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Der Kahlschlag bei Novartis löst geharnischte Reaktionen aus. Mittlerweile haben die ersten Arbeitnehmerverbände reagiert. «Angestellte Schweiz» und der Angestelltenverband von Novartis äussern sich schockiert und zutiefst betroffen.
Die Gewerkschaft Syna wirft Novartis-Boss Joe Jimenez Verantwortungslosigkeit vor: «Syna akzeptiert nicht, dass ein hochrentables und krisenresistentes Unternehmen wie Novartis ohne Not einen solchen Stellenabbau nur schon beabsichtigt. Dies ist ein Spiel mit dem sozialen Frieden und zeigt, wie abgehoben und bar jeder Verantwortung heute die globalisierte Managergilde Entscheidungen trifft, welche nur den Aktionärsnutzen im Auge haben», so die Gewerkschaft.
Der baselstädtische Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin bezeichnet den Abbau als «schwerwiegend» und will sich mit Novartis-Chef Jimenez persönlich treffen.
Der angekündigte Kahlschlag bei Novartis ist in der Tat brutal: Insgesamt sollen weltweit rund 2000 Stellen gestrichen werden. Der grösste Teil davon in der Schweiz: 1100 Jobs fallen den Sparplänen hierzulande zum Opfer.
In der Schweiz beschäftigt der Pharma-Multi 12500 Mitarbeiter. Das heisst: Fasst 9 Prozent aller Novartis-Jobs in der Schweiz sollen über die nächsten Jahre gestrichen werden!
Novartis spricht verklausuliert von einer «Anpassung der Kostenstruktur». Für das Geschäft in der Schweiz bedeutet der Abbau hingegen, dass kaum ein Stein auf dem anderen bleiben wird. Betroffen sind vor allem die Standorte in Basel und Nyon. In Nyon wird ein ganzer Standort mit 320 Stellen geschlossen. In Basel werden 760 Jobs abgebaut.
Novartis-Chef Joe Jimenez erklärt den Schritt: «Die beschlossenen Massnahmen stellen sicher, dass Novartis auch in Zukunft ihre Aufgabe erfüllen kann, neue und innovative Medikamente, die von den Patienten benötigt werden, zu entdecken und zu entwickeln.»
Unglaublich: Novartis konnte den Umsatz im dritten Quartal um 18 Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar steigern. Die Gewinn stieg um 12 Prozent – auf über 3,5 Milliarden. Das entspricht einer Marge von fast 24 Prozent!
Selbst Novartis-Boss Jimenez bestreitet nicht, dass Novartis gut unterwegs ist, mahnt aber: «Obwohl unsere Performance stark ist, stehen wir vor einer schwierigen Situation, die sich vermutlich auch in den kommenden Jahren nicht ändern wird.»
Dafür mehr Jobs in China und Indien
Den Stellenabbau erforderlich mache vor allem der Preisdruck der hochverschuldeten Staaten auf die Medikamente. Im diesem Jahr seien die Preise im europäischen Pharmageschäft um rund 5 Prozent gesunken.
Der starke Franken habe laut Jimenez hingegen kaum eine Rolle beim Entscheid für die Sparmassnahmen gespielt.
Eine gute Nachricht ist das Sparprogramm für China und Indien. In solchen Billiglohnländern will der Pharma-Multi 700 Jobs schaffen. sagte Jimenez.
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Lichter löschen bei Novartis: Der Pharmariese streicht 2000 Stellen. 1100 davon in der Schweiz! (Anton J. Geisser)