Pensionäre kassieren 2,2 Milliarden zu viel Rentenklau an den Jungen

ZÜRICH - Weil die Politik schläft, wird die aktive Generation um einen Teil ihrer Ersparnisse gebracht. Jährlich subventionieren die Jungen die Alten mit Milliardenbeträgen.

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2241 Millionen Franken. Mit diesem Betrag hat die aktive Bevölkerung im vergangenen Jahr die Renten der Pensionierten subventioniert. Dies geht aus dem jüngsten Bericht der Finanzmarktaufsicht (Finma) über die BVG-Versicherungen hervor. Die 2,2 Milliarden Franken machen 8 Prozent des Deckungskapitals für Altersrenten aus.

Eigentlich sollten die Zahler in der zweiten Säule ihre Beiträge nach der Pensionierung in Form von Renten wieder zurückerhalten. Doch das System ist seit Jahren aus dem Lot. Die Parameter, welche die Politik vorgibt, stammen aus dem Jahr 1990 und stimmen längst nicht mehr mit der Realität überein.

Damals war die durchschnittliche Lebenserwartung tiefer, und die Zinsen waren höher. Folge: Die Ersparnisse der heutigen Pensionäre reichen nicht, um ihre Renten zu zahlen. Deshalb bleibt den Versicherungen nicht anderes übrig, als das Geld der heutigen Sparer anzuzapfen.

Tatsächlicher Rentenklau könnte 10 Milliarden betragen

Die 2,2 Milliarden, welche die BVG-Versicherungen von jung zu alt umschaufeln, sind nur die Spitze des Eisberges. Denn die Lebensversicherungen decken nur 20 Prozent des Marktes ab. Die Situation der Pensionskassen ist aber kaum besser. Tatsächlich dürften also rund 10 Milliarden Franken umverteilt werden.        

Schuld an diesem Schlamassel sind wir alle. Am 7. März 2010 lehnte eine Mehrheit von 73 Prozent die Anpassung des Renten-Umwandlungssatzes an die gestiegene Lebenserwartung ab. Die Gewerkschaften und der K-Tipp hatten das Referendum ergriffen und unter dem Schlagwort «Rentenklau» eine populistische Kampagne geführt.

Das Geld versickere bei den Versicherungen, behaupteten sie. Heute ist klar: Das Nein öffnete Tür und Tor für einen viel grösseren Rentenklau. Die Leidtragenden sind die Arbeitnehmer. Mit ihren Ersparnissen in der 2. Säule werden heute die Renten der Pensionierten bezahlt.

«Kolossale Fehlleistungen» der Politiker

Seit der Abfuhr vor sechs Jahren hat die Politik das heisse Eisen nicht mehr angepackt. Der nächste Anlauf ist die Altersreform 2020. Doch bis diese in trockenen Tüchern ist, kann es noch Jahre dauern. Die «Neue Zürcher Zeitung» fordert deshalb eine Tempoverschärfung.

Der Finma-Bericht biete sich «als Pflichtlektüre für Parlamentarier an, denn deren Fehlleistungen sind kolossal». Der Fehler solle mit einem Parlamentsbeschluss aus der Welt geschafft werden, regt die Zeitung an.      

Publiziert am 10.09.2016 | Aktualisiert am 10.09.2016
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90 Kommentare
  • Silvia  Maurer 11.09.2016
    Rentenklau? Ich glaub ich spinne!! Ich arbeite nun schon über 40 Jahre, habe immer schön meine AHV Prämien gezahlt, um den alten Menschen ein Einkommen zu ermöglichen. Niemand meiner Generation hat sich jemals darüber beschwert. Heute stehen wir einer Generation gegenüber, die wir großgezogen haben, welche nur noch Egoistisch und Gelgierig denkt und handelt. Beschämend für uns, die wir geschuftet und gespart haben um im Alter überleben zu können und nun zum Dank überheblich abgeurteilt werden.
  • silvano  schmid aus chur
    11.09.2016
    Und noch etwas für die Jungen:
    Hättet Ihr bei der Heiratsstrafe ja gestimmt würde jetzt nicht eine
    Hetze gegen Jung und Alt stattfinden!
    Aber wenn ein verheiratetes Paar je Fr. 1750 . Rente erhält, erachten wir dies eben auch als Rentenklau, verursacht durch die junge Generation von Mensch und Politiker!
  • silvano  schmid aus chur
    11.09.2016
    Frage an die Jungen:
    Was wäre wenn die sogenannten " Alten " und Rentner sich plötzlich weigern würden die Steuern zu bezahlen?
    Das ginge den Jungen so richtig ans Portemonnaie und zwar so, dass es dann wirklich weh tut!
    Übrigens eine Frechheit wie (nicht alle) Jungen über ihre Vorfahren herziehen. Diejenigen welche es betrifft sollten sich in Grund und Boden schämen!!!
  • Franco  Gisler , via Facebook 11.09.2016
    Da wird fadenscheinig und mit purem Populismus argumentiert.Es sind sicherlich nicht die Rentenbezüger, die angeblich einen Rentenklau an den Jungen vollziehen,es ist das System.Wasser predigen und Wein trinken funktioniert nicht.In aller Erhabenheit, früher gab es nicht so viele Hochschulabsolventen in der Bundesversammlung,es funktionierte gut.Die AHV,ein grossartiger Fortschritt in der Altersversorgung wurde damals auf die Beine gestellt. Sind die Heutigen nur noch Chaos-Parlamentarier?
  • Heinrich  Zimmermann aus Fulenbach
    11.09.2016
    Wenn ich als Rentner überlege, muss ich mich fragen an was man noch alles schrauben muss? Die 2. Säule war mir immer ein Dorn im Auge. Mit den Versprechungen wurde der Bürger über den Tisch gezogen. Die AHV ist die einzige Institution die eine sichere Rente um Leben zu können, garantiert. Sollte die einfache Rente nicht genügen kommt anhand der Einkommensverhältnisse eine EL zum Zug. Somit genau die mehr bekommen die es brauchen. Eine generelle Erhöhung ist Schwachsinn.
    • silvano  schmid aus chur
      11.09.2016
      Herr Zimmermann
      Es bekommen eben nicht alle eine EL obwohl beantragt!
      Das ist eben ein kleiner unterschied.