Nur eine Partei steht noch zur UBS

  • Aktualisiert am 03.01.2012

BERN – Die SVP wettert über die Risiken der UBS, die SP spricht gar von «dubiosen Geschäftsfeldern» und geisselt die Boni-Zahlungen. Nur eine Partei sieht bereits einen «Silberstreifen am Horizont»: Die FDP.

Die SVP fordert: Die Salärstrukturen des obersten Managements der Grossbanken seien den Regiebetrieben des Bundes oder der Nationalbank anzupassen. «Ein Bonus muss eine Belohnung sein für eine gute Leistung», sagte SVP-Sprecher Alain Hauert.

Die SP bläst ins gleiche Horn. Es dürfe keine Bonuszahlungen geben, und die UBS müsse «endgültig Abstand nehmen von ihren dubiosen Geschäftsfeldern.» Die Nationalbank dürfe nicht nur Schrott erhalten.

Doch eine Partei schaut mit verklärtem Blick auf die heutigen Neuigkeiten. Die FDP. Bei der UBS sehe man erste Zeichen eines notwendigen Kulturwandels bei der Lohnpolitik. Auch habe die Bank den Vertrauensverlust gestoppt und im Januar Neugelder erhalten. Dies seien «erste Silberstreifen am Horizont», ist FDP-Generalsekretär Stefan Brupbacher überzeugt.

«Massive Fehlleistung»

Die SP verurteilt die «massive Fehlleistung» der UBS-Leitung, welche zu einem Verlust von rund 20 Mrd. Franken im letzten Jahr geführt habe. Die trotz dieses Resultats ausgeschütteten Boni überstiegen das vertraglich Geregelte bei weitem.

Dagegen begrüsst die FDP die Reduktion der Gesamtlohnsumme bei der Grossbank um 36 Prozent sowie die drastische Kürzung der Boni. Die Boni verteidigte der FDP-Generalsekretär damit, dass die UBS im internationalen Vergleich die bisher klar höchsten Kürzungen vorgenommen habe und auf motiviertes und gutes Personal angewiesen sei.

Für die Grünen ist es eine Provokation, dass die UBS trotz riesiger Verluste weiterhin Boni in Milliardenhöhe bezahlt. Statt Bonuszahlungen brauche es ein Lohnsystem, das Kaderlöhne vertraglich begrenze.

«Klumpenrisiken» verringern

Der SVP ist insbesondere die Risikobereitschaft der UBS ein Dorn im Auge. Ein Zusammenbruch der UBS würde die ganze Volkswirtschaft mitreissen, deshalb sei auch ein Rettungspaket geschnürt worden. Unternehmen, die eine solche Bedeutung im Verhältnis zur gesamten Volkswirtschaft haben, dürfe es nicht geben. Die SVP fordert deshalb, dass solche «Klumpenrisiken» verringert werden.

Per Gesetz seien Unternehmensstrukturen vorzuschreiben, in denen verschiedene, voneinander unabhängige, selbständige Tochtergesellschaften die Bankaktivitäten im In- und Ausland wahrnehmen. (SDA/num)

KV Schweiz zeigt sich besorgt

ZÜRICH – Der Kaufmännische Verband (KV) Schweiz ist über den Verlust der UBS «besorgt» und fordert die Grossbank an einen Tisch: Es brauche mit Blick auf die drohenden Entlassungen in der Schweiz sozialverträgliche Lösungen. Die Bankenwelt werde nach der Finanzkrise nicht mehr in der alten Form weiter existieren, schreibt KV Schweiz in einer Mitteilung. Darum müsse die UBS auf die Stärken setzen – auf die Kompetenz ihres Personals. (SDA)

CVP sieht Hoffnungsschimmer

BERN – Auch wenn die Lage schwierig bleibe, ortet die CVP «einige positive Signale» nach der Bekanntgabe der UBS-Resultate 2008. Die Verringerung der Gesamtlohnsumme sei eine beachtliche Massnahme, sagte CVP-Präsident Christophe Darbellay. Doch auch die Boni finden keinen Anklang bei der CVP: Man finde kaum Verständnis für die über die vertraglichen Verpflichtungen hinausgehenden Bonuszahlungen bei der UBS. Die negativen Reaktionen in der Bevölkerung seien begreiflich. (SDA)

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