Öko-Studie Solarpanels auf Bauernhöfen statt AKWs

Installiert man auf 80 Prozent der Schweizer Bauernhöfe eine Solaranlage, können drei AKWs ausgeschaltet werden, heisst es in einer Studie. Doch die Verfasser gehen noch viel weiter.

Studie zeigt: Solaranlagen könnten AKWs in der Schweiz ersetzen play
Auf Dächern von Bauernhöfen hat es viel Platz für Solarzellen.  Urs Flüeler

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Leo Müller (58) glaubt an die Solarenergie. Darum fordert der Luzerner CVP-Nationalrat mit einer Motion, dass der Bund den Bau grossflächiger Solaranlagen mehr fördert. Viel Potential sieht er bei den Bauern. «Wenn 14'500 Bauernhöfe mit einer Solaranlage ausgestattet werden, könnten sie so viel Strom produzieren wie das AKW Mühleberg», sagt er der «Rundschau». 

Gestützt wird die Forderung von einer Studie, die die Solar Agentur Schweiz erstellt hat. Demnach könnten 43'000 Bauernhöfe (80 Prozent des Schweizer Bestands) mit Solarpanels auf dem Dach so viel Strom produzieren wie die zwei Atomkraftwerke in Beznau (AG) und Mühleberg (BE) zusammen. 

AKWs überflüssig?

Und die Verfasser gehen noch weiter: Würde zusätzlich auf 30 Prozent der Gewerbegebäude und auf der Hälfte der Mehrfamilienhäuser eine Solaranlage installiert werden, ergäbe dies eine jährliche Stromproduktion von 130 Terawattstunden – das ist fünf Mal mehr, als alle Schweizer AKWs zusammen produzieren. 

Sparpotential sieht die Studie bei der Gebäudeisolierung. Aktuell verbrauchen die drei Millionen Gebäude hierzulande 125 Terawattstunden im Jahr. Jedoch verlieren diese rund 80 Prozent der Energie durch Wärmeverluste. Laut den Studienverfassern liegt das Sparpotential durch Effizienzmassnahmen bei 100 Terawattstunden pro Jahr. 

SVP-Präsident Albert Rösti hält von dieser Idee wenig. «Wenn die Sonne scheint, produzieren die Solaranlagen Strom. Doch im Winter können die Solarpannels nicht genügend Strom liefern», sagt er im Gespräch mit der «Rundschau». Zudem befürchtet er, dass mit einer Solar-Offensive die Wasserkraft unter Druck gerate. (bam)

Publiziert am 13.10.2016 | Aktualisiert am 28.10.2016
  Philippe Rossier
Hightech

Fassade mit Funktion

Die dunkle Fassade besteht komplett aus Photovoltaik-Modulen, die Sonnenlicht in Strom umwandeln. Der Solarstrom wird im Keller für den kurz- und mittelfristigen Gebrauch in Batterien gespeichert – und nicht erst ins Netz eingespeist. Als langfristige Reserve für den Winter wird er zudem in Wasserstoff umgewandelt und in dieser Form in unterirdischen Tanks aufbewahrt. Bei Bedarf lässt sich der Wasserstoff wieder in elektrische Energie und in Wärme transformieren.

Ein Teil der Sonnenenergie treibt zudem die Wärmepumpe an, die das Warmwasser für Haushalt und Heizung aufbereitet sowie die thermischen Kurz- und Langzeitspeicher füttert. Dieses ausgeklügelte System macht die Liegenschaft zum weltweit ersten energieautarken Mehrfamilienhaus.

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79 Kommentare
  • Hansjürg  Meister 14.10.2016
    Ich habe 3 Häuser, 2 davon mit je über 400 Quadratmeter Dachfläche. Wenn die Solarfundis diese Fläche verwenden wollen, dürfen die gerne einen Vorschlag für eine mir genehme Jahresmiete machen.
  • urs  waelchli 14.10.2016
    Habe 2012 Solarpanels montiert, leider!!!!! Verliere seit diesem Tag, jeden Tag Geld, bisher rund 60000-. Franken, da niemand den Solarstrom zu den Gestehungskosten kaufen will!
  • Alfred  Gerber aus Goldingen
    14.10.2016
    Ich staune immer wieder, wie je nachdem ob man Daumen runter oder Daumen rauf drückt einmal 1 Stimme, das andere Mal gleich 20 oder noch viel mehr Stimmabgaben gezählt werden. Manipulation durch den Blick um gewünschte Resultate zu erreichen?
    • Roger  Hofstetter 14.10.2016
      Herr Gerber, das lässt sich relativ einfach erklären: Wenn Sie sich auf der Seite des Artikels befinden, dann kann es gut sein, dass auch andere gerade den Artikel lesen, und auch Votings abgeben(Daumen rauf/Daumen runter). Da sich die Seite nicht permanent automatisch aktualisiert, wird das nicht angezeigt. Wenn Sie dann ein Voting abgeben, dann aktualisiert sich der Inhalt und so kommen diese teilweisen Zahlensprünge zustande. Keine "Manipulation", sondern einfach Technologie.
  • Fritz  Meier 14.10.2016
    wen ich dieses Bild betrachte, frage ich mich, wo da die SUVA bleibt! Keine Sicherheitsmassnahmen und gar nichts. Einfach Dilletantisch wie hier gearbeitet wird und da soll man Vertrauen in ein solches Dach bekommen oder in einen solchen Unternehmer?
  • Roger  Hofstetter 14.10.2016
    Die Solarleistung, deren Berechnung wohl auf einer idealen Leistungsaufnahme beruhen werden, ist wohl eher ein theoretischer Wert. Solarzellen allien richten es nicht. Es braucht eine ganzheitliche Sicht der Energieversorgung. Ich bin auch der Meinung, dass ein entsprechendes Konzept, welches alle Faktoren einbezieht, dazu führen kann, dass wir ganz auf Atomstorm verzichten können, oder zumindest nur noch 1 AKW(4. Generation) benötigen.