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Der Finanzkapitalismus liegt in Trümmern. Die Banken stecken in der schlimmsten Krise seit 1929, die Wall-Street-Banken sind verschwunden, die UBS hängt am Staatstropf. Die Wirren schlagen auch auf die reale Wirtschaft über. Reihum korrigieren die Prognose-Institute ihre Voraussagen nach unten.
«Die Schweizer Wirtschaft befindet sich bereits in einer Stagnationsphase», sagt Urs Müller (51), Leiter von BAK Basel Economics. Im nächsten Jahr dürfte das Bruttonationalprodukt gerade noch um 0,7 Prozent wachsen. Bislang lag die Prognose bei 1,3 Prozent. «Zieht man das Bevölkerungswachstum ab, schrumpft die Wirtschaft sogar leicht», so Müller. Auch die Konjunkturforscher der KOF glauben, dass die Schweiz im Winter von einer Rezession erwischt wird.
Und doch: Die Schweizer Wirtschaft schlägt sich beachtlich. «Im Vergleich mit den USA, aber auch mit Europa steht die Schweiz besser da», sagt der BAK-Ökonom. Gründe sind eine robuste Exportwirtschaft und die fast ungebrochene Kauflust der Konsumenten. «Angstsparen gibt es in der Schweiz derzeit kaum», so Müller weiter. Kein Wunder, denn trotz konjunktureller Abschwächung dürfte die Arbeitslosigkeit in den nächsten Jahren unter drei Prozent verharren.
Selbst wenn der Bund mit der UBS-Rettung Schiffbruch erleiden und die Nationalbank auf den Schrottpapieren sitzen bleiben sollte, wäre das noch keine Katastrophe für die Schweiz. «Die Staatsverschuldung wäre noch immer tiefer als jene Belgiens», sagt der Freiburger Wirtschaftsprofessor Reiner Eichenberger (47).