Viel Arbeit für den Preisüberwacher. Im ersten Halbjahr 2012 hagelte es schon 1600 Beschwerden. Jede fünfte gegen die Post.
Preisüberwacher Stefan Meierhans hatte im letzten Jahr mit 2639 Bürgermeldungen so viel zu tun wie noch nie. Und nun lassen neuste Zahlen zum ersten Semester 2012, die BLICK exklusiv vorliegen, auf ein weiteres Rekordjahr schliessen. Von Januar bis Juni gingen bereits 1600 Beschwerden und Meldungen von Konsumenten ein – neuer Rekord.
Laut Meierhans waren es in den Halbjahren der beiden ebenfalls schon «intensiven» Vorjahre mit jeweils rund 1000 Beanstandungen über ein Drittel weniger. «Trotz unserer 2010 eingeleiteten Gegenmassnahmen steigt die Anzahl von Preisbeanstandungen noch immer», sagt Meierhans. Gegenüber 2002 habe sich die Zahl der Meldungen vervierfacht.
Am häufigsten Kritik gabs für den gelben Riesen: «Die Post hält mit über einem Fünftel aller Beschwerden den absoluten Rekord.» Zur Erinnerung: Kunden sollten fürs Verschicken von Päckli ins Ausland mehr bezahlen. Meierhans intervenierte, worauf die Post auf den Aufschlag verzichtete.
Zählt Meierhans zu den Post- auch noch Telekom- und Internet-Meldungen hinzu, kommt er auf 56 Prozent aller Beschwerden.
Mit einem Anteil von 16 Prozent am zweithäufigsten Kritik gabs im Transport-Dossier (öV, Verkehr, Zoll). Meierhans: «Marktversagen findet man vor allem dort, wo der Bund als Eigner stark involviert ist.» Die Gesundheit betrafen zwölf Prozent der Meldungen, die für Energieversorgung fünf Prozent. Leicht abgenommen habe die Aufregung bei den Themen Bekleidung und Lebensmittel. «Das mag daran liegen, dass Währungsvorteile nun doch mehr weitergegeben werden.»
Meierhans will bei den Euro-Importeuren aber weiter den Finger in die Wunde legen. Aber auch die Post und Spitaltarife würden ihm bis Jahresende noch viel Arbeit bescheren.
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