Neue Zahlen zum Medikamenten-Konsum Westschweizer sind wehleidiger

Die Schweiz gibt immer immer mehr für Medikamente aus. Wären alle so wie die Welschen, würden die Gesundheitskosten noch mehr explodieren. Das zeigen neuste Zahlen.

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Vorneweg die Welschen: Die Schweizer geben immer mehr Geld für Medikamente aus. Juergen Moers

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Die Gesundheitskosten in der Schweiz klettern – die Preise für Medikamente sind zu einem Fünftel mitverantwortlich dafür. Zwischen 2012 und 2015 sind diese um 12 Prozent auf 6,6 Milliarden Franken gestiegen. Durchschnittlich gut 800 Franken pro Kopf geben Schweizer mittlerweile pro Jahr für Medis aus. Das zeigt der neue Arzneimittelreport der Krankenkasse Helsana zu den Kosten der Grundversicherung.

Brisant: Konsumierten alle im Land Arzneien so wie die Innerschweizer, sähe es nicht so dramatisch aus. In Uri liegen die Medi-Kosten pro Kopf um mehr als ein Viertel unter dem Schweizer Durchschnitt (siehe Grafik unten). Auch Zug, Luzern, Ob- und Nidwalden liegen deutlich unter dem Landesschnitt. Das Gleiche gilt für die Ostschweiz.

Welsche über dem Schnitt 

«Dort sind die Leute naturnäher, härter im Nehmen. Sie rennen nicht wegen jedem Bobo sofort zum Doktor», sagt Christoph Meier (54), Chef-Apotheker am Unispital Basel und Mitautor des Arzneimittelreports. 

Die Westschweizer sind wehleidiger: Im Jura, in Genf und Neuenburg geht deutlich mehr Geld als im Rest der Schweiz für Medis drauf. Meier: «Die Welschen lassen eher mal etwas beim Arzt oder im Spital abklären. Das ist möglicherweise der französische Einfluss.»

Angebot bestimmt Nachfrage

Auch die beiden Basel liegen über dem Schnitt. «In den Städten stehen mehr Gesundheitszentren. Das Angebot hat einen riesigen Einfluss auf die Nachfrage. In Zürich wird das ausgeglichen, weil grosse Teile des Kantons ländlich sind», sagt Meier. Und über den Medi-Konsum der Tessiner: «Dort ist die Bevölkerung älter.»

Der Arzneimittelreport zeigt auch: Mengenmässig schwingen Medikamente mit dem Wirkstoff Paracetamol obenaus (siehe Tabelle unten). Die einzelnen Pillen kosten zwar fast nichts. Doch Kleinvieh macht auch Mist: Nur 14 andere Medis kommen die Schweizer teurer!

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Publiziert am 07.12.2016 | Aktualisiert am 13.12.2016
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2 Kommentare
  • Urs-Peter  Blaser aus Lauerz
    07.12.2016
    Das ist doch klar. Jedes Medikament hat seine guten und schlechten Seiten. Und für jede schlechte Seite (Nebenwirkungen) braucht es wieder ein Medikament. So werden es schlussendlich mindestens 4 Medikamente, um ein einziges Problem zuzudecken (nicht heilen). Teufelskreis, der die "Chemischen" süffisant lächeln lässt.
  • CLA  Schoch 07.12.2016
    Dass die Westschweizer wehleidiger sind ist schon vom Eishockey her bekannt...