ÖV-Gewerkschaft fährt SBB-CEO für Uber-Projekt an «Das geht gar nicht, Herr Meyer!»

Die SBB legt sich mit dem umstrittenen Taxidienst Uber ins Bett. Die ÖV-Gewerkschaft SEV hält davon nichts, wie ihr Vizepräsident Manuel Avallone sagt.

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SBB-CEO Andreas Meyer am grossen Gotthard-Event vom vergangenen Wochenende. THOMAS LUETHI / HEG

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Paukenschlag im öffentlichen Verkehr: Die SBB und Uber machen in der Schweiz gemeinsame Sache. Der umstrittene Taxidienst soll nächstes Jahr in den Reiseplanerdienst der Bahn integriert werden. Das machte SBB-CEO Andreas Meyer (55) heute im BLICK publik.

Die Reiseplaner-App enthält in der ersten Version Angebote für Sharing-Dienste wie Mobility und Publibike. Dann soll Uber hinzukommen. Meyer stellt sogar in Aussicht, dass der Taxi-Dienst in die Haupt-App SBB-Mobile integriert werden könne.

Anzeigen gegen Uber-Fahrer

SEV-Vize Manuel Avallone. play
SEV-Vize Manuel Avallone. Alexander Egger

Die Verkehrspersonal-Gewerkschaft SEV kritisiert das Uber-Projekt der SBB. «Diese Zusammenarbeit ist äusserst fragwürdig», sagt SEV-Vizepräsident Manuel Avallone (54) zu BLICK. «In der Öffentlichkeit gibt sich die SBB als sehr sozialer Arbeitgeber und packt dann einen Taxidienst auf ihre Plattform, der Dumpinglöhne zahlt. Das geht gar nicht.»

Pikant auch: 559 Anzeigen gingen bereits in Zürich und Lausanne gegen Uber-Fahrer ein. Viele Lenker der Billig-Version UberPop seien ohne notwendige Bewilligung unterwegs, berichtete kürzlich die Nachrichtensendung «10vor10».

«Nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer»

Avallone: «Wir haben nichts gegen neue Mobilitäts-Plattformen. Die Liberalisierung des öffentlichen Verkehrs darf aber nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer stattfinden.» Dass die SBB dem Dienst Uber eine solche Plattform bietet, ärgert ihn. «Zudem baut man eine Riesenkonkurrenz gegenüber dem Taxigewerbe auf – praktisch auf Staatskosten», sagt Avallone.

«Meyer hat sich einseitig mit der Zukunft beschäftigt»

Für die Zukunft schliesst SBB-CEO Andreas Meyer nichts aus: «Vielleicht landen auf den Bahnhöfen an zentralen Lagen eines Tages sogar selbstfliegende Flugzeuge.» Die Verknüpfung aller Mobilitätsträger werde immer wichtiger. «Was zählt, ist ein Angebot, das den Kunden hohen Nutzen stiftet», sagte er im BLICK.

Bei solchen Aussagen kann der SEV-Gewerkschafter nur den Kopf schütteln. «Ich habe den Eindruck, dass Herr Meyer sich nur einseitig mit der Zukunft beschäftigt», sagt Avallone. «Er sollte sich lieber auch mit den sozialen Folgen solcher Überlegungen beschäftigen anstatt abzuheben.»

Publiziert am 12.12.2016 | Aktualisiert am 16.12.2016
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11 Kommentare
  • Peter  Stalder aus Winterthur
    12.12.2016
    Ich finde man sollte Herr Meyers Job mal auf den freien Arbeitsmarkt stellen.
    Gibt sicher jemanden der Herr Meyers Arbeit für Fr. 5000.- im Monat macht. Und zwar besser als Herr Meyer!

