Neue Werbefigur von Schweiz Tourismus Dieser Inder verkauft die Schweiz

3,6 Millionen folgen ihm auf Twitter, über sechs Millionen auf Facebook: Ranveer Singh ist in Indien ein Star. Neu wirbt er dort für Schweiz Tourismus.

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Mit seinem dunklen Bart, den lässigen Klamotten und der Sonnenbrille könnte er als Zürcher Hipster durchgehen – fehlen nur noch Rennvelo und Schultertasche.

Doch Ranveer Singh (31) ist kein modischer Eidgenosse, sondern ein Superstar der indischen Filmindustrie. Und die neue Werbefigur von Schweiz Tourismus in Indien. «Unser erster Markenbotschafter und das Gesicht unserer Kampagne 2017 in Indien», fasst Urs Eberhard (59) zusammen, Vizedirektor der Marketing-Organisation.

Singhs Auftrag: den (möglichst) schneereichen Schweizer Winter in seiner Heimat zu promoten. «Ranveer Singh hat sich in die Schweiz verliebt», lässt sein Sprecher ver­lauten.

Und was sagt Singh selbst? «Ich träumte schon immer davon, die Schweiz im Winter zu bereisen!» Anfang 2017 ist es so weit. Dann besucht der Filmstar vom Subkontinent St. Moritz GR und die Region um den Titlis ob Engelberg Station OW, einen Hotspot für Inder auf ihren Reisen durch Europa. Endlos viele Filme aus Bollywood, der indischen Filmmetropole Bombay, zeigen ihre Stars, wie sie dort im Schnee posieren.

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Blogger Ranveer Singh in der Schweiz auf Besuch. Twitter

Den Schweizer Sommer kennt Singh bereits. Auf Twitter und Facebook zeigte er sein volles Programm im August: Selfies vom Jungfraujoch, ein Bollywood-Tanzvideo im Schweizer Bergschnee, Bilder aus dem Zürcher Fifa-Museum oder aus Luzern, Videos vom Wakeboarding auf dem Zürichsee. Immer im Schlepptau, aber nie zu sehen: ein riesiger Medientross.

In der Schweiz kennt ihn kaum jemand, in Indien und seinen so­zialen Medien aber geniesst der Bollywood-Beau Heldenstatus: 3,6 Millionen Fans folgen ihm auf Twitter, mehr als sechs Millionen lesen seine Bei­träge auf Facebook. Viele begleiten den Leinwand-Herzensbrecher im Netz auf Schritt und Tritt – täglich, rund um die Uhr.

Laut Schweiz Tourismus können sich 25 Millionen Inderinnen und Inder Fe­rienreisen ins Ausland leisten, die Zahl der Buchungen steige jährlich um acht Prozent. Mehr noch als China gehört Indien zu den wachstumsstärksten Ländern der Welt. «Die gut verdienende junge und urbane Mittelschicht, die individuell reist, wird immer grösser», sagt Eberhard. «Genau diese Zielgruppe peilen wir mit Ranveer Singh und seinen Schweiz-Abenteuern an.»

Statistisch gesehen, geben Inder in der Schweiz 240 Franken am Tag aus. Der Durchschnitt aller ausländischen Reisenden liegt bei 180 Franken. Mit 2,2 Tagen bleiben Inder im Schnitt länger in der Schweiz als etwa chine­sische Gäste.

Wie viel man sich die Verpflichtung Singhs kosten lässt, will Schweiz-Tourismus-Vize Eberhard nicht verraten. Deutlicher wird er, was die Übernachtungs-Prognosen anbelangt: Bis 2019 rechne man mit einem Zuwachs indischer Gäste von 19 Prozent. Dank einem Plus von 22 Prozent im letzten Jahr und 591'924 Logiernächten insgesamt rangiert Indien bereits auf Platz acht der wichtigsten Herkunftsländer – noch vor den Niederlanden, Spanien und Japan.

Publiziert am 13.11.2016 | Aktualisiert am 28.12.2016
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5 Kommentare
  • Martin  Matin 13.11.2016
    Braucht es überhaupt so eine teure Werbung mit Schweiz Tourismus Steuergelder? Wollen wir diesen Massentourismus um jeden Preis? Nachhaltig ist dies bestimmt nicht? Aber den Geldbeutel gewisser Leute füllt es. Und die Touristen die aus Indien in die Schweiz kommen , sind eh die oberen 10000 . Ok, dan nehmen wir halt Ihr Geld, mit dem Wissen das es Millionen von Arme Leute gibt in Indien, die nichts haben. Es grüsst Schweiz Tourismus.
  • Hans  Leuchli aus Vellerat
    13.11.2016
    Man tut diesem Mann mit der Ueberschrift, unrecht.
    Die Schweiz wird von Teilen unseres Parlaments und von der Regierung in Bern verkauft.
  • Pietro  Morettini aus Andermatt
    13.11.2016
    Freuen wir uns auf die in stinkenden Bussen anreisenden Massen. An diesem Hipster haben besonders die Alwaystruppen in den Touribüros Freude.
  • Werner  Stauffacher 13.11.2016
    Leute, welche einem Star 24 Std. folgen, und beobachten, haben keine Identität, keinen eigenen Willen und sind manipulierbar. Mit einem solchen Aushängeschild holt man sich Leute ins Land, welche nicht um unser Land willen kommen, sondern weil es ihr Guru gesagt hat. Und mit solchen Strategien sackt der Direktor von Schweiz Tourismus einen schönen Zapfen ein. Weiter so, wahrscheinlich muss ich den Untergang der Schweiz auch noch miterleben. Was für Touristen um jeden Preis!
  • Daniela  Ponti 13.11.2016
    Besser, wir wissen nicht, wieviel er kriegt, es würde uns den Sonntag verderben. Ich habe das Gefühl, alle kriegen was von meinem Steuergeld - nur ich nicht.