Daten-CD entlarvt: Neuer Steuer-Bschiss mit «Zebra-Trick»

  • Publiziert: 02.09.2012
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Gabriel verteidigte den Ankauf von CDs mit den gestohlenen Daten mutmasslicher Steuerhinterzieher durch das Land Nordrhein-Westfalen.(Symbolbild)

(Keystone)

HAMBURG - Deutsche Fahnder haben eine neue, faule Methode enttarnt, wie Steuerhinterzieher in der Schweiz Geld an den Behörden vorbeischleusen. Es geht um den sogenannten «Zebra-Trick».

Versteuertes Geld aufs eine, Schwarzgeld aufs andere Konto — das seien die «plumpen Methoden der Steuerhinterziehung», auf die deutsche Fahnder dank der kürzlich von Nordrhein-Westfalen gekauften Daten-CD gestossen sind, schreibt «Spiegel.de».

Der «Zebra-Trick», wie dieses Modell genannt wird, steht für weisse und schwarze Konten. Korrekt versteuert wird dabei nur das Geld auf den weissen Konten, meist kleinere Beträge. Auf den schwarzen Konten lagern die grossen Vermögen, die am Fiskus vorbeigeschleust werden.

Laut dem «Spiegel»-Bericht hat die Coutts-Bank mit Sitz in Zürich vom «Zebra-Trick» Gebrauch gemacht. Das komme die ertappten Steuersünder teuer zu stehen, weil Fahnder diese Methode als Täuschung werteten.

«Hochwertiges Datenmaterial» der UBS

Auf der Steuer-CD findet sich noch weiteres «hochwertiges Datenmaterial». Experten der Wuppertaler Fahndung freuen sich über fortlaufende Kontoauszüge der Zürcher UBS, die teilweise bis in Jahr 2010 zurückreichten.

Ein Grund mehr für Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD), weiterhin gegen das Steuerabkommen anzukämpfen und neue Daten zu kaufen.

Der FDP-Vize Volker Wissing fordert einen «parteiübergreifenden Konsens», versucht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) doch noch zu einem Einigungsversuch mit SPD und Grünen zu bewegen, die das Abkommen im Bundesrat blockieren wollen.

Schwarzvermögen solle mit einem Mindestsatz von 25 statt 21 Prozent nachversteuert werden, fordern Sozialdemokraten und Grüne unter anderen. Ausserden solle die Schweiz jene Steuerflüchtlinge nennen, die ihr Geld seit der Unterzeichnung in andere Länder geschafft haben.

Während laut Wissing beide Forderungen für die FDP kein Problem darstellen, beharrt Schäuble darauf, dass Nachverhandlungen mit der Schweiz unmöglich seien.

Kaufverbot von Steuer-CDs

«Hochproblematisch, nicht nur ethisch-moralisch, sondern auch juristisch», seien solche Deals, sagte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberg (FDP) über den Ankauf von Steuer-CDs. Und will diese unter Strafe stellen.

Das sorgte für Ärger. «Die Idee, Steuerbetrüger per Gesetz zu schützen, entsetzt mich», sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion Thomas  Oppermann. Sein Vorwurf: Die Ministerin betreibe «Klientelpolitik für kriminelle Reiche».

Auch der Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft zeigte sich empört. Statt sich hinter die deutschen Strafverfolger zu stellen wolle sie die Gegner des Schweizer Abkommens «mundtot» machen und ergreife Partei für hartgesottene Steuerhinterzieher und ihre Helfer bei Schweizer Banken, sagte Thomas Eigenthaler.

Beliebteste Kommentare

  • rolf  sulzer
    a wer ist denn schlussendlich "besitzer" von kundendaten bei einer bank?
    b kann und darf eine bank meine daten als ihr "eigentum" bezeichnen?
    c kann ich meine bank dafür haftbar machen, wenn sie meine "vertraulichen" daten nicht sach- und fachgerecht vor einem "diebstahl" oder "missbrauch" zu schützen in der lage ist?
    das bankgeheimnis, zum schutz des kunden, wurde doch schon beim ersten cd-kauf auf untauglich herbabgestuft.

  • Köbi  Karrer
    Den "Trick" kapier ich nicht. Wäre ich ein Steuerbeamter, würde ich als erstes bei der Bank nach weiteren Konten nachfragen, wo bereits an deklariertes Konto existiert. Ist doch viel einfacher, als bei allen anderen Banken nachzufragen! Findet man bei einem Hehler Diebesgut in einem Zimmer, duchsucht man doch als erstes die anderen Zimmer im gleichen Haus, bevor man zum nächsten Haus geht. Oder sehe ich da was falsch?

Alle Kommentare (6)

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    Ein weiteres Beispiel, wie leicht unsere "Regierung" zu übertölpeln ist!! Aber kein Wunder, wenn man sieht, was da gewählt wurde!!!
    • 03.09.2012
    • 12
    • 1
  • Heinz  Koilinger
    Auf Eure Banken könnt Ihr echt stolz sein. Kaufen sich für viel Geld aus einer miesen Sache heraus, nur um sogleich neue schräge Sachen zu beginnen...
    • 03.09.2012
    • 10
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  • Köbi  Karrer
    Den "Trick" kapier ich nicht. Wäre ich ein Steuerbeamter, würde ich als erstes bei der Bank nach weiteren Konten nachfragen, wo bereits an deklariertes Konto existiert. Ist doch viel einfacher, als bei allen anderen Banken nachzufragen! Findet man bei einem Hehler Diebesgut in einem Zimmer, duchsucht man doch als erstes die anderen Zimmer im gleichen Haus, bevor man zum nächsten Haus geht. Oder sehe ich da was falsch?
    • Ralf  Felten
      Lieber Herr Karrer, daran können Sie erkennen, welch Geistes Kinder deutsche Steuerfahnder sind. Die strategische Unfähigkeit deutscher Finanzbehörden macht es ja erst notwendig zu unlauteren Mitteln zu greifen und die Nachbarn kollektiv zu kriminalisieren.
      • 03.09.2012
      • als Kommentar auf Köbi  Karrer
      • 14
      • 8
    • Martin  Weber
      Die Bank gibt der Steuerverwaltung keine Auskunft über allenfalls vorhandene Konti oder Tresorfächer. Dafür gibt es ja eben dieses Bankgeheimnis.
      • 03.09.2012
      • als Kommentar auf Köbi  Karrer
      • 6
      • 3
  • rolf  sulzer
    a wer ist denn schlussendlich "besitzer" von kundendaten bei einer bank?
    b kann und darf eine bank meine daten als ihr "eigentum" bezeichnen?
    c kann ich meine bank dafür haftbar machen, wenn sie meine "vertraulichen" daten nicht sach- und fachgerecht vor einem "diebstahl" oder "missbrauch" zu schützen in der lage ist?
    das bankgeheimnis, zum schutz des kunden, wurde doch schon beim ersten cd-kauf auf untauglich herbabgestuft.

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