es nicht das die Post Stellen abbaut. Habe in der Nachbarschaft einen der bei der Post angestellt ist. Morgens um ca. 8 Uhr verlässt er das Haus um 10.30 ist er schon wieder zuhause bis ca. 15.oo dann geht er wider und um 17.00 ist er wieder zuhause und das alles mit einem angeschrieben Geschäftsauto. Also muss ich annehmen auf der Post hat es viel zu viel Angestellte die nur den Lohn kassieren.
  • Ernst  Fischer aus Baltenswil
    27.10.2016
    Im letzten Jahr konnten wir über Service Public abstimmen. Doch die Stimmbürger stimmten wie die "Volksvertreter" es vertraten und jetzt geht das grosse Jammern los. Wir sind selbst schuld.
  • Eron  Thiersen 27.10.2016
    Es kann nicht sein dass in Agenturen Kartengeldzwang herrscht. Wenn Agenturen in Läden eröffnet werden die Bargeld akzeptieren und die Agenture der Post tut das nicht, dann ist das ein Zwang zu bargeldlosem Zahlungsverkehr, das ist nicht rechtens!
  • Moritz  Engler aus Zürich
    27.10.2016
    Seit Jahrzehnten ärgern mich die lächerlichen Postöffnungszeiten. Briefkästen gibt es nur noch an Bahnhöfen. Bis auf 100 Poststellen alle schliessen und durch Automaten für Pakete und eingeschriebene Briefe ersetzen. Für Betagte und Gebrechliche sollen mobile Poststellen eingesetzt werden. Alles kann nicht durch eine App ersetzt werden.
  • Pat  Böni 27.10.2016
    Zitat; «Der Volg in meinem Dorf hatte Freude auch als Postagentur zu dienen. So konnte er Zusatzeinnahmen generieren».
    Ja der Volg hat Freude, nur die Angestellten nicht wirklich. Mir wurde schon gesagt; wir sind keine Post! Nur weil ich einen Beleg für ein GAS Päckli verlangte. Schliesslich will ich eine Quittung als Sicherheit. Aber die sollten in wenigen Stunden lernen was ein Lehrling in drei Jahren beigebracht wird, somit ist diese Reaktion für mich logische Konsequenz.