Multis pfeifen auf die Krise Nestlé, ABB & Co. machen über 16 Milliarden Gewinnen

  • Publiziert: 16.02.2012, Aktualisiert: 18.02.2012
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ZÜRICH - Gleich vier Firmen präsentierten heute ihre Jahresergebnisse für 2011. Von Krise ist noch nichts zu spüren.

Rezession. Krise. Entlassungen. Die Negativ-Schlagzeilen der letzten Wochen. Davon ist am heutigen Tag wenig zu spüren. Gleich vier Multis präsentierten ihre Ergebnisse für 2011. Zusammen erzielten sie einen stattlichen Gewinn von 16,7 Milliarden Franken. ABB konnte im Vergleich zum Vorjahr sogar noch zulegen. Auch der Nahrungsmittel Konzern Nestlé ist gewachsen. Einziger Wehrmutstropfen ist der starke Franken, der den Gewinn schrumpfen lässt. Wohin man auch blickt, von Krise keine Spur. Beim Ausblick für 2012 geben sich ABB und Nestlé trotz Unsicherheiten zuversichtlich. Beide erwarten auch im laufenden Jahr weiter zu wachsen.
 

Die Ergebnisse im Überblick:

ABB

ABB hat 2011 von Investitionen in Stromnetze und in Industrieroboter profitiert: Der Energietechnik- und Automationskonzern erzielte neue Rekorde bei Umsatz und Auftragseingang. Der Reingewinn kletterte überproportional um 24 Prozent auf 3,168 Mrd. Dollar.

Die Nachfrage nach Energieeffizienzlösungen in der Industrie und nach Netzerweiterungen und Netzmodernisierungen sei gut, und er erwarte, dass sich dies fortsetzt, wird Konzernchef Joe Hogan zitiert.

ABB ist vor allem von Grossinvestitionen abhängig und reagiert deshalb spätzyklisch auf den Wirtschaftsverlauf. Zum Umfeld erklärte das Unternehmen, die Unsicherheiten seien zwar in Europa wegen der Staatsschuldenkrise hoch. In Nordamerika sieht ABB dagegen Zeichen einer Erholung und China fokussiere sich wieder auf Wachstum.

Die Auftragsbücher von ABB sind prall gefüllt: 2011 nahm der Bestellungseingang um 23 Prozent auf vorher noch nie erreichte 40,21 Mrd. Dollar zu.

 

Zurich

Der Versicherungskonzern Zurich Financial Services (ZFS) hat trotz milliardenschwerer Schadenlasten im vergangenen Jahr den Gewinn gesteigert. Unter dem Strich blieben dank guten Geschäften an den Finanzmärkten 3,77 Mrd. Dollar, das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Beim operativen Resultat zeigten sich hingegen die Folgen von Grossereignissen wie des Erdbebens in Neuseeland, den Fluten in Australien oder der Tsunamikatastrophe in Japan: Der Business Operating Profit (BOP), für Zurich das massgebliche Leistungsmass, sank um 12 Prozent auf 4,26 Mrd. Dollar.

«Ich bin nicht enttäuscht darüber, ich bin allerdings auch nicht sehr begeistert», sagte Konzernchef Martin Senn während einer Telefonkonferenz am Donnerstagmorgen. 2011 habe den Versicherern eine Schadenlast beschert, die doppelt so hoch lag wie 2010 und dreimal so hoch wie im Schnitt der vergangenen zehn Jahre.

Am Vorabend hatte der Konzern bekannt gegeben, dass sein offizieller Name künftig «Zurich Insurance Group» lauten soll. Der Traditionskonzern verstand sich eine Zeit lang als Finanzdienstleister, hat sich aber in den vergangenen Jahren wieder auf das Versicherungsgeschäft konzentriert.

Wer an der Generalversammlung im März den abtretenden Verwaltungsratspräsidenten Manfred Gentz ersetzen soll, will Zurich erst später bekanntgeben. Ein möglicher Nachfolger ist Josef Ackermann. Der noch amtierende Konzernchef der Deutschen Bank sitzt bereits im Zurich-Verwaltungsrat.

 

Nestlé

Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von 83,6 Mrd. Franken erzielt. Um den Umsatz des Augenheilmittelherstellers Alcon bereinigt, der 2010 noch in Nestlés Ergebnis einfloss, verkleinerte sich der Umsatz damit gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Prozent.

Dabei wirkten sich die durch den starken Franken bedingten Wechselkurseffekte mit 13,4 Prozent negativ aus. Organisch, also unter Ausklammerung von Wechselkurs- und Sondereffekten, betrug das Umsatzwachstum damit 7,5 Prozent, wie Nestlé am Donnerstag mitteilte.

