Nach 110 Jahren! Postfinance streicht vorfrankierte Couverts

Die Postfinance hat die Abschaffung der vorfrankierten Couverts beschlossen. Offenbar stillschweigend. Rund eine Millionen Kunden machen die Zahlungen noch mit dem grauen Couvert.

Postfinance: Streicht ohne Vorankündigung vorfrankierte Couverts play
Rund eine Million Kunden von Postfinance nutzt kein E-Banking. Sie tätigen ihre Zahlungen entweder am Postschalter oder schriftlich per Couvert. GAETAN BALLY

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Dieser Schritt wird viele Kunden von Postfinance verärgern: Nach über 110 Jahren schafft die Banktochter der Schweizer Post ihre Gratiscouverts für Zahlungen ab. Von dieser Massnahme sind laut der Zeitung «La Liberté» rund eine Million Kunden betroffen. 

Pikant: Die Abschaffung der vorfrankierten Couverts wurde ohne Ankündigung beschlossen. Die Kunden wurden damit vor vollendete Tatsachen gestellt. Gemäss «La Liberté» erhalten diese seit einigen Wochen für die Erledigung der Zahlungsaufträge nur noch Briefumschläge ohne Vorfrankierung. Für die betroffenen Kunden bedeutet dies Mehrauslagen.

«Niemand zahlt gerne Gebühren»

Für den Ärger der Kunden hat Postfinance Verständnis: «Niemand bezahlt gerne Gebühren.» Doch die «gelbe Bank» verteidigt die Streichung der Frankierungskosten. Diese hätten auf die Margen gedrückt. Wie viele Millionen Franken Postfinance mit dieser Massnahme tatsächlich einspart, bleibt aber ungewiss. «Das kommentieren wir nicht», teilt Postfinance BLICK mit. 

Postfinance kommt dem Ziel einer Full-Service-Bank immer näher. Mit rund einer Milliarde Transaktionen gehört die Finanzdienstleisterin zu den grössten Zahlungsverarbeitern der Schweiz. Seit 2013 gilt die Posttochter zudem als systemrelevant («Too Big to Fail»).

Was Postfinance noch fehlt, um als vollwertige Bank am Markt aufzutreten, ist das Hypothekengeschäft. Hypothekarkredite kann die Posttochter vorerst nur über Partnerbanken vermitteln.

Publiziert am 17.10.2016 | Aktualisiert am 17.10.2016
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19 Kommentare
  • Adrian  Gerber aus Aarberg
    17.10.2016
    Schade das Sie meinen Bericht gelöscht haben. Hier eine Erklärung, wie ich zu diesem Fazit kam.

    1 Postfinance senkte Kreditkartenrückerstattung von 1 auf 0.5 Prozent

    2 Mein Vorsorgekonto wird nicht mehr zum Setvermögen gezählt, was zur Auswirkung hat, dass ich zukünftig 5 Fr im Monat Gebühren bezahlen darf oder weitere 7500 Fr zu Postfinance übeweisen müsste. Dieser Schritt erfolgte übrigens auch ohne Schriftliche Ankündigung.
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    17.10.2016
    Geheimtipp: Die Post hat eine gesetzliche Beförderungspflicht. Will heissen, sie muss von Gesetzes wegen jeden Brief zustellen, auch wenn der nicht frankiert ist.
    • Melissa  Baumann 18.10.2016
      Ich habe aus versehen einmal vergessen, meinen Brief mit einer A-Post Briefmarke zu versehen. Ich bekam eine vorgedruckte Mitteilung bekommen, dass ich, auf das Blatt eine Fr 1.00 Marke kleben soll und es in einen Briefkasten der Post werfe. Das Problem war, dass die Post, meine Post, den Brief nicht mit 1.00 sondern mit 0.85 Rappen weiter befördert hat, da die nicht wissen, ob ich die zusätzlichen 15 Rappen blechen will, d.h. dass mein Brief erst 3-4 Tage später beim Empfänger angekommen ist!
  • André  Sprunger aus Vitez
    17.10.2016
    Ich verstehe die Aufregung absolut nicht. Mal wieder ein grosses Trari-Trara gegen die Post. Banken haben das vorfrankierte Couvert schon vor VIELEN Jahren ohne Ankündigung abgeschafft und ich hätte (ohne ebanking) auch jeden Monat zusätzlich CHF 1. für Zahlungsaufträge zu bezahlen. Sogar Verträge zur Unterschrift erhalte ich von der Bank nur mit einem unfrankierten Couvert. Also... erst vergleichen, dann über die Post jammern, welche übrigens spesenmässig immer noch hinter den Banken liegt.
  • Max  Mettler 17.10.2016
    Na Ja, die Schweizer Post, Leistung runter Preis rauf. Ich verstehe nicht, wenn ich Waren aus dem EU Raum bestelle und zur gleichen Zeit in derSchweiz, welche Ware erhalte ich zuerst? Trotz Zoll aus dem EU Raum!
    • Vreneli  Meier 18.10.2016
      Könnte auch daran liegen, dass die beim CH-Lieferanten von diesem zuerst im EU-Raum bestellt werden muss, bevor er dich beliefert.
      Postfinance ist trotz allem, immer noch günstiger als Banken.
  • René  Pfister aus Zürich
    17.10.2016
    Allen die jetzt über die Post und die Postfinance wegen den Gebühren motzen sei mal in Erinnerung gerufen, das wir Stimmbürger der Privatisierung dieser beiden Institutionen und anderer zugestimmt haben. Das sind nun mal die Folgen der so hoch gelobten Globalisierung!
    • Divico  Tigurin aus Neuchâtel-Hua-Hin
      17.10.2016
      Nein Herr Pfister, die PostFinance ist eine AG welche zu hundert Prozent von der Post AG gehalten wird, welche wiederum zu hundert Prozent dem Bund gehört.
      Also nichts da von Privatisierung sondern die Post hat bisher für die PostFinance gratis "gepöstelt". so siehts aus.
      Die Rechtsform hat sich geändert nichts weiter.
    • Vreneli  Meier 18.10.2016
      Die Post wurde zwar nicht privatiesiert, aber es waren die Bürgerlichen, die darauf bestanden, dass die Post nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen geführt wird. Auch Quersubventionen wurden unterbunden. Die Post muss also in jeder einzelnen Sparte gewinnbringend arbeiten. Ausser bei der Paketpost, vor allem ins Ausland, at die Post diese Aufgabe sehr gut gemeistert, und ist billiger und besser als private Konkurrenz. Insbesondere Postfinance ist wesentlich besser als die meisten Banken.