Preisüberwacher Noch nie so viele Reklamationen!

  • Publiziert: 09.07.2012
  • Ulrich Rotzinger

Viel Arbeit für den Preisüberwacher. Im ersten Halbjahr 2012 hagelte es schon 1600 Beschwerden. Jede fünfte gegen die Post.

Preisüberwacher Stefan Meierhans hatte im letzten Jahr mit 2639 Bürgermeldungen so viel zu tun wie noch nie. Und nun lassen neuste Zahlen zum ersten Semester 2012, die BLICK exklusiv vorliegen, auf ein weiteres Rekordjahr schliessen. Von Januar bis Juni gingen bereits 1600 Beschwerden und Meldungen von Konsumenten ein – neuer Rekord.

Laut Meierhans waren es in den Halbjahren der beiden ebenfalls schon «intensiven» Vorjahre mit jeweils rund 1000 Beanstandungen über ein Drittel weniger. «Trotz unserer 2010 eingeleiteten Gegenmassnahmen steigt die Anzahl von Preisbeanstandungen noch immer», sagt Meierhans. Gegenüber 2002 habe sich die Zahl der Meldungen vervierfacht.

Am häufigsten Kritik gabs für den gelben Riesen: «Die Post hält mit über einem Fünftel aller Beschwerden den absoluten Rekord.» Zur Erinnerung: Kunden sollten fürs Verschicken von Päckli ins Ausland mehr bezahlen. Meierhans intervenierte, worauf die Post auf den Aufschlag verzichtete.

Zählt Meierhans zu den Post- auch noch Telekom- und Internet-Meldungen hinzu, kommt er auf 56 Prozent aller Beschwerden.

Mit einem Anteil von 16 Prozent am zweithäufigsten Kritik gabs im Transport-Dossier (öV, Verkehr, Zoll). Meierhans: «Marktversagen findet man vor allem dort, wo der Bund als Eigner stark involviert ist.» Die Gesundheit betrafen zwölf Prozent der Meldungen, die für Energieversorgung fünf Prozent. Leicht abgenommen habe die Aufregung bei den Themen Bekleidung und Lebensmittel. «Das mag daran liegen, dass Währungsvorteile nun doch mehr weitergegeben werden.»

Meierhans will bei den Euro-Importeuren aber weiter den Finger in die Wunde legen. Aber auch die Post und Spitaltarife würden ihm bis Jahresende noch viel Arbeit bescheren.

Beliebteste Kommentare

  • Remo  Müller
    Ich würde mir wünschen, der Preisüberwacher würde etwas gegen die Trassenpreise und die überteuerten SBB Billette machen. Speziell das GA
    • 09.07.2012
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Alle Kommentare (6)

  • Roland  Wyss , Zürich
    Die Stelle des bestimmt hochbezahlten Preisüberwachers könnte mann sich getrost sparen. Der macht ja soweiso nichts was den restlichen Politikern nicht passt, die hacken sich doch gegenseitig kein Auge aus. Alles nur Scheinheilig diese Stelle.
    • 09.07.2012
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  • Remo  Müller
    Ich würde mir wünschen, der Preisüberwacher würde etwas gegen die Trassenpreise und die überteuerten SBB Billette machen. Speziell das GA
    • 09.07.2012
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  • Ralf  Weidkuhn , Knutwil
    Hat eigentlich auch schon jemand über zu hohe Löhne in der Schweiz, im Verhältnis zu den EU Ländern, reklamiert? Oder beschränken sich die Reklamationen nur über zu hohe Preise in der Schweiz im Verhältnis zur EU?
    • Beni  Moser , Luzern
      Die Löhne sind in der Schweiz höher, weil wir mehr und vor allem produktiver arbeiten als im umliegenden Ausland. Keine Firma zahlt in der Schweiz aus übertriebener Nächstenliebe so hohe Löhne. Diese hart erarbeiteten Franken lassen wir uns aber nicht von Importeuren und Detaillisten mit zu hohen Preisen aus der Tasche reissen.
      • 09.07.2012
      • als Kommentar auf Ralf  Weidkuhn , Knutwil
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    • Peter  Grelling , Zürich
      Arbeitskosten Schweiz

      Bei internationalen Vergleichen wird die Schweiz stets als teurer Werkplatz eingestuft. Aber ihr Lohnniveau entspricht dem hohen Leistungs- und Wohlstandsniveau: hohe Löhne sind ein Erfolgsausweis. Dank den tiefen Kapitalkosten wird weithin mit kapitalintensiven Produktionsmethoden gefertigt, welche weniger, aber hoch qualifizierte Arbeitskraft erfordern. Die prozentuale Belastung mit Lohnnebenkosten liegt unter dem internationalen Durchschnitt. Entscheidend sind nicht die ausbezahlten Löhne, sondern die Lohnstückkosten. Dank der hohen Produktivität sind diese in der Schweiz wesentlich tiefer als in konkurrierenden Wirtschaftsräumen. Sie sind seit 1995 stabil. Damit hat die Schweiz einen Wettbewerbsvorteil erzielt.

      Die Arbeitskosten hängen nicht nur von den direkten Lohn- und den Lohnnebenkosten, sondern auch von der gesamten Jahresarbeitszeit und von den Kosten des Arbeitsausfalls ab. In der Schweiz wird deutlich länger gearbeitet als in anderen europäischen Ländern. Der Absentismus wegen Krankheit und aus andern Gründen ist gering. Streiks gibt es praktisch nie.
      • 09.07.2012
      • als Kommentar auf Ralf  Weidkuhn , Knutwil
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    • Matthias  Haueter , Seuzach
      Tatsache ist das Leute im oberen Kader, vorallem die Büroleute in der Schweiz absolut überbezahlt sind und zu hohe Löhne haben, da die nie und nimmer dem Lohn in der Arbeitsleistung gerecht werden können! Dem kleinen "Büezer" wird gesagt man kann eben nur den Lohn ausbezahlen dem er gerecht werden kann mit seiner Leistung sonst rendiert man ja nicht, da wird dann der Lohn sofort angepasst nach Leistung! Aber im Büro und sonst oberen Kader können sie dann ziemlich hohe Löhne ausbezahlen jeden Monat?!? Das geht auch nicht auf und stellt sich die Frage wie kann dann sowas rendieren?! Und man müsste zuerst mal im oberen Kader Einsparungen machen bei den Löhnen, statt nur immer Leute entlassen!
      • 09.07.2012
      • als Kommentar auf Ralf  Weidkuhn , Knutwil
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