Ein hohes Umsatzwachstum verbuchte Nestlé insbesondere in den Schwellenländern: In Lateinamerika und Asien etwa wurden zweistellige organische Wachstumsraten verzeichnet, während der Umsatz in Europa lediglich um 4 Prozent stieg.

Der Reingewinn von Nestlé belief sich im Jahr 2011 auf 9,5 Mrd. Franken. Zum Vergleich: 2010 hatte der Nahrungsmittelmulti einen Gewinn von 34,2 Mrd. Fr. ausgewiesen, wovon 24,5 Mrd. Fr auf den Verkauf des verbliebenen Anteils an Alcon zurückzuführen waren. Ohne diesen Sondereffekt hätte Nestlé damit einen Gewinnrückgang von 9,7 auf 9,5 Mrd. Fr. hinnehmen müssen.

 

Synthes

Die schweizerisch-amerikanische Medizinaltechnikfirma Synthes hat im Geschäftsjahr 2011 den Reingewinn um 6,5 Prozent auf 966,8 Mio. Dollar gesteigert. Der Umsatz nahm konzernweit um 7,8 Prozent auf 3,97 Mrd. Dollar zu. Trotz des schwierigen Marktumfeldes habe Synthes das Geschäft in den Schwellenländern weiter ausbauen und auf den reiferen Märkten in Europa Erfolge verbuchen können, lässt sich Konzernchef Michel Orsinger in der Mitteilung zitieren.

 

Zum Ausblick gibt sich das Management zurückhaltend. Das Jahr 2012 dürfte für die Medizingeräteindustrie genauso schwierig werden wie 2011, heisst es in der Mitteilung. Das Unternehmen werde wie bisher in Innovationen und die Ausrüstung des Aussendienstes investieren, um die Belastungen durch das schwierige Marktumfeld auszugleichen.

 

Seit April 2011 liegt für Synthes ein (freundliches) Übernahmeangebot durch den US-Pharma- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson (J&J) in Höhe von insgesamt 21,3 Mrd. Dollar vor. Dieses dürfte laut Mitteilung im ersten Halbjahr 2012 abgeschlossen werden, sobald die erforderlichen Genehmigungen durch die Aufsichtsbehörden erteilt und weitere Abschlussbedingungen erfüllt sind. (tun/sda)

Kommentare (12)

  • Heinz  Balmer
    Tüpisch Multis,wenn es nur für Sie reicht,die kleinen brauchen ja nichts!!!!!!!
    • 16.02.2012
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  • Heinz  Balmer
    Tüpisch Multi,für sich alles und sonst jammern und drohen!
    • 16.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Christian  Meier , birsfelden
    das ist jammern auf sehr hochem niveau. nestle, abb, pahrma, ems-chemie von blocher, stadler fahrzeuge AG von spuhler, alle machen mia. umsätze und gewinne. aber sobald der büetzer etwas mehr will oder 1 - 2 wochen mehr bez. ferien, ja dann fangen alle unternehmer an zu jammern bzw. zu drohen ins ausland zu gehen. einfach traurig. die ach so volksnahen $vp-protagonisten haben sehr viele verwaltungsratmandate oder sind sonst irgendwie in vielen firmen, versicherungen oder banken. alle büetzer die diese partei wählen sind selber schuld!!!
    • 16.02.2012
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    • Gerry  Boegli
      Da haben Sie zum Teil recht, aber leider nur zum Teil! DENN die ach so volksnahen SP-/Grünen-Protagonisten verschenken Milliarden als Entwicklunshilfe ins Ausland, geben Millionen/MIlliarden fürs Asylwesen aus aber für die eigene Schweizer Bevölkerung hat man dann nichts mehr übrig! Alle diejenigen welche diese Parteien wählen sind selber schuld!!! Ist halt einfach immer wieder SVP-Bashing zu machen, gell! Die andern Parteien sind nämlich keinen Deut besser nur wollen/können SIE das nicht sehen und/oder akzeptieren.
      • 16.02.2012
      • als Kommentar auf Christian  Meier , birsfelden
      • 2 Gefällt mir
  • Daniel  Nusser , Bad zurzach
    Und da soll mir jemand noch sagen dass wir uns 6 wochen Ferien nicht leisten können!
    • 16.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Vreni  Meier
    Das sind die selben Multis, die uns keine sechs Wochen Ferien gönnen wollen. Denkt mal darüber nach...
    • 16.02.2012
    • 2 Gefällt mir
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