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Begründung der US-Regierung für diese historische Aktion: Damit soll ein «unkontrolliertes Versagen» des Instituts verhindert werden.
AIG (American International Group) war bekanntlich wegen Milliardenverlusten im Zuge der Kreditkrise in akute Kapitalnot geraten. Die Verluste stiegen auf 20 Milliarden Dollar (gut 20 Mrd. Franken). Die Aktie des Versicherers verlor seit Jahresbeginn mehr als 90 (!) Prozent ihres Werts.
Die drohende Pleite eines der weltweit grössten Versicherer hätte die globalen Finanzmärkte in weitere schwere Turbulenzen gestürzt. Denn der Konzern spielt für die gesamte Branche eine wichtige Rolle bei der Risikoabsicherung.
Staat übernimmt Kontrolle
Der hohe Kredit soll eine Laufzeit von zwei Jahren haben, wie die Notenbank (Fed) in der Nacht auf heute mitteilte. Als Sicherheit dient das gesamte Vermögen von AIG.
Diese wird praktisch «verstaatlicht»: Die amerikanische Regierung übernimmt knapp 80 Prozent der Kontrolle an dem Konzern und erhält ein Veto- Recht bei der Ausschüttung der Dividende.
«Die Interessen der Steuerzahler sind durch die Kernbedingungen dieses Kredits geschützt», betont das Fed. Das Paket sei in enger Abstimmung mit dem Finanzministerium erarbeitet worden. In einer ersten Reaktion begrüsste Präsident George W. Bush die Vereinbarung.
Börsianer begeistert
Vor wenigen Monaten wäre eine solche Rettung kaum vorstellbar gewesen. Und die Börsianer hätten sie als Einmischung des Staats strikt abgelehnt. Doch unterdessen herrschte Panik an den Börsen. Deshalb schnaufen die Finanzleute jetzt tief durch: An den Märkten wurde die Rettungsaktion mit Erleichterung aufgenommen. In Japan stieg der Nikkei-Index heute um 2,2 Prozent.
Händler sprachen von der Hoffnung, die schlimmsten Auswirkungen der Kreditkrise seien nun überstanden. Insbesondere Finanztitel legten zu. Zu den Gewinnern an der Tokioter Börse gehörte Mitsubishi UFJ Financial.
Barclays kauft Teile von Lehman
Auch für einen Teil der Mitarbeiter der zusammengebrochenen US- Investmentbank Lehman Brothers gibt es wieder Hoffnung. Die britische Bank Barclays kauft für 1,75 Milliarden Dollar Teile des Geschäfts der Traditionsbank in Nordamerika.
Betroffen wären damit mit etwa 10000 Mitarbeiter rund die Hälfte aller Beschäftigten von Lehman Brothers.
Lehman hatte am Montag Gläubigerschutz beantragt. Seitdem wenden sich immer mehr Kunden von der Bank ab
Barclays hatte die Verhandlungen am Wochenende zunächst platzen lassen, weil die amerikanische Regierung keine Garantien übernehmen wollte. Dies hatte zum Zusammenbruch der US-Bank beigetragen. (SDA/snx)
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Staat musste Nothilfe leisten: AIG. (AP)