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Nespresso prüft rechtliche Schritte wegen Martello: Billig-Clooney ärgert Nestlé

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Falscher Clooney. play Falscher Clooney.

Coop verkauft neu Martello-Kaffee. Hinter der Marke steckt ein TV-Shop-Unternehmer, der bei Konsumentenschützern bestens bekannt ist.

Billiger. Sonst nichts. Mit diesem Spruch wirbt das Kaffee-System Martello, dessen Kapseln und Maschinen neu auch Coop in den Läden hat – exklusiv in der Schweiz.

Die Werbung von Martello ist ein billiger Klon der Nespresso-Kampagne mit George Clooney. Der Superstar fragt: «Nespresso, was sonst?» Der Clooney-Verschnitt von Martello sagt: «Billiger. Sonst nichts!»

Coop findet die Kampagne laut Mediensprecher Nicolas Schmied «frech und witzig». Nicht mitlachen mag aber Nestlé-Tochter Nespresso: «Wir prüfen rechtliche Schritte», sagt Sprecher Hans-Joachim Richter auf Anfrage zu BLICK.

Bei Coop tut man erstaunt: «Das Inserat spricht eine komplett andere Zielgruppe an», sagt Sprecher Schmied. «Der Protagonist hat keinerlei Ähnlichkeiten mit George Clooney.» Zudem sei «das Inserat klar ein Martello-Inserat».

Also keine Werbung von Coop? Fakt ist: Coop ist der Auftraggeber. Das Sujet stammt von Coops Haus-Werbeagentur KSB. Und die Rechnung geht ebenfalls an Coop. Anschliessend wird sie zwischen Coop und Martello aufgeteilt. Wie genau, will Coop nicht sagen.

Schweigen auch bei der Superespresso AG in Mauren, Liechtenstein. Zu ihr gehört die Marke Martello, deren Kapseln und Maschinen sie über Internet und Telefon in halb Europa verkauft. Fragen zum Deal mit Coop wollte bei Superespresso gestern niemand beantworten.

Das hat gute Gründe: Denn Superespresso-Verwaltungsrat Ewald Struggl aus Österreich hatte schon viel Ärger mit Presse und Konsumentenschützern aus Liechtenstein und der Schweiz. Nicht wegen seinem Kaffee zwar. Aber wegen seinem anderen Standbein: dem Tele-Shopping, also TV-Verkaufssendungen.

Der Vorwurf: Gemäss der Liechtensteiner Zeitung «Wirtschaft regional» schicken Struggls Firmen den Kunden nicht bestellte Artikel, die auch gleich von der Kreditkarte abgebucht werden. Die reklamierenden Kunden werden nochmals zur Kasse gebeten: an der teuren Telefon-Hotline. Zwar soll sich das nach Interventionen der Behörden mittlerweile verbessert haben. Doch der schlechte Eindruck bleibt. Das ist billig. Sonst nichts.

Echter Clooney. play Echter Clooney.