SPD-Chef über Steuerstreit «Organisierte Kriminalität in Schweizer Banken»

BERLIN - Im Steuerstreit zwischen Deutschland und der Schweiz hat der Chef der deutschen SPD, Sigmar Gabriel, Schweizer Banken organisierte Kriminalität vorgeworfen.

  • Publiziert: 12.08.2012
play Erhebt Vorwürfe gegen Schweizer Banken: Der deutsche SPD-Chef Sigmar Gabriel (Archiv) (Keystone)
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Gabriel verteidigte den Ankauf von CDs mit den gestohlenen Daten mutmasslicher Steuerhinterzieher durch das Land Nordrhein-Westfalen.(Symbolbild)

(Keystone)

Wer bandenmässig Steuern hinterziehe, könne mit zehn Jahren Haft bestraft werden, sagte der SPD-Chef Sigmar Gabriel am Sonntag im Deutschlandfunk.

«Das ist ein schwerer Straftatbestand. Hier reden wir über organisierte Kriminalität in Schweizer Banken in Deutschland.» Es ärgere ihn, dass es keine Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung solcher Vergehen gebe.

Die USA hätten den Schweizer Banken schlicht und einfach mit Strafverfolgung gedroht, sagte der SPD-Chef. «Warum trauen wir uns das eigentlich nicht? Oder warum übergeben wir das nicht dem Generalbundesanwalt, damit er dagegen ermittelt? Die werden ruck-zuck aufhören, da bin ich ganz sicher», sagte Gabriel.

Kauf von Bankdaten verteidigt

Gabriel verteidigte den Ankauf von CDs mit den gestohlenen Daten mutmasslicher Steuerhinterzieher durch das Land Nordrhein-Westfalen. Das sei durch die Rechtsprechung gesichert. Die CDs stammen häufig von Bankmitarbeitern, die diese den deutschen Behörden anbieten.

Immer wieder wird den Schweizer Banken vorgeworfen, sie würden auch Schwarzgeld gezielt anlocken und damit Beihilfe zur Steuerhinterziehung leisten. Die Banken weisen diesen Vorwurf zurück.

SPD kritisiert Schlupflöcher

Die deutsche Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP drängt die Opposition aus SPD und Grünen, das ausgehandelte Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland in der Länderkammer des Parlaments, dem Bundesrat, zu billigen. SPD und Grüne wollen das Abkommen aber zu Fall bringen. Die Abstimmung in der Länderkammer soll voraussichtlich im November stattfinden.

Das Abkommen, dass eine Abgeltungssteuer zwischen 21 bis 41 Prozent für unversteuerte Altvermögen und eine Besteuerung in Zukunft wie in Deutschland vorsieht, soll die Steuerhinterziehung via Schweizer Banken beenden. Der umstrittene CD-Kauf soll ebenfalls beendet werden.

SPD-Chef Gabriel kritisierte das Abkommen erneut als eine Legalisierung von Steuerhinterziehung, da die deutschen Steuersünder anonym bleiben. Zudem habe der Text viele Schlupflöcher, um Schwarzgeld rechtzeitig in Sicherheit bringen zu können, kritisierte er im Interview. (SDA)

Beliebteste Kommentare

  • Alfred  Peter , Dietikon
    Mit diesen aroganten Möchtegern-Parteibonzen kann man nicht
    verhandeln.Sämtliche Abkommen mit Deutschland sollten
    gestrichen werden.
  • Eddie  Flüeler
    Für Deutschland und USA wird der Tag der Ernüchterung kommen.
    Die Amerikaner haben in ihrem 250 Jahren bestehenden Staat, noch immer nicht gelernt zu sparen. Und die Deutschen nehmen immer noch marode Länder in die Eu auf und müssen sie dann mit gedruckten Gelder füttern.

Alle Kommentare (33)

  • Sandro  Meyer , Basel
    Wer ist schon Gabriel? Ein opportunistischer Selbstdarsteller auf den eigentlich niemand mehr hört. Er soll sich lieber um irgend welche Patenschaften für Eisbären oder andere Tierchen kümmern als seinen ungefragten Senf abzugeben.
    • 13.08.2012
    • 27
    • 2
  • Andreas  Huber , Bad Zurzach
    Ich habe vor kurzen in den Ferien eine nette ältere deutsche Dame im Hotel getroffen und mit ihr geplaudert. Wir kamen auch auf dieses Thema zu sprechen, worauf sie meinte und eindringlich sagte: "Bitte gebt in diesem Streit nicht nach, seid standhaft und lasst euch nicht alles gefallen!". Recht hat sie!
    • 12.08.2012
    • 30
    • 4
  • Paul  Michel , via Facebook
    Was ist mit der Steuerkriminalität bei den Schweizerbürgern! Das Bankgeheimnis schütz ihr Vermögen vor den Steuervögten und solange es Kantone wie Obwalden gibt, wo dank der FDP Niemand wissen darf, wieviel Steuern bezahlt wird, sind alle Türen offen für den legalen Steuerbetrug!
  • Weidmann  Hans , via Facebook
    Und wo haben sie ihr Schwarzgeldkonto Herr Sigmar? Lächerlich, wenn deutsche 2. Klass Politiker auf sich aufmerksam machen wollen, müssen sie nur über die Schweiz wettern. Dabei gibt es auch ne ganze Menge anderer Länder welche über solche unehrenhafte Kontos verfügen. Na ja, ich bin froh lebe ich in klein Gallien von Europa... ;-
  • Horst  Lorenz , Vaduz , via Facebook
    Sind die Hehler in den deutschen Ministerien und Parteizentralen weniger kriminell?
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