Paymit gegen Twint: Jetzt greifen die Banken mit dem QR-Code an

Spätestens ab September kann man mit der Bezahl-App Paymit an Selecta-Automaten Soft-Getränke und Schoggi-Stängeli rauslassen. Dafür holen die Banken einen Totgeglaubten aus dem Grab: den QR-Code.

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Mit Paymit kann bald an Selecta-Automaten bezahlt werden. Ennio Leanza/Keystone

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Das Duell um die Vorherrschaft der Schweizer Bezahl-Apps geht in die heisse Phase. Der Bankendienstleister Six hat am Dienstagabend vor Journalisten die neuen Features seiner App «Paymit» vorgestellt. Spätestens ab September kann man mit Paymit an Selecta-Automaten Soft-Drinks oder Schoggi-Stängeli kaufen.

Möglich macht dies ein QR-Code. Er ist auf dem Automaten aufgeklebt. Will man bezahlen, scannt man den Code mit der Handy-Kamera ein und autorisiert den Betrag auf dem Touchscreen.

Ausbau bis Herbst geplant

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Mit Paymit bald an diesen Automaten bezahlen. Keystone
Doch das ist nur der erste Schritt. Six kündigte bereits an, seinen Service dieses Jahr nach und nach auszubauen. Im Herbst soll man in allen Geschäften mit herkömmlichen Six-Terminals damit zahlen können, im Winter dann auch online.

Six rüstet mit seinen Terminals rund 60 Prozent aller Schweizer Läden aus. Es sind die Geräte, die man braucht, um per Kredit-, Post- oder Maestrokarte zu bezahlen.

Neu sollen diese Terminals auf den Bildschirmen einen QR-Code anzeigen, der den zu fälligen Betrag übermittelt. Per Handy gibt man die Zahlung frei.

Banken gegen Staatsbank

140 Schweizer- sowie internationale Banken– etwa die Credit Suisse oder die UBS – sind Aktionäre von Six. Diese fährt nun einen Frontalangriff auf die App Twint von Postfinance. Heikel: Die Postfinance gehört zu 100 Prozent dem Bund.

Mit Twint kann man seit letztem Herbst in zahlreichen Geschäften bezahlen. Vor allem Coop setzt auf die App mit dem grünen Logo. Bald sollen alle Coop-Filialen Twint-tauglich sein.

Die Postfinance-App setzt auf die Bluetooth-Technologie. Der Nachteil: Twint verlangt eigene Bezahlterminals. Neben der Postfinance haben sich die Valiant-Bank, die Bank Coop, die Hypothekarbank Lenzburg sowie die Kantonalbanken aus Bern, Thurgau, Graubünden, Basel und Genf Twint angeschlossen.

Paymit hingegen wird von der UBS, der Raiffeisen und den Kantonalbanken aus Zürich, Luzern, Schwyz, Obwalden, Genf, Zug und St. Gallen unterstützt. Technologischen Support gibts von der Swisscom.

QR-Code mit allen Handys kompatibel

Die App-Verantwortlichen sind überzeugt: Paymit wird sich durchsetzen. Denn im Gegensatz zu Twint funktioniert Paymit mit Bezahl-Terminals, die bereits in den Läden vorhanden sind. Die Abdeckung ist also viel höher. Und folglich auch der Nutzen der Kunden.

Dass Paymit auf den totgesagten QR-Code setzt, hat einen einfachen Grund: Er ist sowohl mit Apple- wie auch mit Android-Geräten verwendbar.

Laut Six-Payment-CEO Jürg Weber hätte Paymit lieber auf die NFC-Technologie gesetzt. Das Problem: Apple sperrt diese Technolgie auf den iPhones – ausser für seinen eigenen Bezahldienst Apple Pay. Weber ist aber überzeugt, dass diese Apple-Schranke bald fällt. «Sobald wir NFC auf iPhones nutzen dürfen, machen wir es!», verspricht er.

Experten sind sich sicher: Es kann sich nur einer durchsetzen – Paymit oder Twint. Und ob diese gegen die US-Giganten Apple oder Google eine Chance haben, ist noch alles andere als sicher. Klar ist nur: Das Handy wird schon sehr bald zum Portemonnaie.

Publiziert am 17.02.2016 | Aktualisiert am 17.02.2016
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7 Kommentare
  • Richard  Ulrich 18.02.2016
    Warum soll ich jetzt zwischen zwei Todgeburten entscheindem müssen, wo es ein Konto dazu braucht?
    Seit nunmehr sieben Jahren gibt es ein System wo man Geld direkt von Person zu Person (oder Firma oder Gerät). schicken kann. Da gibt es keine "Men in the Middle" hat, die abzweigen und zensurieren können. Man volle Kontrolle, wie viel Geld man wohin schickt. Folglich sind die Gebühren fast vernachlässigbar.
    Klingt doch viel besser?
    Die Zukunft heisst BitCoin!
  • Rolf  Wysshaar 17.02.2016
    Wow QR-Code am eautomat. Seit wohl schon bald einem Jahrzehnt funktioniert das auch mit einer SMS.
  • Michel  Wehner aus Zürich
    17.02.2016
    Warum es jetzt, neben der NFC Karte (Kreditkarte/Postfinance,usw) die mit der bereits bestehenden Infrastruktur bestens funktioniert, noch eine Lösung fürs Telefon durchgesetzt werden muss ist mir nicht klar. Das Zahlen mit Karte, die die allermeisten Kunden bereits besitzen, ist so einfach wie auch praktisch. Sehe keinen Vorteil von einer zusätzlichen App. Ausser dass irgendwelche digital Nerds es als unverzichtbar finden.
    • Pascal  Müller 17.02.2016
      naja DU siehst dabei vielleicht keinen Vorteil, aber grundsätzlich finde ich diese ganzen Karten welche sowieso keinen Platz mehr haben im Portemonnaie eher unpraktisch, da ist es mir nur recht wenn wieder eine davon verschwindet, zudem habe ich persönlich, ein digital Nerd bin ich noch lange nicht, das Smartphone eigentlich immer dabei, somit kann ich künftig bei gewissen Gelegenheiten komplett aufs Portemonnaie verzichten. Sicher keine Revolution, aber durchaus praktisch!
  • Ivano  Maltrani aus Massagno
    17.02.2016
    mir wäre lieber ich könnte mit meiner kreditkarte auch da problemlos bezahlen wo es halt nur gerade mal 3-4 franken ausmacht. und zwar schnell und unkompliziert ohne irgendwelche teuren gebühren. in den usa alltag. wir müssen eine neues zahlungssystem aufbauen statt ein bestehendes zu brauchen
    • Mario  Saluz 17.02.2016
      PayPass. Wo ist das Problem? Funktioniert im In- und Ausland...
    • Dean  Biglow aus Zürich
      17.02.2016
      Geht ja schon an vielen Orten, ich bezahle z.B. im Avec-Shop oder Coop auch die kleinen Beträge mit der Kreditkarte und dies mit NFC, kreditkarte an das Terminal halten und bis chf 40.- ist direkt bezahlt und über CHF 40.-, dann noch den PIN eingeben. Ist die einfachste Sache der Welt.