    Bei den normalen Angestellten macht man es doch auch so, warum nicht auch beim Kader?
  • Christian  Kronenberg aus Therwil
    12.12.2016
    Flexbus will der SBB konkurieren, UBER der Schweizer Taxiunternehmen und die SBB als Staatsbetrieb will mit UBER zusammenarbeiten! Ich frage mich schon, ob dieser Meyer eigentlich als SBB-Chef noch tragbar ist? Das wird nie und nimmer funktionieren, vorallem den Firmenen UBER und Flexbus wird es wie im Ausland an den Kragen gehen. Gut so, denn die Zeche müssten für diese Fehlentwicklung die Steuerzahler berappen!
  • Ann Sophie   Leopoldsky aus Zürich
    12.12.2016
    Ich verstehe die SBB. Uberfahrer sind in der Regel sehr freundlich, sauber, ortskundig, verstehen Deutsch und sind erst noch guenstiger - so ziemlich das Gegenteil des traditionellen Taxigewerbes.

    • Christian  Kronenberg aus Therwil
      12.12.2016
      Frau Leopoldsky, dann berücksichtigen Sie das falsche Taxiunternehmen. Ich bin mir sicher in Zürich gibt es auch sehr gute Taxifirmenen. Ihnen geht es vorallem um den Preis! UBER ist ilegal und Sie als Kunde machen sich auch strafbar wenn Sie kontrolliert werden. UBER und auch Flexbus wird so in der Schweiz nie funktionieren können. Voraussetzungen und Bedingungen dieser Firmenen sind gesetzlich bei Weitem nicht erfüllt.
    • Ann Sophie   Leopoldsky aus Zürich
      12.12.2016
      Herr Kronenberg, ich schaue auf Preis-Leistung und ja, das Verhaeltnis ist bei Uber einfach um Welten besser.
      Und nein, Uber ist nicht illegal.
      Sie benutzen weiterhin Taxi, ich benutze Uber: Wo genau ist Ihr Problem?
    • Martin  Siegenthaler aus Bottmingen
      12.12.2016
      Auch ich finde UBER sehr gut. Die Taxis sind in der Schweiz viel zu teuer und die Fahrer oft unfreundlich. Es wäre ziemlich dringend, dass der Bundesrat und das Parlament die rechtliche Grundlage dafür gut regeln, damit der Fahrer und Gast sicher sein können. Das UBER System ist innovativ und bringt viele Vorteile mit sich. Mit dem Bewertungssystem wird gut kontrolliert, dass nur top Fahrer dabei sind etc...
    • Christian  Kronenberg aus Therwil
      12.12.2016
      Frau Leopoldsky es ist so, dass UBER ilegal ist. Kommen Sie mit UBER in eine Polizeikontrolle, dann gibts eine Strafanzeige gegen den UBER-Fahrer falls er mehr als zweimal im Monat gegen Entgelt fährt und der Kunde macht sich damit auch strafbar. Ich bin Taxiunternehmer in der Region Basel und weiss sehr genau Bescheid. UBER kann nur so günstig fahren weil sie jegliche Gesetze missachten!
    • meier  fritz 13.12.2016
      @ Christian Kronenberg: Ich nutze zwar Uber nicht und fahre weiterhin Taxi, doch muss ich sagen, dass die Taxibranche sämtliche Entwicklungen verschlafen hat. Bargeldlos bezahlen ist noch immer nicht in jedem Taxi möglich, ein Taxi via App bestellen geht zwar, doch dann bräuchte ich für jede Stadt und jedes Taxiunternehmen eine separate App. Auch wenn derzeit die rechtliche Lage nicht restlos geklärt ist, sind Uber und vergleichbare Angebote die Zukunft.
  • Peter  Kuster 12.12.2016
    Alles kein Problem, Herr Meyer bekommt in Zukunft pro Monat 8000 was genügend für seine Dienste ist, da die SBB ja ein Staatsunternehmen ist und den Rest, den er bisher bekommen hat, wird in einen Topf für Taxifahrer getan. Auf diese Weise bekommt jeder CH Taxifahrer jedes Jahr einen netten Zustupf zu seinem kargen Lohn. Als wirklich, dieser Herr scheint nun aber wirklich so abgehoben zu sein, dass er es nicht schnallt was er da anrichtet.
  • Daniel  Weilenmann aus Zürich
    12.12.2016
    Dem Wandel gehört die Zukunft! Mir passt das auch nicht immer und überall. Doch darauf achtet der Fortschritt eben nicht. Die Schweiz will und darf doch den "Zug" nicht verpassen.