«Nicht relevante Info» Hors-Sol-Gemüse muss nicht mehr deklariert werden

BERN - Die Hors-Sol-Deklaration auf den Verpackungen für Gemüse und Früchte wird abgeschafft. Konsumentinnen und Konsumenten werden also in Zukunft nicht mehr wissen, ob die Produkte im oder ausserhalb des Bodens gewachsen sind. Für die Branche und das Konsumentenforum (KF) ist diese Information nicht mehr relevant.

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Tomaten in einem Gewächshaus Keystone

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Die Schweizer Früchte- und Gemüsebauern hatten sich in den Neunzigerjahren zusammen mit dem KF auf die Deklaration für die Produkte geeinigt, nachdem Kritik an der Anbautechnik laut geworden war. Umstritten waren vor allem die Wiederverwertung der damals eingesetzten Substrat-Materialen.

Doch heute seien die ökologischen und ökonomischen Vorteile der Produktion im Gewächshaus und ausserhalb des Bodens (Hors-Sol) unbestritten, teilten der Verband des Schweizer Früchte- und Gemüsehandels, der Schweizer Obstverband und der Verband Schweizer Gemüseproduzenten am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mit dem KF mit.

Deutlich weniger Pflanzenschutzmittel

So würden gezielt natürlich Nützlinge gegen Schädlinge eingesetzt, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sei deutlich reduziert worden und durch die Tröpfchenbewässerung erhielten die Pflanzen Nährstoffe und Wasser nach Bedarf. Ausserdem bestünden die Substrate mehrheitlich aus Kokosfasern, natürlicher Steinwolle oder Perlit, einem Rohstoff, der problemlos rezykliert werden könne.

Daneben trage die «bodenunabhängige Gewächshausproduktion» zur Versorgungssicherheit der Schweizer Bevölkerung bei, weil krankheits- und witterungsbedingte Ernteausfälle verhindert werden könnten. Auch der Geschmack, die Qualität und die Nachhaltigkeit der Produkte seien dem Freilandbau mindestens ebenbürtig.

Insgesamt könne Hors-Sol heute als umwelt- und ressourcenschonende Landwirtschaft bezeichnet werden, hiess es weiter. Deshalb seien die Vorbehalte aus den Neunzigerjahren nicht mehr angebracht und die Deklaration für in- und ausländische Hors-Sol-Produkte unnötig geworden. (SDA)

Publiziert am 08.11.2016 | Aktualisiert am 08.11.2016
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4 Kommentare
  • olivia  meierhans 08.11.2016
    "Geschmack, die Qualität...seien dem Freilandbau mindestens ebenbürtig" So ein Hafenkäse. Die Person, welche sowas behauptet, ist wohl noch so jung, dass sie nie in den Genuss reifer, in der Natur gereifter Tomate, Erdbeeren etc. gekommen ist. Alles schmeckt nur noch nach Wasser, hat keinen Eigengeschmack, nichts. Ich habe angefangen, seit einigen Jahren wenigstens meine eigenen Tomaten auf dem Balkon zu züchten. Das SIND Tomaten, wie sie sein und schmecken sollten!! Yummi :)
  • La  Müller aus Bern
    08.11.2016
    Egal, was für oder gegen Hors-Sol-Produkte spricht: Ich will wissen, was ich kaufe. Mit den teilweise gleichen Argumenten, die sie haben, müsste z.B. "Bio" auch nicht mehr deklariert werden. Aber das wäre ja wohl nicht in ihrem Sinn.
  • Peter  Lustig aus Zürich
    08.11.2016
    Das Problem ist ja nicht nur der Geschmack, sondern die Art, wie der Pflanze Nährstoffe zugeführt werden. Normalerweise produzieren Mikroorganismen im Boden wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Antioxidantien und Enzyme. Diese nehmen wir im Endeffekt ebenfalls auf. Die Forschung kennt erst einen Bruchteil dieser Mikroorganismen. Wie kann dann eine Branche behaupten, künstliche Nährstoffe seien ebenso gesund?
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    08.11.2016
    Chäfer hin oder her - ich finde der Untersched ist immer noch schmeckbar auch wenn alle Pflanzen immer geschmackloser werden. Wenn das nicht emehr draufsteht dann kauf ich dort nicht mehr ein. Der Bauer hat halt nur saisonal. Nahrungsmittel werden immer europäischer und geschmackloser. Aber Lebensmittel waren früher!