Nationalbank: SNB setzt auf bedrucktes Papier statt auf Gold

BERN - BE - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat seit 2008 kontinuierlich die Zusammensetzung ihrer Währungsreserven geändert. Zwar spiegelt sich in dieser Entwicklung die Geldpolitik der Nationalbank wider.

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Wirtschaft

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Sie setzt damit von der Qualität der Anlagen her aber deutlich weniger auf Gold, dafür umso mehr auf Papier aus anderen Währungsräumen.

Die Währungsreserven am Ende des Jahres 2015 haben sich laut dem am Donnerstag publizierten Jahresbericht der SNB um rund 60 Milliarden Franken auf rund 600 Milliarden Franken erhöht. Diese verteilten sich am Jahresende zu rund 40 Prozent auf den Euro, zu etwa 30 Prozent auf den Dollar, zu rund 10 Prozent auf den Yen und zu etwa 8 Prozent auf dem Pfund. Gold hatte 2015 lediglich einen Anteil von rund 5 Prozent.

Geht man auf die Zusammensetzung der Währungsreserven am Ende des Jahres 2008 zurück, so zeigte sich noch ein gänzlich anderes Bild. Damals hatte die SNB noch zu 40 Prozent ihrer Reserven in Gold gehalten. Rund 30 Prozent der Devisenrücklagen gingen damals auf den Euro und nicht einmal 20 Prozent auf den Dollar zurück. Im Jahr 2008 haben die Währungsreserven noch bei rund 78 Milliarden Franken gelegen.

Mit der expansiven Geldpolitik der SNB der vergangenen Jahre wird nun deutlich, dass die Goldanlagen eigentlich hätten ausgeweitet werden müssen, wenn die Währungsreserven die gleiche Qualität der Rücklagen des Landes wie im Jahr 2008 zugrunde gelegt worden wären. Die Schweizerische Nationalbank setzt aber mit ihrem konstanten Bestand von 1040 Tonnen an Gold - unabhängig von dessen Preis - vermehrt auf Papier als auf glänzende Barren.

Im Jahr 2007 hatte die SNB für ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen Gold und Devisen sogar noch 250 Tonnen an Gold veräussert, sonst wäre der Goldanteil im Jahr 2008 an den Währungsreserven eigentlich noch viel höher gewesen.

Im Jahresbericht 2015 wird neben dieser Veränderung ausserdem deutlich, dass mit rund 6,60 Prozent der deutsche Professor Theo Siegert nach dem Kanton Bern mit 6,63 Prozent mittlerweile der zweitgrösste Aktionär der SNB ist. Erst danach kommen als Anteilseigner die Kantone Zürich (5,2%) und Waadt (3,4%) sowie St. Gallen (3,0%). Der Deutsche hält derzeit 6595 Aktien und hat seinen Anteil über die vergangenen Jahre kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 2013 waren beispielsweise erst 6250 Aktien (6,25%) und im Jahr 2011 lediglich 5950 Aktien (5,9%) in seinem Besitz gewesen.

Einfluss auf die Schweizer Geldpolitik kann der Deutsche damit zwar nicht direkt ausüben, allerdings profitiert er von den Ausschüttungen. So hat die SNB bekanntermassen 2015 einen Verlust von 23 Milliarden Franken nach einem Gewinn von 38 Milliarden Franken im Vorjahr ausgewiesen. Trotz dieses Jahresverlustes wurde aber eine Dividendenzahlung an Aktionäre von 1,5 Millionen Franken sowie eine ordentliche Ausschüttung von 1 Milliarde Franken an Bund und Kantone vorgenommen.

Neben der Aufteilung der Devisenreserven und der Veränderung im Aktionariat der SNB hat sich über die vergangenen Jahre aber noch ein weiterer Punkt stark geändert. Das ist die Entwicklung des Personalbestandes der Notenbank.

Ende 2015 beschäftigte die Nationalbank 884 Personen, was rund 2 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich sind. Ende des Jahres 2008 war der Personalbestand der SNB sogar erst bei 662 Mitarbeitern gewesen. Der Zuwachs bei der Belegschaft hat somit in den vergangenen Jahren immerhin bei rund 34 Prozent, oder sage und schreibe bei über einem Drittel, gelegen. (SDA)

Publiziert am 24.03.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016
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