Nach 0,0%-Entscheid der EZB: Muss die SNB jetzt handeln?

BERN - Gestern hat die EZB den Leitzins auf Null Prozent gesenkt. Der Entscheid kommt in Deutschland schlecht an. Doch was bedeutet der Entschluss für Schweizer Kleinsparer?

Der EZB-Rat unter Mario Draghi hat heute entschieden, in welchem Ausmaß Staatsanleihen gekauft werden sollen. play
EZB-Chef Mario Draghi hat den Leitzins auf 0 Prozent gesenkt. Keystone

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Gestern kam die grosse Überraschung: Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte den Leitzins erstmals auf null Prozent. Banken können sich jetzt Geld leihen, ohne dafür was bezahlen zu müssen. Mit dieser und weiteren Massnahmen erhofft sich EZB-Chef Mario Draghi (68) zweierlei: Zum Einen will Draghi die Wirtschaft ankurbeln und die Inflationsrate auf 2 Prozent heben. Diese Strategie ging bisher nicht so richtig auf. Zum Anderen können die Banken sich mit Geld eindecken – eine Art Sanierungsprogramm für Finanzmärkte.

Tiefere Negativzinsen wären Gift

Was heisst das für Kleinsparer in der Schweiz? Anastassios Frangulidis (47) gibt Entwarnung: «Kleinsparer in der Schweiz sind vom gestrigen Entscheid der EZB nicht betroffen». Laut dem Chefökonom der ZKB müsse man abwarten, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) nächste Woche entscheide. Doch auch hier erwartet Frangulidis keine Kursänderung. «Solange der Franken bleibt wie aktuell, besteht für die SNB keinen Handlungsbedarf». 

Klaus Wellershoff (52), ehemaliger UBS-Chefökonom, hält es dagegen nach dem EZB-Entscheid für wahrscheinlicher, «dass die SNB nachlegen und auch mit anderen Mitteln versuchen wird, den Franken weiter zu schwächen.» Zur Diskussion stünde, dass die SNB den Freibetrag senkt, ab dem Banken auf ihre SNB-Konten Negativzinsen zahlen müssen.

Würde der Zins noch negativer, was möglich ist, stiege laut Wellershoff die Gefahr, dass die Banken den Negativzins an uns Kunden weitergeben. «Für die Konjunktur wäre das Gift!»

Deutsche unzufrieden

In Deutschland, der Wirtschtschaftslokomotive der EU, kommt die weitere Lockerung der Geldpolitik schlecht an. Dort hat man wenig Verständnis für indirekte Geldspritzen für die verschuldeten Südländer. Anton Börner (61), Präsident des deutschen Aussenhandelsverbandes BGA, spricht von einer «katastrophalen Entscheidung». Die «Welt» bläst ins gleiche Horn und kommt zum Schluss: «Risiko ist kostenlos, Sparen ist sinnlos». 

Publiziert am 11.03.2016 | Aktualisiert am 16.03.2016
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  • Rocco  Martignoni , via Facebook 12.03.2016
    Der SNB hab sicher 500 Milliarden Euro gelagert. Also der CHF Devalueren und weil das Geldnicht viel Wert ist sollen die Reichen ,verschwinden mit ihr Geld und so wird der Schweizer CHF noch weniger Wert ,aber kein Problem Export Gut ,Import auch weil der SNB genügend
  • Rolf  Hess 12.03.2016
    Wie wir jetzt sehen können, hatte die SNB beim Entschluss den Mindestkurs des Euro fallen zu lassen, nachdem Draghi die EU mit monatlich 60 Milliarden Euro überschwemmt hat, das einzig richtige gemacht. Jetzt müsste die SNB monatlich weiter 25 Prozent mehr Euro bunkern, bis das ganze Kartenhaus in sich zusammenfällt. Dieser Herr wird in die Geschichte eingehen, als derjenige Mann, der die EU finanziell in den Abgrund geritten hat.

  • Markus  Engeler aus Ban Nong Sangna
    12.03.2016
    Runter mit den Zinsen Herr Jordan. Ich will endlich Geld fuer meine Schulden bekommen!