Noch mehr Rettungs-Aktionen nötig

  • Publiziert: 30.09.2008, Aktualisiert: 14.01.2012

BRÜSSEL – Viele Konzerne tragen im Zug der Finanzkrise schwere Wunden davon – und so müssen Europas Regierungen auch heute eilig Rettungspakete schnüren.

Belgien, Frankreich und Luxemburg wollen dem angeschlagenen Immobilienfinanzierer Dexia mit einer Kapitalerhöhung in Höhe von 6,4 Mrd. Euro unter die Arme greifen. Das gab Belgiens Premierminister Yves Leterme heute nach einer nächtlichen Verhandlungsrunde bekannt.

Zu der Rettungsaktion steuern der belgische und der französische Staat jeweils drei Milliarden Euro bei. Die französische Regierung zahlt eine Milliarde Euro, wie Dexia erklärte. Zudem beteiligt sich Frankreich über das staatliche Kreditinstitut Caisse de Dépôts et de Consignations (CDC) mit weiteren zwei Milliarden Euro. Luxemburg liefert 376 Millionen Euro.

Irlands Regierung gab derweil eine Garantie für alle Bankeinlagen für die nächsten zwei Jahre ab. Auf diese Weise sollten angesichts der Turbulenzen auf den Finanzmärkten die Konten und Interessen der Steuerzahler geschützt werden.

Die Banken in der Europäischen Union parkten über Nacht so viel Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wie nie zuvor. Zugleich borgten sie so viel Geld über die so genannte Spitzenrefinanzierungsfazilität wie seit Dezember 2002 nicht mehr.

Japan will ebenfalls Hilfspaket vorlegen

Nach den historischen Vortagesverlusten an der Wall Street erlitt auch die Aktienbörse in Tokio am Dienstag heftige Einbussen. Der Nikkei gab um 483,75 Punkte oder 4,12 Prozent auf 11 259,86 Punkte nach.

In den USA drängte US-Finanzminister Henry Paulsen nach der Ablehnung des grossangelegten Rettungsplans für das US-Finanzsystem durch den Kongress auf einen neuen Anlauf zur Entlastung der in Not geratenen Banken.

«Wir müssen etwas tun», sagte Paulson, «das ist zu wichtig, um es einfach scheitern zu lassen». US-Präsident George W. Bush zeigte sich nach der Abstimmung «enttäuscht». (SDA)

play Lange Gesichter nach dem geplatzten Rettungs-Plan. (Reuters)

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