Outdoor-Hersteller stoppt Parallelimporte aus Deutschland Mammut-Zoff um Otto’s Billigpreise

Mammut ist bekannt für seine Hightech-Kleidung und Outdoor Ausrüstung. Diese verkauft die Marke über Fachhändler oder eigene Läden. Doch jetzt taucht Mammutware zu Billigpreisen bei Otto's auf.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Am WEF hielt der US-Vizepräsident seine letzte Rede Biden warnt vor Trump
2 Zwei Jahre Frankenschock Wir werden immer noch abgezockt
3 Mittagessen mit Hollywood-Traumpaar Clooneys exklusive Tafelrunde

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
59 Kommentare
Fehler
Melden

Die Freeride-Jacke Niva 3L verkauft Otto’s in diesem Winter für 299 Franken. Beim Sportfachhändler kostet sie 540 Franken. Den Lawinenrucksack mit Airbag-System gibts für 479 statt 860 Franken. Die Billigpreise für Mammut-Produkte im neuen Flyer des Innerschweizer Warenpostenverkäufers locken Schnäppchenjäger in dessen sechs Ski-Outlets.

Die Tiefpreise bringen die Fachhändler und langjährigen Partner des Outdoor-Herstellers mit Sitz im aargauischen Seon jedoch zum Schäumen. Ein Mammut-Zoff ist entbrannt.

BLICK liegt ein E-Mail von Jürg Hintermeister (50) vor, Leiter Aussendienst bei Mammut. Es ging dieser Tage an Mammut-Wiederverkäufer in der Schweiz. Darin distanziert sich das Unternehmen von den Schnäppchenangeboten. «Wir beliefern ausschliesslich autorisierte Mammut-Fachhändler. Die Otto’s AG gehört nicht dazu», heisst es darin.

play

 

Hintermeister bedauert den Vorfall. Er beschreibt ihn als «unschön» für alle. Die Beruhigungspille an die Sporthändler: «Mittels Recherchen konnten wir ermitteln, dass die Artikel aus Deutschland geliefert wurden. Dieser Verkaufskanal wurde von Mammut bereits geschlossen», schreibt er. «Wir prüfen weitere rechtliche Schritte», kündigt er an.

Gegenüber BLICK wollte sich Hintermeister, der in Bülach ZH für die FDP im Stadtrat sitzt, nicht äussern. Der Mammut-Länderverantwortliche Thomas Brock (54) bestätigt die Informationen. Als Hersteller hochwertiger Bekleidung und Hightech-Ausrüstung wie Lawinenrucksäcken arbeite man äusserst selektiv mit Fachhändlern zusammen. «Wir wollen damit kompetente Beratung und Service sicherstellen», sagt Brock.

Der Otto’s-Chef und älteste Sohn von Firmengründer und FDP-Politiker Otto Ineichen (†70) fürchtet keine Klage: «Gegen was und wen will Mammut denn klagen?», fragt sich Mark Ineichen (45). Die Outdoor-Markenware aus der aktuellen und aus früheren Kollektionen habe man sich ganz legal wie andere Produkte im Ausland besorgt. Zur Erinnerung: In der letzten Wintersaison sorgten seine Importe für Zoff mit den Skiherstellern Fischer und Völkl (siehe Box). Ob sich erneut die Wettbewerbskommission (Weko) einschaltet, war gestern noch unklar.

Ineichen will dem Outdoor-Hersteller trotz Parallelimport-Stopp die Stirn bieten: «Auch wenn die deutsche Mammut-Quelle jetzt trockengelegt ist, haben wir genug Ware für den ganzen Winter.»

Mammut führt Outlet-Läden

Otto’s verramscht die Mammut-Marke nicht als Einziger. Der Konzern führt selbst zwei Outlet-Läden. Einer ist im Erdgeschoss des Mammut-Hauptgebäudes versteckt, wie die «Aargauer Zeitung» kürzlich schrieb. Das aber hängt der weltweit tätige Outdoor-Hersteller mit einem Umsatz von 235 Millionen Franken nicht an die grosse Glocke. «Wir wollen nicht die grossen Massen anziehen», hiess es im Artikel.

Ganz anders Otto’s-Chef Mark Ineichen: «Uns ist es nur recht, wenn die Kunden die Türen unserer Ski-Outlets einrennen.» Das Wintersportgeschäft sei Mitte Oktober jedenfalls vielversprechend angelaufen.

Publiziert am 24.10.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016
teilen
teilen
0 shares
59 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

59 Kommentare
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    25.10.2016
    Was in der Schweiz Hergestellt wird kaufe ich auch hier. ABER das ist der hacken... Jobs werden exportiert ud dann soll ich den selben Preis bezahlen? Wenn Ware eh aus China kommt warum soll ich so viel mehr hinlegen? Das selbe wie meine Freude über meinen Bodybag von Victorinox: Logo drauf - und null Schweiz (Design ist jetzt nicht der Brüller) dran. Hab ich erst daheim gesehen und mich genervt. Zahle gerne einen höheren Preis aber dann Wertschöpfung im Land - und nicht nur der Gewinn!
  • Pippa  Fischer aus Sankt Gallen
    25.10.2016
    Manchmal bestelle ich aus Italien, würde ich die Pakte hierher bestellen, dann habe ich nur die Option Express-Versand 25 Euro, zuzüglich Zoll und Steuer, die ich bei einer Rücksendung gar nicht, oder ab einem bestimmten Betrag sehr kompliziert zurückholen kann. Nach D, kostenloser Versand, kein Zoll und extra Steuern, so spare ich an einer einzigen Bestellung ca. 80 Euro. Dafür tanke ich, gehe dort etwas essen oder einkaufen.
  • Frank  Nowakowski aus Rotkreuz
    25.10.2016
    Wenn ihr Schweizer für den gleichen Lohn arbeiten geht wie er in Deutschland gezahlt wird, dann verspreche ich euch werden auch hier die Preise auf das Deutsche Niveau fallen. Bis dahin ruhig bleiben und zur Not auch mal auf etwas Verzichten.
  • Annemarie   Setz 25.10.2016
    Wenn ich sehe, wie man bei Ottos ein gutes, lange eingeführtes Parfum einer guten Marke günstig kaufen kann, und in der Parfumerie für das gleiche Produkt sehr viel mehr bezahle, frage ich mich schon weshalb. An schlechterem Inhalt kann es nicht liegen.
  • Harry  Starck 25.10.2016
    Hintermeister, von der FDP in Bülach ZH weiss als Politiker gar nicht was es heisst mit 3000.-/Mt. zu leben. Liebe Leute in Bülach und Umgebung, merkt euch diesen Namen und wählt ihn nicht mehr!
    Ich frage mich sowieso hat er als Stadtrat zu wenig zu tun, dass er auch noch als Leiter Aussendienst bei Mammut tätig sein muss? Oder ist es nur weil er girig ist? Darum wohl auch die Massnahmen gegen den Deutschen lieferanten. Er hat sonst zu wenig Umsatzbeteiligung (auf kosten der Schweizer).