Peter Spuhler (57) denkt an Nachfolge: Kriegen Chinesen oder Sohn Lucas (25) Stadler Rail?

BUSSNANG TG - Unternehmer Peter Spuhler (57) denkt laut über seine Nachfolge nach. Sollte Sohnemann Lucas (25) Stadler Rail dereinst nicht übernehmen, sei ein Börsengang denkbar, sagt er.

Spuhler, President and Chairman of Stadler Rail AG, speaks during a news conference  at the «Stadler Minsk» plant in Fanipol play
Inhaber und Chef von Stadler Rail, Peter Spuhler (57), kann sich als Nachfolger Sohn Lucas (25) vorstellen. REUTERS/Vasily Fedosenko
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Seit 27 Jahren führt Peter Spuhler (57) den Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail mit Sitz in Bussnang TG. Doch Spuhler wird müde. Der ehemalige SVP-Nationalrat denkt an seine Nachfolge.

In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» spricht er von zwei Möglichkeiten, wie es mit Stadler Rail nach seinem Rückzug weiter gehen soll.

Sohn Lucas studiert noch

Die eine Option ist gutschweizerische Tradition. Spuhler könne sich eine Weitergabe an seinen Sohn Lucas (25) vorstellen. Der Sohn stammt aus seiner ersten Ehe.

Der Sprössling studiert noch Betriebswirtschaft an der Hult International Business School in London. Sie gehört laut diversen Rankings zu den renommiertesten Hochschulen der Welt.

Zwar sagt Spuhler, er wolle sich in den nächsten fünf Jahren zurückziehen und nur noch das Präsidium des Verwaltungsrats wahrnehmen. Doch das heisse nicht einfach freie Bahn für Sohnemann Lucas (Bild).

Zuerst muss der Sohn sich bewähren

«Eine solche Vater-Sohn-Ablösung ist etwas ganz Schwieriges. Zuerst müsste er sicher zehn Jahre ausserhalb des Unternehmens Erfahrungen sammeln», sagt Spuhler im Interview.

Da hatte es Spuhler selbst ein wenig einfacher. So holte 1986 die damalige Firmeninhaberin Irma Stadler, die Mutter von Spuhlers erster Frau Andrea, den 27-Jährigen Studenten Spuhler direkt ins Unternehmen. Zuerst in die Produktion und dann ins Büro.

Schon nach drei Jahren konnte er den Laden übernehmen. Wohl gemerkt damals noch ein Kleinunternehmen mit rund 20 Mitarbeitern. Mittlerweile ist Stadler Rail ein international tätiger Konzern mit 7000 Angestellten und einem jährlichen Umsatz von etwa 2,5 Milliarden Franken.

Kaufen sich sonst doch Chinesen Stadler Rail?

Die zweite Option für die Nachfolgeregelung wäre ein Börsengang. Wenn niemand aus der Familie die operative Führung übernehmen will, könne sich Spuhler eine Reduktion des Familienanteils auf 30 bis 40 Prozent vorstellen. «Das kann in einigen Jahren durchaus ein denkbares Szenario sein», so der Unternehmer im Interview.

Könnten sich dann eventuell chinesische Investoren Stadler Rail schnappen? Jedenfalls waren solche bereits am Konzern interessiert. Anfang März erklärte Spuhler in der «Schweiz am Sonntag», er habe ein Angebot aus China abgelehnt: «Ich verkaufe doch nicht mein Unternehmen. Ich bin zu sehr Schweizer.»

Die Chinesen dürften deswegen ihr Interesse nicht verloren haben. So benötigen sie für eine Etablierung in Europa das Knowhow, um die anspruchsvollen Zulassungsprozedere durchzustehen. Das könnte ihnen Stadler Rail vollumfänglich bieten.

Publiziert am 12.03.2016 | Aktualisiert am 12.03.2016
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15 Kommentare
  • Abbas  Schumacher , via Facebook 13.03.2016
    Wenn man Lucas C. Spuhler so auf dem Foto sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass der mal das Unternehmen führen kann. Seine Interessen liegen wohl woanders? Okay, man kann sich Täuschen, aber da liegt noch einiges an konstruktiver Arbeit zwischen Vater und Sohn. Noch ein Unternehmen an die Chinesen verlieren? Ob Spuhler das ernst ist? Hoffe für ihn - Nein!
    • Stefan Urs  Piepper 13.03.2016
      Ich hoffe Spuhler verkauft die Firma nicht ins Ausland und der Sohn übernimmt.
  • Ueli  Baltensperger aus Muhen
    13.03.2016
    Kommt das gut mit dem Sohn, siehe Sika! Hoffentlich geht das nicht gleich.
    • Pedro  Steinmann 13.03.2016
      Kann man Peter Spuhler mit den Inhabern von SIKA vergleichen?? Einfach etwas schreiben, damit das Kästen für den Kommentar gefüllt ist!!
  • Werner  Friedli aus Kathmandu
    13.03.2016
    Gratulation an Herr Peter Spuhler wie er in den letzten Jahren Stadler Rail aufgebaut hat. Sicher muss Herr P. Spuhler ueber die Nachfolge nachdenken , aber das geht nicht von heute auf morgen, wie alle denken. Ob ein Angebot von den Chinesen da ist, wissen wir ja nicht. Ich denke eine P.R. Geschichte fuer Stadler Rail das Stadler Rail positiv in den Medien ist. Fuer die Nachfolge wird sich Herr P. Spuhler schon die richtigen Berater aussuchen.
  • Annemarie   Setz 12.03.2016
    Man darf jetzt hoffen, dass Herr Spuhler sein Versprechen hält und nicht doch noch vor den Chinesen in die Knie fällt. Eine solche Unternehmensführung der jungen Generation zu überlassen ist nicht so einfach.
  • Curt  Müller 12.03.2016
    Bei ausländischen Besitzern oder Mehrheitsaktionären zählt nur der Profit. Kann die Firma zu wenig abliefern, wir rücksichtslos der Betrieb geschlossen. Siehe viele traditionelle Schweizer Firmen, wie z.Bsp Losinger